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Artikelgliederung
Einleitung; Historischer Überblick; Die gesellschaftliche Rolle des Journalismus; Aktuelle Entwicklungen
Journalismus, Sammelbezeichnung für Tätigkeiten, durch die aktuelle Informationen für die Öffentlichkeit inhaltlich gestaltet werden. Ursprünglich bezog sich der Begriff Journalismus nur auf gedruckte Medien wie Zeitungen und Zeitschriften. Mit der Entwicklung der Massenkommunikation im 20. Jahrhundert (vor allem im Bereich der elektronischen Medien Hörfunk und Fernsehen) veränderten sich sowohl Status, Einfluss und Berufsbild des Journalismus. In Deutschland sind Journalisten überwiegend in drei Interessengruppen organisiert: im Deutschen Journalistenverband (DJV), in der Deutschen Journalisten-Union (dju) und in der Rundfunk-Fernseh-Film-Union (RFFU) in der IG Medien im DGB.
In Deutschland, den Niederlanden und England wurden im 16. und 17. Jahrhundert erstmals Rundschreiben verschiedener Größen produziert, und in Frankreich entstanden gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Magazin und das literarische Journal als feste publizistische Gattungen mit großen Auflagen. Die frühesten deutschen Zeitungsfunde stammen ebenfalls aus dem frühen 17. Jahrhundert. Bereits im 17. Jahrhundert ist der Journalismus als freie, nebenberufliche Tätigkeit für Schriftsteller, Lehrer, aber auch für Politiker nachgewiesen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts begannen dann auch Politiker, das ungeheure Potential der Zeitungen in der öffentlichen Meinungsbildung zu erkennen. Infolgedessen war der Journalismus jener Zeit großenteils politischer Natur; er wurde als eine Ergänzung zur Politik betrachtet, und jede politische Partei hatte ihre eigene Zeitung. Dies war die Blütezeit des politischen Journalismus in England, und Schriftsteller wie Daniel Defoe, Jonathan Swift, Joseph Addison und Sir Richard Steele hatten großen Einfluss auf die politische Willensbildung. Die Berichte waren damals nicht mit Namen versehen, teils, um eine größere Freiheit in der Meinungsäußerung zu gewährleisten, teils jedoch auch wegen der Bestimmung, dass der Journalismus weder ein eigenständiges Gewerbe noch ein eigener Beruf sein solle. Im Spannungsfeld zwischen politischer Macht und individueller journalistischer Freiheit entstand in dieser Zeit der Ruf nach Pressefreiheit. Im 19. Jahrhundert wirkten sich die industrielle Revolution und die breitere öffentliche Bildung auf den Journalismus aus. Durch neue Maschinen und insbesondere durch die Erfindung der Linotype im Jahre 1886 konnten Zeitungen und Zeitschriften wesentlich billiger und in großen Mengen produziert werden. Durch die Erfindung des Telegraphen wurde das schnelle Sammeln und Verbreiten von Weltnachrichten wesentlich erleichtert. Zu den entsprechenden Diensten gehörten jetzt Presseagenturen wie die in England stationierte Agentur Reuters und in den Vereinigten Staaten die Associated Press und die United Press. In Deutschland wurden nach dem 2. Weltkrieg als Nachfolger des nationalsozialistischen Deutschen Nachrichtenbüros mehrere Nachrichtenagenturen gegründet, z. B. die Deutsche Presseagentur (dpa) und der Deutsche Depeschendienst (ddp). Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden zwei neue Medien der Nachrichtenübermittlung: die Wochenschau und das Radio. In den zwanziger Jahren erreichten die Wochenschauen in den USA in circa 18 000 Filmtheatern rund 40 Millionen Menschen. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden sie jedoch vom Fernsehen abgelöst. Die Radionachrichten hatten mehr Durchsetzungserfolg. Bis zum 2. Weltkrieg hatte das Radio in Deutschland (nicht zuletzt durch den Einsatz als Propagandamedium) einen großen Hörerkreis erreicht. Durch die schnelle Ausbreitung des Fernsehens und eine kaum überschaubare Expansion sämtlicher Formen von Printmedien veränderte sich die Mediensituation nach dem 2. Weltkrieg ganz entscheidend.
Eine der Hauptfunktionen des Journalismus besteht in der Information über politische Ereignisse und Zusammenhänge. Im 19. Jahrhundert begannen sich immer mehr Zeitungen und Zeitschriften für soziale und politische Reformen einzusetzen, um ein Massenpublikum anzuziehen. Einige der damaligen Zeitschriften bauten ihren Ruf zum großen Teil auch darauf auf, dass sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche oder politische Probleme lenken konnten. Der wohl spektakulärste Skandal in der Pressegeschichte des 20. Jahrhunderts wurde in den USA aufgedeckt. 1972 und 1973 entlarvten Reporter der Washington Post Verbindungen zwischen der amerikanischen Regierung von Präsident Nixon und einem Einbruch in den nationalen Hauptsitz der Demokraten; dieser Vorfall ist als Watergate-Affäre weltweit bekannt geworden. Die Untersuchungen des Senats zu dem Skandal und die Vorbereitungen des Abgeordnetenhauses zum Impeachment (Amtsanklage) wurden vom amerikanischen Fernsehen live übertragen und von der Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt. Bald darauf musste Präsident Nixon zurücktreten. In vielen Ländern ist der Journalismus mit rechtlichen Privilegien und mit so genannten Schutzgarantien ausgestattet. Dies schafft die theoretische Grundlage für eine freie und unabhängige journalistische Arbeit ohne staatliche Einflussnahme. Zu den Schutzgarantien zählen in Deutschland das Zeugnisverweigerungsrecht, das Verbot der Zensur und der Schutz der Beschlagnahme von Redaktionsdokumenten. Andererseits unterstehen bestimmte Formen des Journalismus (z. B. der öffentlich-rechtliche Rundfunk) der Kontrolle durch politische Organe.
In den letzten Jahrzehnten bringen neue technische Entwicklungen einschneidende Veränderungen im Journalismus mit sich. Durch Fernsehsatelliten können beispielsweise Zuschauer eines Teiles der Erde live die Ereignisse auf einem anderen Teil miterleben (siehe Kommunikationssatellit). Reporter können Informationen von Datenbanken abrufen, für die früher eine tage- oder wochenlange Recherche nötig gewesen wäre (siehe Computer). Nachrichten von Agenturen können von einer abonnierenden Zeitung gesetzt werden, ohne dass sie einen Herausgeber oder Drucker benötigt (siehe Bürosysteme). Siehe Fernsehen; Funk; Zensur; Zeitung; Zeitschriften; Photographie; Druckereiwesen
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