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Vittorio de Sica

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Vittorio De Sica: Fahrraddiebe (1948)Vittorio De Sica: Fahrraddiebe (1948)

Vittorio de Sica (1902-1974), italienischer Schauspieler, Regisseur und Filmproduzent, einer der Hauptvertreter des Neorealismus.

De Sica wurde am 7. Juli 1902 in Sora (Provinz Frosinone) geboren und wuchs in Neapel auf. Nachdem er zunächst einen bürgerlichen Beruf erlernt hatte, begann er seine Karriere beim Film als Darsteller zu Beginn der zwanziger Jahre, konnte sich jedoch erst Anfang der dreißiger Jahre etablieren. Von 1932 bis 1940 agierte er in einer ganzen Reihe populärer Komödien. 1939 wechselte De Sica ins Regiefach; seine erste Arbeit war Rose scarlatte (1939; Scharlachrote Rosen). Die Reihe seiner sozialkritischen, realistischen Werke wurde durch seinen fünften Film I bambini ci guardano (1942; Kinder sehen uns an) eingeleitet. Zusammen mit dem Drehbuchautor Cesare Zavattini produzierte er Filme, die sich mit sozialen Themen im Italien der Nachkriegszeit auseinandersetzten, und avancierte damit zu einem der führenden Protagonisten des italienischen Neorealismus. In Sciuscià (1946; Schuhputzer) ließ er z. B. Amateurschauspieler das harte Leben von Waisenkindern im Umkreis des römischen Schwarzmarktes darstellen. Mit Ladri di biciclette (1948; Fahrraddiebe) gewann er bei der Oscar-Verleihung einen Sonderpreis für den besten ausländischen Film, noch bevor diese Kategorie offiziell eingeführt wurde. Das einflussreiche Werk, ein Klassiker des Neorealismus, entstand in den Armenvierteln Roms und erzählt in authentischen, kargen Bildern die anrührende Geschichte eines Plakatklebers, dessen Fahrrad gestohlen wird und der daraufhin selbst zum Fahrraddieb wird. Mit ähnlicher Thematik, stilistisch jedoch um einige Elemente erweitert, folgten Miracolo a Milano (1950; Das Wunder von Mailand) und Umberto D. (1951), die De Sicas fruchtbarste Schaffensphase abschlossen.

In den fünfziger Jahren versuchte De Sica, publikumswirksamere Filme wie Stazione Termini (1953; Rom, Station Termini) oder L’oro di Napoli (1954; Das Gold von Neapel), zu drehen, die teilweise auch mit Geldern aus Hollywood finanziert wurden, kehrte sich jedoch auch wieder zur neorealistischen Ästhetik wie in Il tetto (1956; Das Dach) zu. In den sechziger Jahren wandte sich De Sica leichteren Themen zu, die er in einem glatteren Stil oft mit einem satirischen Unterton umsetzte, so z. B. im Film Ieri, oggi, domani (1963; Gestern, heute und morgen), der ihm im Jahr darauf einen Oscar einbrachte, oder in der konventionellen Liebeskomödie Matrimonio all’italiana (1964; Hochzeit auf italienisch), in der Sophia Loren und Marcello Mastroianni in typischen Rollen agierten. Es folgten Melodramen, die den Publikumsgeschmack trafen. Später kehrte De Sica jedoch mit Filmen wie Il giardino dei Finzi-Contini (1971; Der Garten der Finzi Contini), der die Geschichte jüdischer Familien zur Zeit des Mussolini-Faschismus schildert und mit dem er 1972 seinen vierten Oscar gewann, und Una breve vacanza (1973; Ein kurzer Urlaub) wieder zu ernsteren Themen zurück. Er drehte insgesamt mehr als 20 Spielfilme und wirkte in mehr als 150 Filmen als Darsteller mit. Vittorio De Sica starb am 13. November 1974 in Paris.

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