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  • Fernand Léger

    Beeinflusst von dem analytischen Kubismus, entwickelte er einen von Maschinenformen ausgehenden grossflächigen Stil mit breiter Konturierung und leuchtendem Kolorit.

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Fernand Léger

Enzyklopädieartikel

Fernand Léger (1881-1955), französischer Maler und Graphiker, einer der Vertreter des Kubismus.

Geboren in Argentan (Normandie), arbeitete Léger zunächst zwei Jahre in einem Architekturbüro in Caen, bevor er 1900 im Stil Paul Cézannes impressionistisch zu malen begann und nach 1903 an der École des Arts Décoratifs in Paris studierte. Um 1910 experimentierte Léger mit Geometrisierung und abstrahierte seine Motive hin zu kubischen Formen, denen er eine gewisse Dynamik zu verleihen suchte. Während dieser Zeit wurde er mit Robert Delaunay, Henri Matisse, Henri Rousseau und Guillaume Apollinaire bekannt. Es entstand Nus dans la forêt (1909-1910, Akt im Wald, Rijksmuseum Kröller-Möller, Otterlo). Zusammen mit Georges Braque und Pablo Picasso spielte Léger eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Verbreitung des Kubismus.

Anfang der zwanziger Jahre war Léger kurzzeitig Mitarbeiter Le Corbusiers. Unter Bezugnahme auf Industrialisierungstendenzen der Großstadtwelt kreierte er einen mechanisierten Klassizismus, der großflächig Symbole der Maschine (Schrauben, Zahnräder, Greifarme etc.) mit einbezog. Die von der Technik in Rollen gezwungenen Menschen (Radfahrer, Taucher, Akrobaten etc.) bekamen so ein roboterhaftes, anonymes Antlitz. La ville (1919, Die Stadt; Philadelphia Museum of Art) ist eines der prägnantesten Gemälde dieser Phase. In den darauf folgenden Jahrzehnten wandte sich Léger dann dem Surrealismus nahe stehenden Themenkomplexen zu.

In seinen späten Bildern setzte Léger die Farbe von seinen (zumeist der Arbeitswelt entnommenen) Figurengruppen ab und ließ diese in graphisch gesetzten schwarzen Umrisslinien erscheinen. Die in breiten Strichen oder Kreisen auf die Leinwand aufgetragene Farbe erlangt eine gewisse Autonomie und verbindet dennoch die Bildkomposition zu einem Ganzen. Eines der letzten Bilder von Léger, La grande parade (1954, Die große Parade, Sammlung R. Guggenheim, New York), ist ein monumentales Beispiel für dieses Verfahren.

Neben seiner Tätigkeit als Maler tat sich Léger außerdem als Bildhauer und Keramiker hervor. Außerdem schuf er Tapetenmuster, Mosaiken und Glasmalerei. Als Filmemacher drehte Léger 1924 Ballet mécanique und konzipierte 1948 gemeinsam mit Hans Richter, Alexander Calder, Man Ray, Max Ernst und Marcel Duchamp den Film Dreams That Money Can Buy. Léger starb am 17. August 1955 in Gif-sur-Yvette bei Paris.

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