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Windows Live® Suchergebnisse ProperzEnzyklopädieartikel
Properz, eigentlich Sextus Propertius, (um 50 bis ca. 16 v. Chr.), römischer Dichter. Er war der wichtigste Vertreter der lateinischen Elegiendichtung. Vor allem im Werk Ovids ist sein Einfluss spürbar. Properz wurde um 50 v. Chr als Spross einer wohlhabenden Adelsfamilie in Assium (heute Assisi) geboren. Nachdem er in Rom Rechtswissenschaft studiert hatte, wandte er sich der Dichtung zu und verfasste erste Liebeselegien. Dabei wurde er offenbar von seiner wankelmütigen Mätresse Hostia inspiriert, die er unter dem Pseudonym Cynthia besang. Cynthia, das erste Buch der Elegiarum Libri IV (Vier Bücher Elegien), das um 25 v. Chr. entstand und etwa im Jahr 28 v. Chr. veröffentlicht wurde, enthält 22 Gedichte, die zwischen enthusiastischen Liebesbeteuerungen und depressiver Resignation schwanken. Das Werk machte den jungen Dichter mit einem Schlag berühmt und brachte ihm die Freundschaft des Dichterkreises um den Mäzen Maecenas ein. (Dessen Wunsch, sich der Epik zuzuwenden, kam Properz jedoch nicht nach.) Vergil gehörte zu den von Properz am meisten bewunderten Dichtern der Gruppe. In seiner Elegiensammlung wird zudem der Einfluss des griechischen Dichters Kallimachos deutlich – er selbst nannte sich einen „römischen Kallimachos” –, vor allem, was den Hang zur mythologischen Anspielung und zur erotischen Thematik betrifft („Mit Freuden hab’ ich im Schoß des gelehrigen Mädchens gelesen, daß ihr reinliches Ohr meine Gedichte genoß”). Das zweite (rund 40 Gedichte) und dritte Buch (rund 28 Gedichte) des Elegiarum Libri IV enthält vor allem Liebes- und Preislyrik, insbesondere auf den römischen Kaiser Augustus („Des Kaisers Namen will ich besingen”). Im vierten Buch befasste sich Properz u. a. mit den römischen Gründungs- bzw. Ursprungssagen. In langen Anfangs- und Schlussgedichten seiner Elegiarum Libri IV versuchte Properz, die Elegiendichtung poetologisch auf eine Stufe mit der Tragödienkunst eines Aischylos, der Philosophie eines Sokrates und der Panegyrik eines Pindar zu stellen. Sein Ruhm hielt bis zum Ende der Antike an: Hiervon zeugen nicht zuletzt zahlreiche Wandkritzeleien in Pompeji, die Zeilen seiner Gedichte enthalten. Nachdem er im Mittelalter nahezu in Vergessenheit geraten war, gewann Properz seit dem 14. Jahrhundert in der Neuzeit neuerlich an Bedeutung. Seine Wirkung ist bei Goethe (Römische Elegien, 1788, Venezianische Epigramme, 1790) und noch in der Moderne bei Ezra Pound abzulesen (Homage to Sextus Propertius, 1917).
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