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Windows Live® Suchergebnisse WasserflöheEnzyklopädieartikel
Wasserflöhe, Ordnung winziger, sich ruckartig durch das Wasser bewegender Krebstiere mit etwa 420 Arten. Wasserflöhe bewohnen vor allem das Süßwasser: Sie leben in Pfützen, Tümpeln und Seen, nur wenige Arten besiedeln das Meer. Diese Kleinkrebse ernähren sich vorwiegend als Filtrierer und sind als Nahrungsgrundlage für viele Fische von großer ökologischer Bedeutung. Sie können sich sowohl parthenogenetisch als auch sexuell fortpflanzen. Ein unpaares Komplexauge dient ihnen zur Orientierung. Die Weibchen des Gemeinen Wasserflohs werden vier Millimeter groß, die Männchen erreichen knapp zwei Millimeter. Krebse dieser Art haben einen runden Körperumriss, sie sind rötlich gefärbt und von einer durchscheinenden, zweiklappigen Schale umgeben, die man Carapax nennt. Aufgrund der fehlenden Pigmentierung ihrer Schale werden diese Wasserflöhe nicht so schnell von Fischen entdeckt, sind jedoch anfällig für die ultraviolette Strahlung der Sonne. Wie deutsche Forscher 2001 in Nature berichteten, ziehen sich Wasserflöhe, deren Carapax einen geringen Melaningehalt aufweist (und daher durchscheinend ist), aus diesem Grund tagsüber in tiefere Gewässerschichten zurück. Dieses Verhalten wird aber auch durch die Anwesenheit von Fischen ausgelöst, die Zooplankton fressen. Auf dem Kopf trägt der Gemeine Wasserfloh für die Fortbewegung zwei fedrig verzweigte Antennen. Die am Bruststück (Thorax) ansetzenden Blattbeine (Thorakopoden) sind mit Filterborsten ausgestattet; sie dienen der Nahrungsaufnahme. Die Blattbeine erzeugen einen Nahrungsstrom, aus dem mit Hilfe der Filterborsten Nahrungspartikel ausgesiebt und den Mandibeln (Mundwerkzeugen) zugeführt werden. Mit einer gabelförmigen Furca am Hinterleib werden die Blattfüße gereinigt. Im Frühsommer entwickeln sich in dem an der Rückenseite der Weibchen gelegenen Brutraum aus so genannten Subitaneiern zunächst nur ungeschlechtlich entstandene Weibchen. Subitaneier haben wenig Dotter und werden in großer Zahl erzeugt. Der Lebensraum kann auf diese Weise schnell besiedelt werden, ohne dass zuvor eine Begattung erforderlich wäre. Später im Jahr erzeugen dieselben Weibchen in ihrem Brutraum auch Männchen, welche die ungeschlechtlich entstandenen Weibchen begatten. Diese erzeugen befruchtete Dauereier, die durch Vögel verbreitet werden, aber auch austrocknen oder einfrieren können, ohne Schaden zu nehmen. Aus den sexuell entstandenen Dauereiern schlüpfen im darauf folgenden Jahr Weibchen; diese sind genetisch vielfältiger als parthenogenetisch entstandene Wasserflöhe. Die Vielfalt erhöht vermutlich die Überlebenschance eines größeren Teiles der geschlüpften Tiere. Aufgrund ihrer schnellen Vermehrung sind Wasserflöhe für genetische Experimente geeignet. Systematische Einordnung: Wasserflöhe bilden die Ordnung Cladocera der Klasse Crustacea. Der Gemeine Wasserfloh wird als Daphnia pulex klassifiziert.
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