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Dharma

Enzyklopädieartikel

Dharma (Sanskrit: Wesen, universelle Ordnung, Weg, richtige Lebensweise, Gesetz; dhar: tragen, halten; Pali Dhamma), grundlegender Begriff des Hinduismus mit mehreren Bedeutungen, die im Kontext westlichen Denkens schwierig zu umschreiben sind. Dharma bezeichnet die ewige und letztlich unerklärbare Weltordnung, die gesellschaftliche Ordnung, das Gesetz des Kosmos sowie die Heilsordnung.

Als eines der „vier Ziele der Menschen” (neben Sinnengenuss, Gewinn weltlicher Güter und Erreichung der Erlösung) steht der Dharma für den Glauben, dass die Art und Weise, wie die Dinge sind (deskriptives Gesetz, z. B. dass die Sonne im Osten aufgeht) nicht von der Art und Weise zu trennen ist, wie die Dinge sein sollen (ethisches Gesetz, z. B. dass Brahmanen kein Rindfleisch essen sollen). Die Sanskrit-Lehrbücher vom Dharma (Dharmasutras und Dharmasastras) versuchen mit ihren argumentativen Kommentaren den besonderen, relativistischen Dharma der Kaste (svadharma, das, was jede Person ist und was sie deshalb tun sollte) mit dem allgemeinen, absoluten Dharma einer universalen Ethik in Einklang zu bringen (sanatana Dharma, ewiger Dharma, das, was alle tun sollten: die Wahrheit sagen, nicht töten, tugendhaft sein usw.).

Im Buddhismus ist Dharma oder Dhamma die ewige Wahrheit, die schon vor Buddha existierte und die dieser wiederentdeckte, in sich manifestierte und verkündete. Der Dharma bildet zusammen mit Buddha selbst und dem Sangha (Gemeinschaft der Mönche) das Triratna (Drei Juwelen), die Grundlage des Buddhismus. Der buddhistische Dharma, insbesondere die vier edlen Wahrheiten, dienen zur Überwindung der Unwissenheit, welche die Lebewesen im Kreislauf der Existenzen gefangen hält, und damit als ein Heilmittel gegen das menschliche Leiden (dukkha). Im Plural (Dharmas) bezeichnet der Begriff auch die verschiedenen Elemente, aus denen sich die Existenz zusammensetzt.

Dem indischen Dharma entspricht im Chinesischen der sehr ähnliche Begriff des Tao (Dao).

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