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    Alain-René Lesage (* 8. Mai 1668 in Sarzeau, Bretagne; † 17. November 1747 in Boulogne-sur-Mer) war ein französischer Schriftsteller. Er gilt als der erste Autor der ...

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    Lesage, Alain-René 1668-1747, französischer Schriftsteller. Er trat vor allem mit satirischen Dramen und Romanen sowie im Bereich der Burleske und...

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Alain-René Lesage

Enzyklopädieartikel

Alain-René Lesage (1668-1747), französischer Schriftsteller. Er trat vor allem mit satirischen Dramen und Romanen sowie im Bereich der Burleske und des Vaudeville hervor. Le diable boîteux (1707; Der hinkende Teufel) ist ein bedeutender Beitrag auch zur phantastischen Literatur.

Lesage wurde am 8. Mai 1668 in Sarzeau bei Vannes (Departement Morbihan) geboren und war zunächst in Paris als Rechtsanwalt tätig, schlug jedoch bald eine Laufbahn als Schriftsteller ein. Unter seinen ersten Veröffentlichungen ragen die Prosakomödie Crispin, rival de son maître (uraufgeführt 1707; Crispin als Nebenbuhler seines Herrn) sowie die Sittenkomödie Turcaret (1709) heraus, die in scharfer Weise das damalige französische Steuersystem attackiert. Danach verfasste Lesage u. a. rund 100 Komödien für das Théâtre de la Foire, die gesammelt zwischen 1721 und 1737 erschienen. Der überwiegende Teil seines vom Hang zur Detailschilderung geprägten Erzählwerks orientiert sich an konkreten Vorbildern aus der spanischen Literatur, so der 1707 veröffentlichte Roman Le diable boîteux (Der hinkende Teufel) nach El diablo cojuelo (1641) von Luis Vélez de Guevara y Dueñas und – ansatzweise – der Novelle Día y noche de Madrid (1688; Tag und Nacht in Madrid) von Francisco Santos. Das spanische Ambiente im Madrid des 17. Jahrhunderts dient hier jedoch lediglich als Folie für eine versteckte Kritik an französischen Zeitumständen. Der Teufel, der „in der Welt den Luxus, die Ausschweifung und das Glücksspiel erfunden hat”, tritt als Führer durch die Welt und gleichermaßen als ihr skeptisch-ironischer Kommentator auf: Von einem Studenten aus dem Gefängnis einer Phiole befreit, lädt er ihn zum Dank zu einem nächtlichen Flug über die Dächer der Stadt ein, die sein magischer Blick durchdringt. So entfaltet sich ein Panorama menschlicher Schwächen und Leidenschaften, das für den damaligen Leser unschwer mit aktuellen politischen und sozialen Verhältnissen in Beziehung zu setzen war.

Auch in Lesages Schelmenroman Histoire de Gil Blas de Santillane (1715-1735; Gil Blas von Santillana), dem Relaciones de la vida del Escudero Marcos de Obregón (1618; Leben und Begebenheiten des Escudero Marcos de Obregon) von Vicente Espinel als Vorbild diente, steht die kritische Sicht auf gesellschaftliche Zustände gleichberechtigt neben der abenteuerlich-lebendigen Handlung, wobei moralische Läuterung und Lesevergnügen in der Art des Diktums von Horaz zusammenspielen sollen: „Wer du auch seist, mein teurer Leser, … wenn du meine Abenteuer liest, ohne der moralischen Lehren zu achten, die sie enthalten, wirst du keinen Nutzen aus diesem Werk ziehen; wenn du sie aber aufmerksam liest, so wirst du in ihnen nach Horazens Vorschriften das Nützliche finden, gemischt mit dem Angenehmen.” Gil Blas war vor allem hinsichtlich seiner präzisen Milieuschilderungen einer der ersten bedeutenden realistischen Romane in der europäischen Literatur und wirkte seinerseits auf Spätformen des pikarischen Romans bei Tobias Smollets und Henry Fielding. 1736 veröffentlichte Lesage den ebenfalls satirisch akzentuierten Roman Le bachelier de Salamanque (Der Baccalaureus von Salamanca). Er starb am 17. November 1747 in Boulogne-sur-Mer.

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