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Plesiosaurier

Enzyklopädieartikel

Plesiosaurier, Unterordnung großer, überwiegend im Meer lebender Reptilien des Mesozoikums.

Plesiosaurier stammten von landbewohnenden Reptilien ab, die sich im Lauf ihrer Evolution an das Leben im Wasser angepasst hatten. Die vier paddelartigen Gliedmaßen der Plesiosaurier ähnelten den Flossen von Meeresschildkröten, Pinguinen und Robben (ein Beispiel für Konvergenz) und dienten gleichfalls als Antriebsorgane. Der Rumpf war länglich gestreckt bis tonnenförmig, der Schwanz war im Gegensatz zu dem der Ichthyosaurier kurz. Im Schulter- und Beckengürtel der Plesiosaurier befanden sich große Knochenplatten, an denen kräftige Muskeln für die Bewegung der Gliedmaßen ansetzten. In der Bauchwand lag zur Stabilisierung des Rumpfes eine Reihe so genannter Bauchrippen (Gastralia).

Man unterscheidet innerhalb der Plesiosaurier Formen wie die Elasmosaurier, die sich durch einen sehr langen Hals (bei manchen Gattungen mit mehr als 60 Halswirbeln) und einen relativ kleinen Kopf auszeichneten, sowie Formen wie die Pliosaurier, die einen kurzen Hals und einen großen Kopf hatten und an Krokodile mit Flossen erinnerten. Der Schädel von Pliosauriern machte ein Fünftel bis ein Siebtel der Körperlänge aus; unvollständige Funde mit einer errechneten Schädellänge von fast drei Metern deuten auf Tiere hin, die Längen von etwa 20 Metern und ein Gewicht von mehr als 20 Tonnen erreicht haben könnten. Die meisten Plesiosaurier waren jedoch lediglich zwei bis sechs Meter lang und wogen schätzungsweise ein bis zwei Tonnen. Viele Plesiosaurier hatten dolchartig verlängerte oder scharfe, gezackte Zähne.

Plesiosaurier waren wenig wählerische Fleischfresser; im Magenbereich versteinerter Exemplare fanden sich Reste fast aller Gruppen von Meerestieren des Mesozoikums – auch von anderen Plesiosauriern. Neue Funde deuten darauf hin, dass Plesiosaurier nicht nur im offenen Meer auf Beutejagd gingen, sondern auch bodenlebende Tiere wie Muscheln, Schnecken und Seelilien fraßen. Im Magenbereich vieler Plesiosaurier fand man Steine (Gastrolithen), wie sie auch bei Vögeln und Krokodilen vorkommen. Welche Funktion diese teilweise sehr großen Steine bei den Plesiosauriern hatten, wird bis heute diskutiert: Nach Ansicht einiger Experten dienten sie vor allem zum Zerkleinern hartschaliger Tiere, könnten den wasserbewohnenden Tieren aber auch der Kontrolle des Auftriebs gedient haben. Man vermutet, dass manche Plesiosaurier sich zeitweilig an Land aufhielten (möglicherweise zur Eiablage); einige Arten lebten im Süßwasser oder im Brackwasser von Lagunen.

Plesiosaurier existierten von der späten Trias bis zum Ende der Kreidezeit, weltweite Verbreitung erreichten sie im Jura. Fossilien wurden auf allen Kontinenten der Welt entdeckt; besonders viele Funde gelangen in England, etliche davon vor der Entdeckung der meisten Dinosaurier. Plesiosaurier sind nicht besonders eng mit den Dinosauriern verwandt, sondern bilden eine eigene Verwandtschaftsgruppe innerhalb der Unterklasse der diapsiden Reptilien (Reptilien mit zwei Schläfenfenstern im Schädel; dazu gehören auch alle heutigen Reptilien). Der Name Plesiosaurier bedeutet so viel wie „den Echsen nahe stehend” (griechisch plesios: nahe bei, benachbart) und sollte darauf hinweisen, dass diese wasserlebenden Tiere keine Fische, sondern Reptilien waren.

Systematische Einordnung: Plesiosaurier bilden die Unterordnung Plesiosauria der Ordnung Sauropterygia.

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