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Windows Live® Suchergebnisse EulenvögelEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Gesichtssinn und Gehör; Verbreitung und Lebensweise; Eulenarten; Systematische Einordnung
Eulenvögel, Ordnung vorwiegend nachtaktiver Vögel von greifvogelähnlichem Aussehen. Es gibt zwei Familien: Eulen mit etwa 167 Arten und Schleiereulen mit etwa 14 Arten.
Die großen Augen der Eulen (bei Schleiereulen sind sie kleiner) sind nach vorn gerichtet und in eine Knochenkapsel eingeschlossen. Diese verleiht dem Auge nur eine geringe Beweglichkeit. Um zur Seite zu schauen, müssen Eulen ihren Kopf drehen, wobei der sehr bewegliche Hals eine Drehung bis 270 Grad erlaubt. Bei den meisten Eulen sind die Augen von einem scheibenförmigen Kranz steifer Federn umgeben. Da nur wenige Eulen ihre Beute bei vollem Tageslicht jagen, ist das Gehör für sie besonders wichtig. Ihre Ohröffnungen sind asymmetrisch angeordnet, d. h., sie sitzen auf unterschiedlicher Höhe. Diese Asymmetrie unterstützt das Richtungshören, so dass eine Eule die Geräusche eines Beutetieres genau lokalisieren kann.
Eulen sind auf dem gesamten Globus, außer in der Antarktis, verbreitet. Unsere Schleiereule hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller heute lebenden Vögel: Sie kommt in der gesamten Holarktis vor (siehe Faunenreich). Das Brutverhalten der Eulen ist sehr unterschiedlich. Einige brüten in Baumlöchern oder zwischen Felsen, andere in großen Baumnestern und die amerikanische Kanincheneule in Erdlöchern am Boden. Alle Arten legen reinweiße Eier. Eulen ernähren sich ausschließlich von lebenden Tieren, wobei die Beutegröße von der Größe der Eule abhängt: Sie reicht von Insekten bis zu hasengroßen Säugetieren; einige wenige Arten ernähren sich vorwiegend von Fischen. Kanincheneulen optimieren das ihnen verfügbare Nahrungsangebot, indem sie Säugetierkot sammeln und um ihre Bauöffnungen deponieren: Die dadurch angelockten Mistkäfer werden von den Eulen erbeutet (Nature, 2004). Unverdauliche Bestandteile der Nahrung, wie Knochen, Haare und Federn, werden im Magen zusammengepresst und als zusammenhängendes Gewölle hervorgewürgt. Anhand der Zusammensetzung der Gewölle kann man die Arten der Beutetiere bestimmen.
Einige Eulengattungen sind recht artenreich, die größte Gattung (Otus) umfasst mehr als 50 Arten. Einige dieser Arten sind gut untersucht, wie die Schreieule aus dem Osten Nordamerikas und die Eurasische Zwergohreule, eine weit ziehende Art, die in Südeuropa und nach Osten bis an den Baikalsee brütet. Viele tropische Arten sind jedoch nur von wenigen Museumsexemplaren her bekannt, und ihr Verhalten wurde noch nicht erforscht. Alle Otus-Arten sehen sich sehr ähnlich und lassen sich vorwiegend durch ihre Stimmen unterscheiden. Eine bei uns regelmäßig anzutreffende Eulenart ist der knapp 40 Zentimeter große Waldkauz, der entweder grau oder rotbraun gefärbt ist. Er besitzt einen großen runden Kopf ohne Federohren und schwarze Augen. Der Waldkauz besiedelt Wälder, Dörfer und Städte, er ist Höhlenbrüter. Waldkäuze ernähren sich von Nagetieren, Vögeln und Amphibien. Man entdeckt sie tagsüber am ehesten, wenn Singvögel lautstark auf sie „hassen”. Der mit gut 20 Zentimetern Körperlänge relativ kleine Steinkauz besiedelt bei uns offenes Gelände wie Weideland und brütet gern in Kopfbäumen. Er ernährt sich von Nagetieren, kleinen Vögeln, Amphibien und Insekten. Zu den größten Eulenarten gehören die Uhus. Sie haben Federbüschel an ihrem Kopf, die als „Ohren” bezeichnet werden, mit echten Ohren aber nichts gemein haben. Auf dem amerikanischen Kontinent kommt nur der Amerikanische Uhu vor. Weitere 17 Arten leben in Europa, Afrika und Asien. Das größte Verbreitungsgebiet hat der bei uns heimische Uhu, der von Skandinavien und Spanien bis nach Japan vorkommt; er ist circa 70 Zentimeter groß. Ebenfalls Federohren trägt die Waldohreule, die zu den häufigeren einheimischen Arten zählt. Die im Norden Eurasiens lebende Schnee-Eule fällt durch ihr tagaktives Jagdverhalten auf; sie frisst vorwiegend Lemminge. Das Weibchen ist weiß gefärbt mit einigen schwarzen Flecken auf dem Rücken. Auch die skandinavische Sperbereule ist ein tagaktiver Jäger. Sie lebt in offenen Wäldern und brütet in Baumhöhlen, gelegentlich auch in verlassenen Krähennestern. Ihre Nahrung sind vor allem Wühlmäuse und Lemminge. Die kleinsten Arten der Familie sind das Elfenkäuzchen der südwestlichen USA und Mexikos – es ist nur 13 Zentimeter lang und brütet in Spechtlöchern großer Kakteen – sowie der eurasische Sperlingskauz, der maximal 18 Zentimeter groß wird. Der Sperlingskauz ist bei uns in Bergwäldern verbreitet. Er ist tagsüber und in der Dämmerung aktiv und erbeutet Kleinsäuger sowie Kleinvögel. Auch in jüngster Zeit wurden Eulenarten neu entdeckt bzw. wieder entdeckt: 1997 fanden Vogelkundler im indischen Dschungel die Kleine Forsteule, die seit 1884 als ausgestorben galt. Und 1999 wurde im südamerikanischen Regenwald die Nebelwald-Zwergeule als neue Art beschrieben; sie lebt auf der pazifischen Seite der Anden bis in 2 000 Meter Höhe.
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