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BangladeschEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Bangladesch wird von tropischem Monsunklima geprägt. Rund 80 Prozent des Jahresniederschlages fallen während des regenbringenden Sommermonsuns, der von Mai bis Mitte Oktober vorherrscht. In dieser Zeit kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen, bei denen – wie z. B. 2004 – bis zu zwei Drittel des Landes unter Wasser gesetzt werden. Der mittlere Jahresniederschlag liegt landesweit um 1 500 Millimeter, im Nordosten können in regenreichen Jahren 5 000 Millimeter erreicht werden. Die Niederschläge werden im April/Mai und Oktober/November vereinzelt von tropischen Wirbelstürmen begleitet, die schwere Schäden anrichten können. Der Wirbelsturm vom November 1970, der mehr als 500 000 Menschenleben forderte, war eine der schlimmsten Naturkatastrophen des 20. Jahrhunderts. Ein weiterer Wirbelsturm im Bereich des Gangesdeltas forderte im April 1991 über 120 000 Menschenleben; Millionen wurden obdachlos. In Bangladesch sind die Temperaturen ganzjährig hoch. Der Januar ist der kühlste, der Mai der wärmste Monat. In Dhaka liegt die durchschnittliche Temperatur im Januar bei 19 °C, im Mai bei 29 °C.
Der weitaus größte Teil des Landes wird von landwirtschaftlichen Nutzflächen eingenommen, bewaldete Gebiete bedecken weniger als ein Sechstel der Landesfläche. In den Chittagong-Bergen gedeiht immergrüner tropischer Bergwald, in den trockeneren Ebenen Wälder mit laubwerfenden Bäumen wie Akazien und Banyanbäumen, und im südwestlichen Teil des Landes (Sundarbans) gibt es eines der weltweit größten Mangrovenwaldgebiete mit der endemischen Baumart Sundari. Bangladesch hat eine artenreiche Tierwelt mit 109 einheimischen Säugetierarten, 295 Vogelarten, 119 Reptilienarten, 19 Amphibienarten und rund 200 Arten von Meeresfischen und Süßwasserfischen. Bemerkenswerte Säugetiere sind Elefanten, Kragenbären, Lippenbären, Nebelparder, Bengalische Tiger, Leoparden, Rhesusaffen, Gibbons, Loris, Bantengs, Gaure, Gangesdelphine und Dugongs. Zur Vogelwelt gehören u. a. Eisvögel und die ihnen nahe verwandten Spinte, Bülbüls, Kuckucke, Drosslinge und Drongos (Sperlingsvögel), Adler (u. a. Kaiseradler, Schreiadler, Weißbauch-Seeadler), Geier, Hornvögel, Sichler, Blatthühnchen, Sittiche, Stare, Elstern, Nektarvögel und Rohrsänger. Die Reptilienfauna ist u. a. durch Krokodile, Schildkröten, Pythons und andere Schlangen (auch Giftschlangen) repräsentiert.
Rund 95 Prozent der Bevölkerung Bangladeschs sind Bengalen; der überwiegende Teil von ihnen stammt von indoarischen Völkern ab. Zu den zahlenmäßig stärksten Minderheiten gehören Chakma und Mogh; sie sind mongolischer Herkunft und leben in den Chittagong-Bergen. Das Mundavolk der Santal und die Bihari, nichtbengalische Muslime, wanderten aus Indien ein. Bangladesch hat etwa 154 Millionen Einwohner (2008). Die Bevölkerungsdichte ist mit 1 147 Einwohnern pro Quadratkilometer eine der höchsten aller Staaten der Welt. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung leben in Städten. Die Bevölkerung ist relativ gleichmäßig über das Land verteilt, mit Ausnahme der wenig besiedelten Chittagong-Berge und der nahezu unbewohnten Sundarbans. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 63,2 Jahren (2008).
Zu den größten Städten Bangladeschs gehören die Hauptstadt Dhaka (5,38 Millionen Einwohner), Chittagong (1,36 Millionen Einwohner), Khulna (546 000 Einwohner), Nārāyanganj (269 000 Einwohner) sowie die Stadt Rajshahi (325 000 Einwohner).
Bengali, die meistgesprochene indoarische Sprache, ist Amtssprache von Bangladesch. Sie hat eine eigene, von der Schrift des Sanskrit abgeleitete Schrift. Urdu wird von mehreren hunderttausend Menschen, von denen viele Ende der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts aus Indien einwanderten, gesprochen. Außerdem sind mehrere tibetobirmanische Sprachen verbreitet.
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