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Windows Live® Suchergebnisse Hugo De VriesEnzyklopädieartikel
Hugo De Vries (1848-1935), niederländischer Botaniker und Genetiker. Er entdeckte die Gesetze der Vererbung unabhängig von dem österreichischen Mönch Gregor Mendel und führte als Erster den Begriff Mutation in die Evolutionstheorie ein. De Vries wurde am 16. Februar 1848 als Sohn einer niederländischen Baptistenfamilie in Haarlem geboren. Er interessierte sich schon während seiner Gymnasialzeit für Botanik und legte ein Herbarium an. 1870 promovierte er an der Universität Leiden und ging dann an die Universität Heidelberg, um mit dem deutschen Pflanzenphysiologen Julius Sachs zusammenzuarbeiten. 1877 erlangte er an der Universität Halle (Saale) zugleich den Doktorgrad und die Habilitation. 1878 wurde er Professor für Botanik an der Universität Amsterdam, wo er seine Studien an pflanzlichen Zellen fortsetzte. Durch seine Untersuchungen zur Osmose trug er wesentlich zum Verständnis der Vorgänge in der Zelle und ihrer Physiologie bei. In den späten achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts befasste sich de Vries mehr und mehr mit der Pflanzengenetik, vor allem in Hinsicht auf die Kulturpflanzenzüchtung. Dabei diente ihm als Untersuchungsobjekt u. a. eine Nachtkerzenart, an der er im Lauf der Jahre immer wieder sprunghafte Merkmalsveränderungen feststellte. Dies veranlasste ihn zur Formulierung seiner Theorie der Mutationen, wie er diese Erbsprünge bezeichnete. Zugleich erkannte er die Bedeutung der Mutationen für die Evolution. Seine Kreuzungsexperimente führten 1900 zur Wiederentdeckung der Mendel’schen Regeln, was unabhängig davon auch noch zwei weiteren Wissenschaftlern, Carl Erich Correns und Erich von Tschermak, gelang. Alle drei Forscher nahmen die Erkenntnisse jedoch nicht für sich in Anspruch, sondern würdigten im Nachhinein Mendels Verdienste in der Genetik. De Vries veröffentlichte unabhängig davon 1899 sein eigenes Konzept der Vererbung. Es beruht auf der Annahme, dass die erblichen Eigenschaften in unabhängigen Einheiten, so genannten Pangenen, organisiert sind, ähnlich wie Mendels so genannte Faktoren. Die Entdeckung der Mutation bedeutete nach de Vries die Möglichkeit der Entstehung neuer Arten ohne Übergangsformen. Dies machte seine Theorie zunächst überaus populär, da sie als Alternative zu Darwins Theorie der natürlichen Selektion angesehen wurde, nach der die Entstehung neuer Arten durch kleinste, fast unsichtbare Veränderungen der Individuen stattfinden sollte. De Vries’ Theorie musste später jedoch abgeändert werden, und seine Annahmen erwiesen sich teilweise als falsch. Dennoch gilt seine Arbeit als erster Versuch, die bis dahin eher spekulative Evolutionstheorie experimentell zu überprüfen. Er starb am 21. Mai 1935 im niederländischen Lunteren.
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