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KatarEnzyklopädieartikel
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Das Bildungswesen in Katar ist kostenfrei; es besteht keine allgemeine Schulpflicht. Die einzige Hochschule des Landes ist die Universität Katar (1973). Durch Förderung der Erwachsenenbildung konnte der Alphabetisierungsgrad auf 83,5 Prozent erhöht werden (2005). Von den 5 in Katar erscheinenden Zeitungen (2004), u. a. al-Watan und al-Sharq, wird eine in englischer Sprache herausgegeben. Katar verfügt über ein Staatsfernsehen mit mehreren Programmen in arabischer Sprache und einem Programm in englischer Sprache sowie einem Staatsrundfunk in arabischer, englischer und französischer Sprache. Die Hauptstadt Doha ist der Sitz des 1996 gegründeten arabischsprachigen Fernsehsenders Al-Dschasira, dessen Programm über Satellit weltweit zu empfangen ist. Wegen seines hohen Maßes an Meinungsfreiheit wurde Al-Dschasira zu einem der bedeutendsten Nachrichtensender des Nahen Ostens.
Am 8. Juni 2005 trat eine neue Verfassung in Kraft, die im Auftrag des Emirs erarbeitet und 2003 in einer Volksabstimmung mit mehr als 96 Prozent der Stimmen angenommen worden war. Die neue Verfassung enthält gegenüber der alten von 1970 zwar einige demokratische Elemente, schreibt aber als Staatsform die absolute Monarchie fest. Staatsoberhaupt ist der Emir, der sowohl die oberste exekutive als auch die oberste legislative Gewalt innehat. Die Beratende Versammlung (Majlis al-Shura), deren 45 Mitglieder laut der neuen Verfassung nicht mehr ausschließlich vom Emir ernannt werden, sondern zu zwei Dritteln von der Bevölkerung gewählt werden, darf nun u. a. Gesetzentwürfe unterbreiten, über den Staatshaushalt abstimmen und die Regierung überwachen; verantwortlich ist die Regierung (die Minister und der Premierminister) jedoch ausschließlich dem Emir. Parteien und eine organisierte Arbeitnehmervertretung gibt es in Katar nicht. Das Strafrecht unterliegt weltlichen Gerichten; die religiösen Gerichte auf der Basis des islamischen Rechtes der Scharia haben nur einen eingeschränkten Zuständigkeitsbereich. Katar gliedert sich verwaltungsmäßig in zehn Stadtbezirke. Etwa 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfallen auf Verteidigungsausgaben. Der Wehrdienst erfolgt auf freiwilliger Basis.
Katar gehört nach Kriterien der Weltbank zu den zehn reichsten Ländern der Welt. Fast drei Viertel seiner gesamten Staatseinnahmen erwirtschaftet das Land aus dem Geschäft mit Erdöl und Erdgas (Förderung, Export, Weiterverarbeitung). Neben den großen staatlichen Unternehmen dieses Bereiches haben auch Firmengruppen alteingesessener Kaufmannsfamilien wirtschaftliche Bedeutung. Das Emirat bemüht sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts um eine Diversifizierung seiner Wirtschaft, um nicht nur vom Öl- und Gasgeschäft abhängig zu sein. So versucht das Land sich z. B. als Dienstleistungsstandort und Reiseziel zu etablieren. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 42 463 Millionen US-Dollar (2005).
Im Agrarsektor sind 3 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. Durch Bewässerungsprojekte wird die landwirtschaftlich nutzbare Fläche erweitert, um die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten zu verringern. In den Oasen werden Obst, Gemüse und Getreide angebaut; besonders ergiebig sind die Dattelpalmenhaine. Der Schwerpunkt der Landwirtschaft liegt aber auf der Geflügel- und Milchviehhaltung sowie der Rinderzucht. Die ehemals für Katar wichtige Perlenfischerei hat im Vergleich zur Öl- und Gasindustrie an Bedeutung verloren.
Die wichtigsten Bodenschätze des Emirats sind Erdöl und Erdgas. Erdöllagerstätten gibt es an der Westküste und in einem Offshore-Feld im Persischen Golf nahe der vorgelagerten Insel Halul. Die ersten Ölfunde erfolgten 1939, zehn Jahre später begann die kommerzielle Förderung. 1974 gründete Katar die Qatar General Petroleum Corporation. Sie übernahm die Kontrolle über die nationalen Erdölreserven, die bis dahin die westlichen Ölgesellschaften innehatten. Da die nachgewiesenen Erdölreserven des Landes vermutlich noch im 21. Jahrhundert erschöpft sein werden, treibt Katar die Exploration neuer Vorkommen (erfolgreich) voran und konzentriert sich zunehmend auch auf die Erdgasförderung. Katar verfügt über die drittgrößten Erdgasvorkommen der Erde; allein das unter dem Meeresgrund liegende Vorkommen des North-Dome-Field zählt zu den größten bekannten Erdgasfeldern der Welt (geschätztes Volumen: mehr als 14 Billionen Kubikmeter). Katar ist seit 1961 Mitglied der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC).
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