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  • Syphilis – Wikipedia

    Syphilis, auch Lues, Lues venerea, harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt, ist eine Infektionskrankheit, die zur Gruppe der sexuell übertragbaren Erkrankungen gehört.

  • Syphilis

    Darstellung der Erkrankung und ihrer Stadien, sowie der Behandlung durch Medizinfo.de.

  • Syphilis - DocCheck-Flexikon

    1. Definition [bearbeiten] Die Syphilis ist eine durch Infektion mit Treponema pallidum hervorgerufene Geschlechtskrankheit. Sie gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

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Syphilis

Enzyklopädieartikel
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SpirochäteSpirochäte
Artikelgliederung
1

Einleitung

Syphilis, auch Lues, harter Schanker, Infektionskrankheit, die von Spirochäten der Art Treponema pallidum (spiralförmigen Bakterien) hervorgerufen und überwiegend durch Sexualkontakte oder Küsse übertragen wird.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin beträgt die Zahl der Syphilisfälle in Deutschland jährlich zwischen 3 000 und 3 500 (2006 wurden dem Institut 3 147 Fälle gemeldet). Von Syphilis besonders betroffen sind homosexuelle Männer in Großstädten wie Berlin und Hamburg; drei Viertel aller in Deutschland gemeldeten Fälle werden durch Sexualkontakte zwischen Männern übertragen. Eine vergleichbare Entwicklung besteht in anderen westeuropäischen Ländern und in Nordamerika. Besonders hohe Infektionsraten werden aus Osteuropa gemeldet; im Baltikum und in Russland wird Syphilis vor allem durch heterosexuelle Kontakte (häufig Prostitution) übertragen. Außer durch Körperkontakte ist eine Ansteckung durch kontaminierte Gegenstände möglich; dies kommt jedoch nur selten vor, denn die Erreger sterben schnell ab, wenn sie austrocknen. Eine schwangere Frau, die an Syphilis leidet, kann die Krankheit an den Fetus weitergeben; in diesem Fall spricht man von angeborener Syphilis.

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Geschichtliches

Die Annahme, wonach Syphilis 1493 durch Seeleute, die mit Kolumbus von der ersten Atlantiküberquerung zurückkehrten, von Amerika nach Europa gelangte, gilt heute als widerlegt. So wurde auf einem Friedhof in Hull (Nordwestengland) ein Skelett gefunden, das deutliche Zeichen der Folgen einer Syphilisinfektion aufwies: Der Infizierte war jedoch bereits vor Kolumbus’ Geburt gestorben. Im 16. Jahrhundert war Syphilis in Europa eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten. Der Erreger wurde 1905 von dem deutschen Zoologen Fritz Schaudinn entdeckt. August von Wassermann entwickelte 1906 den ersten Bluttest zur Diagnose der Krankheit, und 1909 fand Paul Ehrlich das erste wirksame Medikament: den arsenhaltigen Wirkstoff Salvarsan. 1943 erkannte man, dass das Antibiotikum Penicillin zur Behandlung von Syphilis geeignet ist; es ist noch heute das bevorzugte Heilmittel für die Krankheit.

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Stadien und Symptome

Das typische Kennzeichen des ersten Stadiums der Syphilis ist der Schanker, ein kleines Geschwür, das sich drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung an der Kontaktstelle entwickelt. Die vom Schanker abgesonderte Flüssigkeit ist höchst ansteckend. Etwa sechs Wochen später setzt mit einem Ausschlag am ganzen Körper das zweite Stadium ein. Im Mund tauchen schmerzlose Geschwüre auf, und im Genitalbereich entstehen häufig breite, warzenähnliche Stellen, die ebenfalls sehr infektiös sind. Manchmal kommen Kopfschmerzen, Fieber und geschwollene Lymphknoten hinzu. Diese Symptome verschwinden gewöhnlich nach drei bis zwölf Wochen.

Es folgt ein Latenzstadium, in dem äußerlich keine Krankheitszeichen zu erkennen sind; an inneren Organen kann es aber zu entzündlichen Veränderungen kommen. Dieser latente Zustand kann 20 bis 30 Jahre anhalten. In 75 Prozent der Fälle treten sogar nie mehr neue Symptome auf. Wenn sich aber das dritte Stadium (die so genannte Spätsyphilis) entwickelt, bilden sich unter der Haut und den Schleimhäuten sowie an den inneren Organen harte Knötchen, die man Gummen nennt. Häufig sind die Knochen betroffen, und auch Leber, Nieren und andere Organe werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Todesursache ist meist eine Infektion des Herzens oder der Blutgefäße.

In fast 15 Prozent der Fälle von Spätsyphilis tritt eine Neurosyphilis auf; auffallendes Symptom ist eine Lähmung (Tabes dorsalis), die durch den Befall des Rückenmarkes entsteht. Weitere Symptome sind mangelnde Bewegungskoordination, Verlust der Blasenkontrolle (Harninkontinenz) und die Beeinträchtigung von Reflexen. Auch Psychosen können auftreten. Eine Infektion der Gebärmutter kann zur Fehl- oder Totgeburt oder zur Geburt eines Kindes mit angeborener Syphilis führen. Unter angeborener Syphilis leidende Kinder zeigen oft charakteristische Merkmale wie hohe Stirn, Sattelnase und so genannte Tonnenzähne. Im zweiten Lebensjahrzehnt kommt es bei ihnen unter Umständen zum Verfall des Zentralnervensystems. AIDS-Kranke ziehen sich häufiger eine schwere Form der Syphilis zu und erleiden häufiger Rückfälle.

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Diagnose und Behandlung

Zur Bestätigung der Diagnose gibt es mehrere Testverfahren für Blut und Rückenmarksflüssigkeit. Das bevorzugte Medikament für die Therapie ist Benzathin-Penicillin; es wird in allen Stadien zweimal wöchentlich injiziert, außer bei der Neurosyphilis. In diesem fortgeschrittenen Stadium gibt man es dreimal im Abstand von jeweils einer Woche. Zur Syphilisbekämpfung gehört auch, dass man alle Sexualkontakte des Patienten zurückverfolgt und sämtliche Personen behandelt, zu denen während der Infektionszeit solche Kontakte bestanden. Einen gewissen Schutz gegen die Ansteckung mit Syphilis bieten Kondome.

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