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Windows Live® Suchergebnisse DiktatorEnzyklopädieartikel
Diktator, lateinisch dictator (von lateinisch dictare: befehlen), in der römischen Antike Titel eines auf Zeit mit außerordentlichen Vollmachten ausgestatteten Beamten; in der Neuzeit der Inhaber uneingeschränkter Macht in einem Staat. In der Römischen Republik wurde der dictator in Zeiten außerordentlicher Gefahr – Krieg oder innere Unruhen – auf Vorschlag des Senats von den Konsuln für eine Amtszeit von höchstens sechs Monaten ernannt. Der dictator war ein außerordentlicher und zugleich der oberste Magistratsbeamte, verfügte ursprünglich über unumschränkte Gewalt (imperium) – seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurden seine Befugnisse eingeschränkt – und konnte nach Ablauf seiner Amtszeit für seine Tätigkeit als dictator nicht zur Verantwortung gezogen werden. In dieser außerordentlich großen Machtfülle liegt im Wesentlichen auch die Beschränkung der Amtszeit auf sechs Monate begründet. Die römischen Geschichtsschreiber erwähnen erstmals für 501 v. Chr. die Ernennung eines dictators; in der ursprünglichen Form ist das Amt zuletzt während des 2. Punischen Krieges bezeugt, nach 202 v. Chr. taucht es nicht mehr auf. Erst in den letzten Jahrzehnten der Republik griffen römische Staatsmänner auf das Amt in zumindest zeitlich erweiterter Form und zu anderen als den ursprünglichen Zwecken zurück: Lucius Cornelius Sulla übernahm das Amt von 82 bis 79 v. Chr., um damit über ein verfassungsmäßiges Machtmittel zur Neuordnung des Staates zu verfügen; Gaius Julius Caesar, 46 v. Chr. zum dictator für zehn Jahre ernannt und 45 v. Chr. zum dictator auf Lebenszeit (dictator perpetuus), nutzte das Amt zur Festigung seiner Alleinherrschaft. In der Neuzeit werden die Inhaber der unumschränkten Macht in einer Diktatur als Diktatoren bezeichnet, wie etwa Miguel Primo de Rivera und Francisco Franco in Spanien, Józef Piłsudski in Polen, António de Oliveira Salazar in Portugal, Benito Mussolini in Italien, Adolf Hitler in Deutschland und Jossif Stalin in der Sowjetunion. Auch in Südamerika gab es eine ganze Reihe von Diktatoren, unter ihnen Juan Perón in Argentinien, Fulgencio Batista in Kuba, Rafael Trujillo in der Dominikanischen Republik, Porfirio Díaz in Mexiko und Manuel Antonio Noriega in Panamá. Im Nahen und Mittleren Osten waren etwa Saddam Hussein im Irak und Hafez al-Assad in Syrien zu den Diktatoren zu zählen und in Afrika u. a. Jean-Bedel Bokassa in der Zentralafrikanischen Republik, Mobutu Sese-Seko in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) sowie Idi Amin in Uganda.
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