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Windows Live® Suchergebnisse FurnierEnzyklopädieartikel
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Furnier, dünne Blätter oder Stückchen ausgesuchter naturfarbener oder gefärbter Hölzer, die zur Oberflächengestaltung auf Holz- oder Sperrholzplatten mit Hilfe einer Presse aufgeleimt werden. Furniere dienen auch zur sparsamen Verwendung von Edelhölzern oder zum Verbergen von minderwertigerem Holz.
Die Kunst des Furnierens war schon im Altertum bekannt. Ägyptische, griechische und römische Handwerker legten häufig Ebenholz und Elfenbein in Holzplatten ein. Mit dem Ende des Römischen Reiches (476 n. Chr.) starb diese Handwerkskunst aus, lebte jedoch durch holländische und flämische Handwerker im 17. Jahrhundert wieder auf. Die Möbelschreiner verarbeiteten Rosenholz, Mahagoni, Ebenholz und auch andere wertvolle Materialien wie Schildpatt und Elfenbein. Das Furnierhandwerk breitete sich nach Frankreich und England aus, und Furnier wurde ein entscheidendes Kriterium für edles Mobiliar. Das reichlich vorhandene Eichenholz wurde mit Furnieren aus Walnuss, Eibe, Maulbeerbaum, Goldregen, Kastanie, Birke, Olivenholz und Obstbaumhölzern überzogen. Die Arbeiten des Franzosen André-Charles Boulle und des deutschen Möbelbauers David Roentgen markierten einen Höhepunkt des Furnierhandwerks im 18. Jahrhundert. Sie gelten bis heute als die Besten in ihrer Art. Eine kompliziertere Technik der Furnierarbeit sind Intarsien. Dazu werden kleine Furnierplättchen in kontrastierenden Farben in Holz eingelegt, um ornamentale oder figurale Muster herzustellen. Häufig werden zusätzlich Perlmutt, Elfenbein und Metalle wie Zinn und Messing mit eingearbeitet. Intarsien finden sich auf allen Möbelarten, besonders auf Tischen, Schränken und Uhrengehäusen. Übliche Muster waren die so genannten Arabesken (sich gabelnde Ranken), Blumen- und Meerespflanzenmotive sowie geometrische Rautenmuster. Holzplatten wurden gerne durch rahmenähnliche, rundum angebrachte Furnierstreifen verschönt.
Im antiken Ägypten wurde Furnierholz mit einer adze, einem gekrümmten Beil geschnitten, später wurden bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Handsägen verwendet. Unabhängig vom verwendeten Werkzeug hängt die Struktur des Furniers von der Schnittrichtung ab. Längs geschnittene Stämme ergeben Furnierblätter mit einer streifigen Maserung, Querschnitte dagegen nahezu runde Furnierscheiben, auf denen die konzentrischen Jahresringe des Baumes zu sehen sind, und die Rundumschälung, bei der der Baumstamm beim Schneiden in einer Drehbank gedreht wird, ein kontinuierliches Furnierblatt mit einem gefleckten Muster. Je nach den Merkmalen eines bestimmten Baumstammes können sich auch andere Muster ergeben. „Kräusel”, federartige Effekte, die besonders in der Mitte des 18. Jahrhunderts begehrt waren, entstanden beim Zerschneiden eines Mahagonibaumes an der Stelle, an der ein großer Ast aus dem Stamm herauswuchs. „Geigenrückenfurnier”, das seinen Namen nach der Schnittweise trug, wurde von der äußeren Schicht des Stammes geschnitten, damit gleichmäßige Streifen durch die Maserung verliefen. „Austernfurnier” mit einem Muster aus sich wiederholenden Windungen entstand aus senkrechten Streifen, oft aus Walnussbaumzweigen. Wenn eine besonders überraschende Wirkung erzielt werden sollte, wurden sich ergänzende Furniere benutzt. Dazu mussten diejenigen Furnierstücke, die aus demselben Baumstamm geschnitten worden waren, so angeordnet werden, dass das Motiv symmetrisch war. Dieselbe Technik mit vier identischen Furnieren wurde Vierteilung genannt. Durch das Aufkommen von mechanischen Sägen im 19. Jahrhundert konnten die Furniere wesentlich dünner geschnitten werden und seitdem auch für serienmäßig aus minderwertigem Holz hergestellte Möbel verwendet werden. Das Furnierverfahren wird auch bei der Herstellung von Sperrholz angewendet: Dabei werden drei oder mehr Lagen Furnier aufeinandergeklebt, wobei jede Lage rechtwinklig zur darunter und darüber liegenden verläuft, um eine hohe Zugfestigkeit und einen hohen Verziehwiderstand zu erreichen.
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