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Quechua

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Quechua (Ketschua), Gruppe südamerikanischer Völker der Quechua-Sprachfamilie, die vorwiegend im zentralen Andenhochland von Peru, Ecuador und Bolivien beheimatet sind. Die Quechua sind sprachlich und kulturell eng mit den Aymara verwandt, die in derselben Region Südamerikas leben. Sie stammen vermutlich aus einem relativ kleinen Gebiet im südlichen peruanischen Hochland und wurden später zum Staatsvolk des Inkareiches.

Quechua wurde in allen Provinzen des Inkareiches und als Amts- und Verkehrssprache verwendet. Als sich das Reich immer weiter ausdehnte, verbreitete sich auch die Sprache über einen zunehmend größeren Teil Südamerikas. Die Kultur der Quechua-Indianer hatte vor der Ankunft der europäischen Eroberer im 16. Jahrhundert eine der am weitesten ausdifferenzierten Kulturen der westlichen Hemisphäre hervorgebracht. Zahlreiche künstlerische und wissenschaftliche Leistungen gehen zwar auf die präinkaischen Kulturen der Aymara, Nazca und Yunca zurück, doch kam es auf dem Gebiet der Sozialorganisation, Architektur, Technik und der Militärtechnologie während der Inkazeit zu entscheidenenden Veränderungen.

Nach der Unterwerfung durch die Spanier blieb das Quechua die beherrschende Sprache, derer sich auch die Missionare zur Bekehrung der Indios im westlichen Südamerika bedienten. Seit dem 16. Jahrhundert kam es bei den Quechua-Völkern kaum zu Eheschließungen außerhalb ihrer ethnischen Gruppe, so dass sich zahlreiche Kulturmerkmale erhalten haben und nur relativ wenige europäische Elemente übernommen wurden.

Quechua wird zur Zeit von rund acht Millionen Menschen in Peru, Bolivien, Ecuador, Chile und im Nordwesten Argentiniens gesprochen. Im Jahr 1975 wurde es in Peru, neben dem Spanischen, zur Amtssprache erklärt und gehört damit zu den wenigen offiziell anerkannten Indianersprachen des amerikanischen Doppelkontinents. Zu den zahlreichen Dialekten gehört das Cuzqueño im südlichen Peru und das Quiteño in Ecuador. Weitere Varianten sind u. a. das Ancash, das Ayacucho und das Imbabura. Die Formenlehre des Ketschua ist sehr komplex, aber äußerst regelmäßig. Es handelt sich um Sprachen, die zusätzliche Wortelemente hinter dem Stamm anfügen, um somit z. B. Numerus, Kasus, Person auszudrücken. Jedes Element hat nur eine Funktion. Die Reihenfolge ist grammatisch festgelegt und kann nicht verändert werden. Das Pronominalsystem und das Verb verfügen über eine inklusive und eine exklusive Form der ersten Person Plural, d. h., es wird unterschieden, ob die angesprochene Person in das Personalpronomen der 1. Person Plural einbezogen wird oder nicht. Das Verb steht am Ende des Satzes.

Heute leben die Quechua-Indianer hauptsächlich in der so genannten puna alta der Anden auf einer Höhe von über 4 000 Metern. Die hier herrschenden klimatischen Verhältnisse lassen keinen Anbau mehr zu, so dass die Bewohner dieser Region in erster Linie von der Lama- und Alpakazucht leben. Lamas dienen als Lasttiere und Fleischlieferanten, ihre Häute werden zu Lederwaren weiterverarbeitet. Alpakas werden zur Gewinnung der feinen Alpakawolle gehalten. Diesen Tieren kommt auch in der Mythologie der Indianer eine große Bedeutung zu. Sie sind aus dem Inneren der Erde zu den Menschen gekommen, wohin sie zurückkehren können, wenn sich die Menschen ihnen gegenüber ungebührlich verhalten. Opferrituale sollen ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen dieser mythischen Tiere und ihrer Nutzung durch die Menschen herstellen.

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