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Windows Live® Suchergebnisse Pius XI.Enzyklopädieartikel
Pius XI. (1857-1939), Papst (1922-1939). In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg führte er die Kirche durch bewegte Zeiten. Pius XI. wurde als Ambrogio Damiano Achille Ratti am 31. Mai 1857 in Desio (Italien) geboren. Er besuchte das Lombard-Kollegium und die Gregoriana, die päpstliche Universität in Rom. Zwischen 1882 und 1888 war er Professor für theologische Dogmatik am Seminar von Mailand sowie Vorstandsmitglied und schließlich Präfekt der Ambrosiana in Mailand (1888-1910) und Subpräfekt sowie später Präfekt der Vatikanischen Bibliothek in Rom (1911-1918). Im darauf folgenden Jahr wurde er zum päpstlichen Nuntius in Polen und 1921 zum Kardinal und Erzbischof von Mailand ernannt. 1922 trat er als Papst die Nachfolge von Benedikt XV. an. Während seines Pontifikats erließ Pius XI. einige Sozialenzykliken, darunter Casti Connubii vom 30. Dezember 1930, worin er das Problem der Ehe und der Familie behandelt, die bemerkenswerte Quadragesimo Anno vom 15. Mai 1931, in der er seine Anschauung von der Notwendigkeit einer Wiederherstellung der Sozialordnung zum Ausdruck bringt, sowie Nova Impendet vom 2. Oktober 1931, in welcher er die Weltwirtschaftskrise der zwanziger und frühen dreißiger Jahre untersucht. Bedeutung erlangte Pius’ Pontifikat auch wegen der Unterzeichnung der Lateranverträge mit Benito Mussolini. Diese Verträge setzten den Papst als zeitlich begrenztes Staatsoberhaupt über den souveränen Staat Vatikanstadt in Rom ein. Obwohl Pius 1929 mit der mexikanischen Regierung ein Abkommen aushandelte, das den römisch-katholischen Kirchen des Staates das Recht einräumte, ihre Dienste wiederaufzunehmen, kam es später erneut zu einer Beeinträchtigung der Beziehungen zwischen Kirche und Staat. 1933 unterzeichnete Pius das Reichskonkordat mit Deutschland, das die Rechte der Kirche im Dritten Reich schützen sollte, was zur Folge hatte, dass bestimmte Oppositionsbewegungen gegen Adolf Hitler sowohl innerhalb wie auch außerhalb Deutschlands lahm gelegt wurden. Danach allerdings bezog Pius wiederholte Male gegen die Angriffe des Nationalsozialismus auf Recht und Kirche in Deutschland Stellung. Mit der Veröffentlichung der in deutscher Sprache verfassten Enzyklika Mit brennender Sorge (1937) protestierte er gegen die Nichteinhaltung des Reichskonkordats durch die Nationalsozialisten, und er verurteilte u. a. den Nationalismus und die Rassenpolitik des NS-Regimes. Als ausgesprochener Gegner des Kommunismus unterstützte Pius das Regime des Diktators Francisco Franco während des Spanischen Bürgerkrieges. Bis 1938 unterhielt der Papst freundschaftliche Beziehungen zur Regierung Mussolinis, wendete sich danach aber gegen die Regierung Italiens und Deutschlands und veröffentlichte Anklageschriften gegen Antisemitismus und Krieg. Pius XI. starb am 10. Februar 1939 in Rom.
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