Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Jean Paul Marat

Windows Live® Suchergebnisse

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Jean Paul Marat

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Jacques-Louis David: Der ermordete MaratJacques-Louis David: Der ermordete Marat

Jean Paul Marat (1743-1793), französischer Publizist und Revolutionär.

Marat wurde am 24. Mai 1743 in Boudry in der Nähe von Neuchâtel (Schweiz) geboren. Er studierte Medizin und verbrachte anschließend einige Jahre in England. Nach Frankreich zurückgekehrt, war er ab 1777 zeitweise Arzt beim Comte d’Artois, dem Bruder Ludwigs XVI. und späteren König Karl X., und er veröffentlichte Schriften zu so unterschiedlichen Bereichen wie Theorie der Politik, Recht, Physiologie und Physik. Die französische Akademie wies sein Werk jedoch zurück, was Marat als Verschwörung der Obrigkeit gegen seine Person interpretierte. In der Tat hatte sich Marat mit seiner überaus polemischen Art eine Unzahl von Feinden geschaffen, und er fühlte sich nahezu überall von persönlichen Gegnern umgeben. Nach einem Jahrzehnt publizistischer Arbeit war Marat enttäuscht und verarmt, und es schien, als habe er versagt.

Die Französische Revolution eröffnete Marat neue Möglichkeiten: Mit seinen heftigen, von maßlosem Hass geprägten Attacken auf das absolutistische System und auch das gemäßigte Bürgertum schwang er sich rasch zu einem der radikalsten Führer des Pariser Volkes auf. Ab September 1789 gab er eine Zeitung heraus, den Publiciste Parisien, den er wenig später in L’Ami du Peuple (Der Freund des Volkes) umbenannte. L’Ami du Peuple wurde bald Frankreichs einflussreichste und gefürchtetste radikale Zeitung. In scharfen Worten griff Marat darin alle Gemäßigten an, vor allem die Bourgeoisie in der Nationalversammlung: In ihr sah er eine Ansammlung von Verrätern und Volksfeinden, er veröffentlichte die Namen von so genannten Volksfeinden und deren „Vergehen” und lieferte sie damit der Rache des Volkes aus; den politischen Massenmord und die gewaltsame Revolution von unten propagierte er als legitime Mittel in der politischen Auseinandersetzung. Nach dem Sturz der Monarchie im August 1792 schloss er sich den radikalen Jakobinern um Georges Danton an. Wenig später setzte er seine Forderung nach politischem Massenmord in die Tat um: Die Septembermorde waren im Wesentlichen von ihm initiiert.

Als Mitglied des Nationalkonvents und Präsident des Jakobinerklubs drängte Marat zu diktatorischen Maßnahmen, um die Revolution zu verteidigen, und führte einen fanatischen Kampf gegen die gemäßigten Girondisten, der im Sturz der Girondisten im Mai/Juni 1793 gipfelte. Wenig später, am 13. Juli 1793, wurde Marat, der den Gemäßigten unterdessen als Symbol der Auswüchse und Schrecken der Revolution galt, von Charlotte Corday, einer Anhängerin der Girondisten, im Bad erdolcht.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft