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Windows Live® Suchergebnisse PsychopharmakologieEnzyklopädieartikel
Psychopharmakologie, Lehre von den Wirkungen, die Arzneimittel auf Hirnfunktionen wie Stimmung, Wahrnehmung und Verhalten ausüben. Die Psychopharmakologie ist ein Teilgebiet der Pharmakologie; dies ist die Lehre von Arzneimittelwirkungen auf lebende Organismen. Psychopharmakologie findet praktische Anwendung in der Psychiatrie, Psychologie, Neurologie sowie in medizinischen Fachrichtungen, die sich mit Hirnfunktionen beschäftigen. Menschen fast aller Kulturen haben seit jeher nach Möglichkeiten gesucht, Bewusstseinsveränderungen herbeizuführen. Zu diesem Zweck wurde mit pflanzlichen Stoffen experimentiert, aus denen auch viele der heutigen psychoaktiven Arzneimittel gewonnen werden. Zu den wichtigen Entwicklungen in der Geschichte der Psychopharmakologie zählen die Entdeckung und Anwendung von Alkohol, Cannabis und Opium in Europa und Asien sowie von Coffein, Nikotin, Kokain und halluzinogenen Pflanzen wie Peyote auf dem amerikanischen Kontinent vor der Neuzeit. Im 19. Jahrhundert wurde das starke Schmerzmittel Morphin aus Opium isoliert, und man nutzte Anästhetika (Schmerzbetäubungsmittel) wie Lachgas (Distickstoffoxid), Ether und Chloroform sowie Kokain als Stimulans. Die ersten Beruhigungsmittel, Barbiturate, wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt, gefolgt von der Entdeckung und Anwendung der Amphetamine (siehe Adrenalin) als Psychostimulans in den dreißiger Jahren. Die halluzinogenen Eigenschaften von LSD (Lysergsäurediäthylamid) wurden 1943 entdeckt sowie Lithiumkarbonat als Behandlungsmittel bei manischer Depression 1948. Im Jahr 1952 folgte die Entdeckung der antipsychotischen und antischizophrenen Wirkung von Chlorpromazin und 1957 die Entwicklung zweier Behandlungsmöglichkeiten bei Depressionen: trizyclische Antidepressiva und Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer). Auch heute werden immer noch etliche Arzneimittel entwickelt, die diesen Hauptgruppen zuzuordnen sind. Zu den psychoaktiven Medikamenten zählen auch die leichteren Beruhigungsmittel oder Tranquilizer, die Benzodiazepine.
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