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Münze

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Ursprünge des BankwesensUrsprünge des Bankwesens
Artikelgliederung
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Einleitung

Münze (von lateinisch moneta: Münzstätte, Münze), erstens Kurzform für Münzanstalt, zweitens ein geprägtes Geldstück aus Metall, das als Zahlungsmittel dient. Sein Nennwert wird durch das Münzbild garantiert.

Moderne Münzen werden aus unedlen Metallen bzw. Metall-Legierungen hergestellt (meistens Kupfer- und Nickellegierungen, Aluminium, beschichteter Stahl). Die heutigen Münzen sind so genannte Scheidemünzen, d. h., ihr Metallwert ist niedriger als ihr Nennwert. Dagegen sind Kurantmünzen vollwertig ausgeprägte Münzen. Ihr Metallwert entspricht dem Nennwert. Edelmetalle (Silber, Gold, Platin u. a.) verwendet man nur noch für Gedenkmünzen.

Münzen sind meistens rund, scheibenförmig und zweiseitig geprägt. Die Vorderseite heißt Avers; sie zeigt das staatliche Hoheitszeichen (Wappen, siehe Heraldik; Herrscherporträt). Das aufgeprägte Bildnis dient dabei sowohl der Identifikation der Münze als auch als Wertgarantie. Die Rückseite (Revers) gibt den Wert der Münze an. Entscheidend für die Akzeptanz von Münzen war traditionell die Korrektheit der aufgeprägten Gewichtsangaben. Durch systematische Verringerung des Gehalts an Edelmetallen im Münzgeld realisierten Münzherren immer wieder größere Geldwerte, als dies der Menge der verwendeten Edelmetalle entsprach. Die daraus resultierenden Gewinne wurden häufig zur Kriegsführung benutzt.

In Deutschland besitzt die Bundesregierung das alleinige Recht zur Prägung von Scheidemünzen, das so genannte Münzregal.

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Geschichte der Münze

Die ersten bekannten Münzen wurden um 650 v. Chr. in Kleinasien (Lydien) geprägt. Sie waren aus Elektron, einer natürlich vorkommenden Gold-Silber-Legierung. Diese Münzen gingen aus Gewichten hervor, bei denen durch eine Aufprägung das jeweilige Gewicht garantiert wurde.

Um 620 v. Chr. entstanden im griechischen Mutterland die ersten Silbermünzen. Die Münzbezeichnungen weisen noch auf ihre Entstehung aus prämonetären Werteinheiten, aus Gewichten hin: Talent bedeutet Waage oder Last. Es wurde in 6 000 Drachmen, was Handvoll bedeutet, unterteilt. Sechs Obolen, das bedeutet Metallstäbe, entsprachen einer Drachme. Diese Münzen verbreiteten sich im gesamten griechischen Kulturgebiet (Sizilien, Süditalien, Nordafrika, Balkan, Kleinasien). Zunächst wurden nur Gold und Silber als Münzmetall verwendet, ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. auch Kupfer. Die antiken griechischen Münzen waren häufig kleine Kunstwerke mit Motiven aus der Pflanzen- und Tierwelt sowie der Mythologie.

Im Römischen Reich fanden Münzen ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. Verwendung. Gegen Ende des Jahrhunderts wurden der silberne Denar, das As und der Sesterz eingeführt. Im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. (Kaiserzeit) wurden der Aureus aus Gold, Denare aus Silber, Sesterzen und Dupondien aus Bronze sowie Asse aus Kupfer verwendet. In der Kaiserzeit dienten die Münzen auch der staatlichen Propaganda; sie trugen die Porträts des Kaisers oder von Angehörigen des Kaiserhauses.

Das römische Münzsystem mit Gold, Silber und Kupfer als Münzmetall wurde auch im Byzantinischen Reich benutzt, allerdings verflachten die Münzen in ihrer Ausdrucksform. Der römische Aureus wurde unter Kaiser Konstantin dem Großen durch den Solidus ersetzt. Im Fränkischen Reich wurde der Solidus durch sein Drittelstück (Triens, Tremissis) ersetzt.

Im 7. Jahrhundert ging man von der Gold- zur Silberwährung über. Unter den Karolingern wurde der silberne Denar die Hauptmünze. Die karolingischen Münzen trugen vor allem Schrift und Monogramme, Porträts waren die Ausnahme. Im 12. Jahrhundert kamen in Nord-, Mittel- und Süddeutschland die Brakteaten auf. Sie bildeten den künstlerischen Höhepunkt in der mittelalterlichen Münzkunst.

Seit der Zeit der Völkerwanderung war die Geldwirtschaft für die Wirtschaft Europas gegenüber dem direkten Warentausch nur von untergeordneter Bedeutung; für den relativ unbedeutenden Fernhandel reichten bis zum 13. Jahrhundert kleine Silbermünzen aus. Erst die Ausweitung des Handels in Italien, bekannt als kommerzielle Revolution, und die kommerziellen Auswirkungen der Kreuzzüge machten es nötig, die auf Münzzahlung basierende Geldwirtschaft erneut auszubauen. Im 13. Jahrhundert wurden dann in Italien die ersten Fernhandelsmünzen geprägt: Gulden und Dukaten aus afrikanischem Gold, das von islamischen Kaufleuten eingehandelt worden war, und Groschen aus Silber.

Im ausgehenden Mittelalter wurden wegen erheblichen Goldmangels nur noch wenige Goldmünzen hergestellt. Mit der Entdeckung großer Silbervorkommen ergab sich beinahe zwangsläufig die Möglichkeit, den Gegenwert der bisherigen Goldmünzen in Silber darzustellen. Die entsprechenden Münzen bezeichnete man als Guldengroschen. Der erste Guldengroschen wurde von Erzherzog Sigismund von Tirol 1486 geprägt. Um 1500 schlossen sich verschiedene süddeutsche Städte und hessische Landgrafen diesem Vorbild an. Zunehmend bürgerte sich für die Guldengroschen nur noch die Benennung als Gulden ein.

Ab 1520 wurden im böhmisch-sächsischen Erzgebirge, in Sankt Joachimsthal, in größerer Stückzahl Münzen geprägt, die man ebenfalls zunächst als Guldengroschen bezeichnete. Nach dem Herkunftsort – Sankt Joachimsthal – bürgerte sich hier zunehmend die Benennung Taler für diese Guldengroschen ein. Ursprünglich entsprachen sich Taler und Gulden vom Wert her ungefähr. Später trennten sich beide Münzen und der Taler entwickelte sich im Laufe der Zeit zum höheren Wertbegriff. In Deutschland prägten viele der Kleinstaaten Gulden oder Taler. Guldenländer gab es vor allem im süddeutschen Raum. Talerländer herrschten in Mittel-, Nord- und Westdeutschland vor.

Der Taler war eine äußerst populäre Münze, so bekannt, dass viele Staaten der Welt die Münzbezeichnung für ihre Münzen verwandten. In Dänemark und Schweden wurde aus dem Taler der „Daler”, in Italien der „Tallero”, in Polen der „Talar”, in den Niederlanden der „Daalder” und in den USA der „Dollar”. In Deutschland wurde der Taler nach der Reichsgründung 1871 durch die Mark ersetzt.

Die Erschließung der Silbervorkommen in Mexiko und Peru ermöglichte es den Spaniern, Pesos in millionenfacher Prägung herzustellen. Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts hinein war der Peso damit die bedeutendste Münze im Welthandel. Weitere bedeutende Welthandelsmünzen waren im 18. Jahrhundert der holländische Löwenthaler, der in der Levante, im Kaukasus und im Orient kursierte, und der Maria-Theresien-Taler, der vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fast in der gesamten islamischen Welt und in weiten Teilen Ostafrikas Verwendung fand. Mit dem Zusammenbruch des so genannten Goldstandards 1914 verloren Münzen ihre Bedeutung als wichtigstes Zahlungsmittel an das Papiergeld. Siehe auch Bimetallismus

Immer wieder lässt sich in der Münzgeschichte seit dem Mittelalter das Bestreben zu einer Vereinheitlichung der Währungen – und damit einer effektiveren Ausgestaltung der Wirtschaftsbeziehungen und des Handels – erkennen. Immer wieder schlossen sich benachbarte Territorien zu Münzvereinen wie z. B. dem Rheinischen Münzverein oder dem Wendischen Münzverein in Norddeutschland zusammen. 1524 befasste sich der Reichstag in Esslingen mit dem Thema und beschloss die erste Reichsmünzordnung mit Bestimmungen über Schrot und Korn und das Aussehen der Münzen. Erst die dritte Reichsmünzordnung von 1559 hatte über längeren Zeitraum Bestand, wenn auch hier wichtige deutsche Staaten schon bald nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder davon abrückten. Ein wichtiger Schritt im Bemühen um Vereinheitlichung des deutschen Wirtschafts- und Währungsraums war 1833 die Gründung des Deutschen Zollvereins. In der Folge schlossen sich die süddeutschen Staaten 1837 in München zum süddeutschen Münzverein zusammen und legten u. a. Aussehen und Gehalt der Münzen einheitlich fest. 1838 legte der Dresdener Münzvertrag eine feste Verbindung zwischen dem süddeutschen Gulden und dem preußischen Taler fest. Der Wiener Münzvertrag von 1857 bezog dann auch Österreich mit ein und schuf den Vereinstaler, eine in allen deutschen Staaten gültige Münze. Mit der Einführung der Mark im Deutschen Reich war dann im gesamten Deutschland eine einheitliche Münze geschaffen – eine Entwicklung, die damit aber noch lange nicht abgeschlossen war, sondern sich in ihrer Kontinuität letztlich bis heute, bis zur Einführung des Euro, nachvollziehen lässt.

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