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Windows Live® Suchergebnisse PlattenspielerEnzyklopädieartikel
Plattenspieler, früher Grammophon, elektromechanisches Gerät zur Schallwiedergabe von einer Schallplatte. Bei einer Schallplatte handelt es sich im Prinzip um eine Vinylscheibe, auf deren Oberfläche eine spiralförmige Rille eingeritzt ist. Die Rille weist unterschiedliche Höhen und Tiefen auf: Dadurch lässt sich Musik oder eine andere Schallaufzeichnung codieren (siehe unten). Ein Plattenspieler besteht im Wesentlichen aus Laufwerk (von einem kleinen Elektromotor angetrieben), Plattenteller, Tonarm, Nadel und Verstärker. Der Plattenteller ist im Prinzip eine flache, runde Scheibe, auf welche die Schallplatte gelegt wird. Der Elektromotor treibt den Teller mit einer konstanten Geschwindigkeit an – meist 33, 45 oder 78 Umdrehungen pro Minute. Als Tonarm dient eine Stange mit einer edelsteinbesetzten Nadel an ihrem freien Ende. Zum Abspielen der Platte setzt man die Nadel auf die Rille. Die Nadel wird durch die unterschiedlichen Höhen und Tiefen der Rille in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen lassen sich mit Hilfe eines elektromechanischen Wandlers im Tonarm in elektrische Impulse umwandeln. Anschließend gelangen die Impulse über einen elektronischen Verstärker weiter an das Lautsprechersystem. Der erste brauchbare Phonograph wurde 1877 von dem amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison gebaut. Edison zeichnete Schall mit Hilfe eines Zylinders auf, der mit Stanniolpapier ummantelt war und unter einer Nadel gedreht wurde. Die Nadel bewegte sich in den Rillen des Zylinders auf und ab, wobei sie Schwingungen erzeugte, die durch einen Schalltrichter verstärkt wurden. Edison hatte den Phonographen in erster Line als Diktiergerät für Büros geplant. Mit der Erfindung des Plattenphonographen bzw. Grammophons durch den in Deutschland geborenen Erfinder Emile Berliner 1887 begann sich das Gerät jedoch zu einem künstlerisch genutzten Medium zu entwickeln, mit dem man bedeutende gesangliche und musikalische Leistungen jener Zeit aufzeichnete. Das Grammophon spielte Schallplatten mit 78 Umdrehungen pro Minute, die Nadel bewegte sich seitlich in einer Rille mit gleich bleibender Tiefe. Wie die Zylindergrammophone gab es den Schall mit einer Nadel wieder, deren mechanische Schwingungen durch einen Schalltrichter verstärkt wurden. Die meisten dieser Grammophone wurden mit Federmotoren angetrieben und mussten aufgezogen werden. Die Schallplatten bestanden aus Schellack und waren sehr zerbrechlich. Trotz dieser Mängel erfreute sich das Grammophon zunehmender Beliebtheit: Europäische und amerikanische Plattenfirmen produzierten eine Vielzahl von Schallplatten mit Musikstücken. Diese Firmen engagierten die größten Sänger Europas und der Vereinigten Staaten, wie den italienischen Operntenor Enrico Caruso. Auch in Europa wurde ein breite Vielfalt an Grammophonen hergestellt. In Frankreich entwickelte man ein Grammophon, dessen Nadel sich vom Mittelpunkt der Schallplatte zum Rand bewegte – also umgekehrt wie üblich. Die Geschwindigkeit der Schallplatte betrug 90 Umdrehungen pro Minute, und das Gerät erzielte eine für diese Zeit ungewöhnlich hohe Klangqualität. Schweizer Hersteller von Musikboxen spezialisierten sich auf die Herstellung kleiner tragbarer Grammophone. Der große Erfolg des Grammophons schuf die Nachfrage nach höherer Tonqualität. Ab etwa 1920 wurde das alte mechanische Verfahren durch die elektrische Aufzeichnung und Wiedergabe ersetzt, wobei Schwingungen der Nadel durch eine elektromagnetische Vorrichtung und nicht durch ein Horn verstärkt wurden. Die mit 78 Umdrehungen pro Minute laufenden Schallplatten waren jedoch noch in Gebrauch, bis 1948 die erste Langspielplatte erfunden wurde. In den Nachkriegsjahren brachte die Weiterentwicklung des High-Fidelity-Plattenspielers und des Stereotones die Tonaufnahme und -wiedergabe schnell voran.
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