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Windows Live® Suchergebnisse William Howard TaftEnzyklopädieartikel
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William Howard Taft (1857-1930), 27. Präsident der USA (1909-1913) und Oberster Bundesrichter (1921-1930). Taft wurde am 15. September 1857 in Cincinnati (Ohio, USA) geboren. 1880 ließ er sich als Anwalt nieder, wurde bald stellvertretender Staatsanwalt in Cincinnati, dann Richter, stellvertretender Justizminister der USA (1890-1892) und Richter am Appellationsgericht (1892-1900). Taft war gemäßigt konservativ, Mitglied der Republikanischen Partei und mit den späteren Präsidenten William McKinley und Theodore Roosevelt befreundet. 1900 ernannte Präsident McKinley Taft zum Vorsitzenden der Regierungskommission auf den Philippinen, und im folgenden Jahr wurde Taft der erste zivile Gouverneur der Inseln. 1904 berief ihn Präsident Roosevelt als Kriegsminister. Er blieb weiterhin für die Philippinen zuständig, leitete außerdem den Bau des Panamákanals, etablierte in der Kanalzone eine Verwaltung und modernisierte die Armee. Er nahm ferner an den Verhandlungen zur Beendigung des Russisch-Japanischen Krieges 1905 teil. 1908 wurde Taft auf Roosevelts Betreiben von den Republikanern als Präsidentschaftskandidat nominiert und konnte sich in der Präsidentenwahl leicht gegen den Kandidaten der Demokraten, William Jennings Bryan, durchsetzen.
Taft war als Präsident wenig Erfolg beschieden. Er setzte Anti-Trust-Gesetze durch, richtete die Bundesjugendbehörde ein und betrieb eine zurückhaltende Außenpolitik, die jedoch immer auf die Wahrung der amerikanischen Interessen, vor allem im mittelamerikanischen und asiatischen Raum, ausgerichtet war. Aber während Roosevelt es noch verstanden hatte, die Partei zusammenzuhalten, musste sich Taft von Anfang an mit dem Auseinanderdriften der Republikanischen Partei in ein progressives und ein konservatives Lager auseinandersetzen. Zunächst noch von den Progressiven unterstützt, geriet Taft zunehmend in Konflikt mit ihnen. Bei den Vorwahlen von 1910 unterlag er verschiedenen, von Roosevelt unterstützten Progressiven; damit zerbrach der Zusammenhalt innerhalb der Republikanischen Partei vollends, und die Regierung Taft war weitgehend zum Scheitern verurteilt. 1912 trat Roosevelt gegen Taft um die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten an, konnte sich innerhalb der Partei jedoch nicht gegen Taft durchsetzen. Er trat aus der Republikanischen Partei aus, gründete die Progressive Party und ging für sie ins Rennen um die Präsidentschaft. Diese Zersplitterung der Republikanischen Partei kam der Demokratischen Partei zugute, deren Kandidat Woodrow Wilson als Sieger aus den Präsidentschaftswahlen hervorging.
1913 erhielt Taft eine Professur an der Yale Law School, und 1915 übernahm er den Vorsitz in der League to Enforce Peace, die noch vor Wilson für einen Völkerbund warb. 1921 ernannte ihn der neue, republikanische Präsident Warren G. Harding zum Obersten Bundesrichter der USA. Taft sorgte am Obersten Bundesgericht für einige Reformen in Verfahrensfragen, u. a. brachte er 1925 den Judiciary Act durch, der den Richtern mehr Mitspracherechte bei der Auswahl der zur Verhandlung kommenden Fälle einräumte. Taft, der seine frühere progressive Haltung z. B. in puncto Eigentumsrecht und Beschränkung staatlicher Eingriffsmöglichkeiten zugunsten einer eher konservativen Einstellung aufgab, prägte mit seiner Rechtsauffassung das Oberste Bundesgericht bis in die späten dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Im Februar 1930 gab Taft sein Amt als Oberster Bundesrichter aus gesundheitlichen Gründen auf. Er starb am 8. März 1930.
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