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BangladeschEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts arbeiteten viele bengalische Schriftsteller und Künstler, sowohl Hindus als auch Muslime, in der indischen Metropole Kalkutta. Der bekannteste ist der Hindu-Schriftsteller, Künstler und Philosoph Rabindranath Tagore.
Wichtige kulturelle Institutionen sind in Dhaka angesiedelt. Die Bangla Academy (1972) ist der Förderung und Entwicklung der bengalischen Sprache und Literatur gewidmet. Die größte Bibliothek des Landes ist Teil der University of Dhaka. Das Bangladesh National Museum zeigt Kunstausstellungen und archäologische Sammlungen. Das Varendra Research Museum, das der University of Rajshahi untersteht, ist ein Zentrum für archäologische, anthropologische und historische Forschungen.
Die rund 35 in Bengali und neun in Englisch erscheinenden Tageszeitungen werden vorwiegend in Dhaka verlegt. Radio und Fernsehen unterstehen der Regierung.
Seit der Staatsgründung im Jahr 1971 war die Verfassung und damit das politische System Bangladeschs einer Reihe von Veränderungen unterworfen. Die erste Verfassung von 1972 schrieb den Staat als demokratische Volksrepublik mit parlamentarischem System fest. Diese Verfassung wurde jedoch Ende 1974 außer Kraft gesetzt und im Januar 1975 durch eine Präsidialverfassung mit nahezu diktatorischen Vollmachten für den Präsidenten ersetzt. Nach dem Putsch von 1982 wurde auch diese Verfassung bis 1986 außer Kraft gesetzt. Mit einer neuerlichen Verfassungsänderung kehrte Bangladesch 1991 zu einer demokratisch-parlamentarischen Regierungsform zurück. Bangladesch ist Mitglied des Commonwealth of Nations und der Vereinten Nationen und gehört zu den durch den Colombo-Plan geförderten Ländern.
Staatsoberhaupt ist der Präsident, der vom Parlament für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird und vorwiegend repräsentative Funktionen hat. Die Exekutive liegt bei der vom Premierminister geführten Regierung; sie ist dem Parlament verantwortlich. Die Legislative liegt beim Parlament (Bangladesh Jatiya Sangsad); dessen 300 Abgeordnete werden jeweils für fünf Jahre direkt gewählt; 30 weitere Mandate sind Frauen vorbehalten und werden durch das Parlament vergeben. Seit der Verfassungsänderung von 1996 wird nach dem Ende einer Legislaturperiode bzw. dem Rücktritt der Regierung und der Auflösung des Parlaments eine unparteiliche Übergangsregierung eingesetzt, die innerhalb von drei Monaten die Neuwahlen vorbereiten und einen gewaltfreien und von der Regierungspartei unbeeinflussten Wahlkampf sicherstellen soll.
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