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Newfoundland and LabradorEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Vermutlich war das Gebiet der Insel Neufundland und Labradors bei Ankunft der ersten europäischen Siedler bereits seit Tausenden von Jahren besiedelt. Skandinavische Seefahrer entdeckten das Gebiet bereits um das Jahr 1000 n. Chr. 1963 wurden in L’Anse aux Meadows Reste einer Siedlung aus dieser Zeit freigelegt. 1497 kamen der italienische Seefahrer Giovanni Caboto und 1500 der portugiesische Seefahrer Gaspar Corte-Real in das Gebiet. Der französische Entdecker Jacques Cartier erforschte die Insel Neufundland 1534.
Während des 16. Jahrhunderts zog der Fischreichtum der Gewässer um die Insel Neufundland immer mehr französische, englische und spanische Fischer an. 1583 nahm Sir Humphrey Gilbert Neufundland formal für England in Besitz. Auf der Avalon-Halbinsel wurde 1610 eine Kolonie gegründet, aus der sich die spätere Stadt Saint John’s entwickelte. Während des 17. Jahrhunderts hatten sich auch die Franzosen auf Neufundland niedergelassen. 1713 erkannten die Franzosen die britische Herrschaft über Neufundland formal an. Die Franzosen behielten lediglich die der Südküste vorgelagerten Inseln Saint Pierre und Miquelon. 1763 wurde Labrador im Rahmen des Friedens von Paris britisch. Es wurde aber 1774 an Quebec zurückgegeben.
Die Bevölkerung von Neufundland wuchs im 19. Jahrhundert beträchtlich an, da die Fischereiindustrie einen großen Arbeitskräftebedarf hatte. 1855 gewährte Großbritannien Neufundland das Recht auf völlige Selbstverwaltung. Die verheerenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre führten fast zum Staatsbankrott. 1934 hob das britische Parlament die Selbstverwaltung auf. Eine Kommission erarbeitete ein Programm zur Entwicklung der Landwirtschaft, zur Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten sowie für das Bildungs- und Sozialwesen. Daraufhin verbesserte sich die Situation spürbar. Während des 2. Weltkrieges wurde den USA ein Luftwaffenstützpunkt überlassen. Die Anwesenheit der Amerikaner sowie der Bau weiterer amerikanischer Stützpunkte trugen zur Gesundung der Wirtschaft Neufundlands bei.
Am 31. März 1949 wurde Newfoundland and Labrador die zehnte kanadische Provinz. Trotz eines dann einsetzenden Wirtschaftswachstums blieb Newfoundland and Labrador weiterhin stark von den Subventionen der Zentralregierung in Ottawa abhängig. In den siebziger und achtziger Jahren waren viele Bewohner von Newfoundland and Labrador gezwungen, in andere Teile Kanadas abzuwandern.
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