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Cumae

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Heiligtum der Sibylle von CumaeHeiligtum der Sibylle von Cumae

Cumae, antike Küstenstadt in Kampanien, nach dem griechischen Geographen Strabo die erste griechische Kolonie in Italien.

Die Stadt wurde vermutlich um 750 v. Chr. von ionischen Siedlern aus Chalkis und Kyme auf Euböa als Kyme gegründet. Cumae selbst wiederum gründete am Golf von Neapel mehrere Tochterstädte, u. a. Dikaiarcheia (Puteoli, heute Pozzuoli) und Neapolis (Neapel). Im späten 6. Jahrhundert v. Chr. verteidigte sich Cumae unter dem Tyrannen Aristodemos erfolgreich gegen die Etrusker und andere italische Stämme und schlug im Bund mit Hieron I. von Syrakus 474 v. Chr. die Etrusker in der Seeschlacht von Cumae vernichtend. Um 420 v. Chr. wurde Cumae von den parallel zum Niedergang der Etrusker zunehmend erstarkenden Samniten erobert. Um 340 v. Chr. kam die Stadt in den Einflussbereich Roms, und 334 v. Chr. erhielt sie von Rom ein eingeschränktes Selbstverwaltungs- und Bürgerrecht. Während der Punischen Kriege blieb Cumae auf der Seite Roms und widerstand auch einem Angriff Hannibals. 180 v. Chr. wurde Lateinisch die Amtssprache in Cumae. Während des Bügerkrieges diente Cumae Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, als Festung, und ab 37 v. Chr. ließ Octavian die Region um Cumae und dem benachbarten Misenum von seinem Feldherrn Agrippa zu einer riesigen Flottenbasis ausbauen. Als sich dann in der Kaiserzeit der Schiffsverkehr mehr und mehr nach Puteoli verlagerte, entwickelte sich Cumae allmählich zu einer ruhigen Landstadt und beliebten Sommerresidenz wohlhabender Römer. Um die Mitte des 6. Jahrhunderts erlangte Cumae noch einmal Bedeutung als letzter Stützpunkt der Goten in Italien, bis sie von den Byzantinern unter Belisar bzw. Narses geschlagen wurden.

Der Sage nach war Cumae der Sitz der cumaeischen Sibylle. Ein 1930 freigelegter Tunnel, der sich auf der Südseite des Akropolis-Hügels entlangzieht, soll die Höhle der Sibylle gewesen sein. Der seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. aus dem Felsen gehauene Tunnel ist über 130 Meter lang und fünf Meter hoch; zur Meerseite hin öffnet sich der Tunnel in mehreren Galerien. Am Tunnelende liegt die eigentliche Grotte der Sibylle: ein rechteckiger Raum mit drei gewölbten Nischen. Auf der Akropolis selbst befinden sich die Reste eines aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammenden Zeus-/Jupitertempels, der unter Augustus umgebaut und im 5. Jahrhundert n. Chr. in eine christliche Basilika umgewandelt wurde. Auf einer Terrasse unterhalb des Akropolis-Gipfels stand ein Apollontempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., der ebenfalls unter Augustus umgebaut und im 6. Jahrhundert n. Chr. in eine christliche Kirche umfunktioniert wurde. Aus der Zeit des Augustus stammt auch ein 180 Meter langer Tunnel, der unter der Akropolis hindurch zum Meer führt. Freigelegt wurden außerdem das Forum am Fuß der Akropolis mit den Überresten verschiedener Bauten, mehrere Thermen sowie ein Amphitheater.

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