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RenaissancekunstEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Malerei in Deutschland konnte dank mehrerer Werkstätten von Rang in der Renaissance auf eine ruhmreiche Tradition zurückgreifen. Die deutsche Kunst orientierte sich noch lange an den Traditionen der Gotik (siehe gotische Kunst). Der Maler Konrad Witz schuf mit seinem Bild Petri Fischzug (1444, Musée d’Art et d’Histoire, Genf) das erste europäische Landschaftsbild (siehe Landschaftsmalerei), das deutlich den Einfluss der zeitgenössischen flämischen Malerei zeigt. Die künstlerischen Neuerungen aus Italien wurden jedoch nur zögernd übernommen. Eine führende Rolle spielten deutsche Künstler auf dem Gebiet des Kupferstiches, der in dieser Zeit eine Blüte erlebte. Mit dem Maler, Zeichner und Kupferstecher Albrecht Dürer, der seinen Einfluss besonders im Bereich der Graphik (Holzschnitt und Kupferstich) entfaltete, erreichte die deutsche Renaissancekunst den Anschluss an das italienische Vorbild. Seine Holzschnittzyklen, drei Fassungen der Großen Passion und das Marienleben, fanden Verbreitung in ganz Europa. Dürer unternahm ausgedehnte Reisen nach Italien (1494 und 1505-1507) sowie nach Flandern und in die Niederlande (1520 und 1521). Wie viele seiner italienischen Zeitgenossen war er auch wissenschaftlich interessiert und als Kunsttheoretiker tätig. So verfasste er u. a. das Werk Vier Bücher von menschlicher Proportion (nach seinem Tod veröffentlicht 1528). Berühmtheit über die Grenzen Deutschlands hinaus erlangte er durch seine Kupferstiche wie Ritter, Tod und Teufel (1513) und Melancolia I (1514), mehrere Selbstbildnisse und seine Altäre. Besonders sein Spätwerk Vier Apostel (um 1526, Alte Pinakothek, München), gemalt auf Doppeltafeln, zeichnet sich aus durch die Verbindung von italienischer Eleganz und intensiver Ausdruckskraft. Während Dürer ganz den neuen Formen und Ideen Italiens zugewandt war, orientierte sich sein Zeitgenosse Matthias Grünewald an den künstlerischen Traditionen des Mittelalters. Mit seinem Isenheimer Altar (um 1512-1515, Musée d’Unterlinden, Colmar, Frankreich), einem gewaltigen Polyptychon mit bemalten Flügeln und einem geschnitzten Mittelteil, schuf er eines der bedeutendsten Werke seiner Zeit.
In Spanien erreichten die Maler der Renaissance eigentlich nie Anschluss an die Renaissanceströmungen in Italien und Mitteleuropa, obwohl sie in ihrer Kunst sehr stark von diesen abhängig waren. Spanische Herrscher vertrauten bedeutende Auftragswerke häufig ausländischen Künstlern an. Im 16. Jahrhundert war Tizian der führende Maler am spanischen Hof, obwohl er dort niemals persönlich anwesend war. Alonso Berruguete, der bedeutendste spanische Bildhauer und Maler des 16. Jahrhunderts, arbeitete hauptsächlich in Valladolid. Der bedeutendste Vertreter des Spätmanierismus in Spanien war El Greco, ein Schüler Tintorettos. Erst 1563 entstand mit dem Palast El Escorial in der Nähe von Madrid die erste bedeutende spanische Renaissanceanlage.
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