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Windows Live® Suchergebnisse Toxisches SchocksyndromEnzyklopädieartikel
Toxisches Schocksyndrom oder TSS, seltene Erkrankung, die durch bestimmte Stämme des Bakteriums Staphylococcus aureus ausgelöst wird. Diese Bakterienart besiedelt üblicherweise Haut, Mundhöhle und Vagina. Unter bestimmten Bedingungen bilden die Bakterien ein Toxin, das offenbar über die Blutbahn das Immunsystem angreift, wodurch wiederum die weitere Produktion dieses Toxins ermöglicht wird. Auch die Leberfunktion wird beeinträchtigt, was zu einer Schädigung von Leber und Nieren führt. Symptome des TSS sind Ausschlag, hohes Fieber, niedriger Blutdruck, Diarrhöe und Erbrechen. Große Aufmerksamkeit erregte die Krankheit Ende der siebziger Jahre in den USA, als nach einer Welle von TSS-Fällen eine Epidemie befürchtet wurde. Einige Tausend Menschen erkrankten an TSS, darunter etwa 80 Prozent Frauen: Fast alle dieser Patientinnen verwendeten besonders saugfähige Tampons. Diese sorgten offenbar für ein sauerstoffreicheres Milieu in der Scheide und boten damit günstige Bedingungen für die Bildung des Toxins. Als Frauen dazu übergingen, solche Tampons nur noch selten oder gar nicht mehr zu benutzen, ebbte die Krankheitswelle wieder ab. Nach einem 2001 in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienenen Artikel US-amerikanischer Mikrobiologen war Voraussetzung für das Entstehen des TSS, dass die verursachenden Staphylococcus aureus ihre Virulenz (Fähigkeit zur Infektion) steigerten, indem sie Gene durch Konjugation austauschten. TSS verläuft bei etwa 10 Prozent der bekannt gewordenen Fälle tödlich. Es wurde ein serologischer Test entwickelt, mit dem man feststellen kann, ob ein Patient durch diese Erkrankung gefährdet ist. Behandelt wird TSS mit Antibiotika.
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