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Windows Live® Suchergebnisse KammermusikEnzyklopädieartikel
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Kammermusik, Instrumentalmusik für kleine, solistische Besetzung, in Abgrenzung zur Orchester- und Chormusik. Zu ihr zählen Werke für Streicher-, Bläser- und gemischte Ensembles. Charakteristisch für den Kammermusikstil ist die Gleichrangigkeit der Partner. Der Großteil der Kammermusik wurde seit circa 1750 für Streichquartett (zwei Violinen, Viola und Violoncello) komponiert. Daneben entstanden aber auch Werke mit anderen Besetzungen wie Duo, Trio, Quintett (mit und ohne Klavier) sowie Kammermusik mit Gesang. Der um 1560 in Italien geprägte Begriff musica da camera umfasste ursprünglich nur Musik, die für die höfische „Kammer” bestimmt war. Kammermusik war ursprünglich als Hausmusik entstanden und wurde erstmals im 19. Jahrhundert öffentlich aufgeführt.
Charakteristisch für die weltliche Musik des Mittelalters und der Renaissance (um 1450 bis ca. 1600) waren kleine vokale und instrumentale Ensembles. Die Mehrzahl der Kompositionen waren Vokalstücke für drei, vier oder fünf Stimmen. Von Instrumentalgruppen wurde diese Vokalmusik mit beliebigen damals verfügbaren Instrumenten gespielt. Ihre erste große Blütezeit erlebte die Kammermusik im England des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts, wo viele Kompositionen für Gruppen von vier bis sieben Violen, das so genannte Violenconsort, entstanden. Eines der bekanntesten Werke für das Violenconsort ist In nomine des englischen Komponisten John Taverner. Diese Instrumentalform, die sich auf den liturgischen Text des In nomine domini bezieht, war Vorbild für eine ganze Reihe von Komponisten wie Christopher Tye und William Byrd.
Die meistgepflegten Formen der Barockzeit (um 1600 bis ca. 1750) waren die Triosonate bzw. die sonata da chiesa oder da camera, die für zwei Soloviolinen (oder Flöten oder Oboen, oft je nach Belieben des Spielers) und Continuo gesetzt war, die Solosonate (meist für Violine und Continuo), das Concerto grosso und das Solokonzert. Triosonaten konnten bei Bedarf auch von größeren Ensembles gespielt werden. Zudem komponierte man Kammerkantaten für Solostimme und Continuo sowie Gesangsduette mit Continuo, die das eigentliche Vorbild für die Triosonate geliefert hatten. Der führende Komponist von Trio- und Solosonaten im 17. Jahrhundert war der Italiener Arcangelo Corelli. Seine Werke waren Vorbilder für Kammermusikwerke der gesamten Barockzeit, z. B. für Henry Purcell, François Couperin, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach.
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelten Luigi Boccherini und Joseph Haydn mit dem Streichquartett eine völlig neue kammermusikalische Gattung. Wichtige Vorläufer dafür waren Divertimento und Serenade. Die viersätzige Form von Haydns Streichquartetten wurde zur zentralen Form für die gesamte Instrumentalmusik der Wiener Klassik. Neben den formalen und harmonischen Neuerungen waren Joseph Haydns Streichquartette geprägt vom fein verwobenen, komplexen und intimen Zusammenspiel der vier Instrumente. Im kammermusikalischen Satz Joseph Haydns tritt das artifizielle Element besonders hervor. Seine Streichquartette und die Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven stellen den Höhepunkt dieser Gattung dar.
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