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NordkoreaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Nordkorea besitzt ein kühl-gemäßigtes Klima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Die mittlere Julitemperatur beträgt in Pjöngjang 24,4 °C, die des Januar -8 °C. Der mittlere Jahresniederschlag liegt landesweit bei rund 1 000 Millimetern, etwa 70 Prozent davon fallen unter dem Einfluss des Südostmonsuns in den Sommermonaten.
Im gebirgigen Landesinnern findet man ausgedehnte Nadelwälder mit Fichten, Kiefern, Lärchen, Tannen und Zedern. Die gerodeten Tieflandgebiete im Westen werden landwirtschaftlich genutzt. Große einheimische Säugetiere wie Tiger, Leoparden, Kragenbären, Wölfe und Hirsche werden zunehmend seltener; ihr Vorkommen beschränkt sich auf abgelegene Waldregionen; zudem ist die 250 Kilometer lange und vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone zwischen Nord- und Südkorea als Lebensraum für bedrohte Arten von Bedeutung. Zu den größeren Vogelarten gehören Kraniche, Reiher und Adler.
Nordkorea ist eines der ethnisch einheitlichsten Länder der Welt; abgesehen von einem geringen Anteil Chinesen gibt es keine ethnischen oder sprachlichen Minderheiten. Die Koreaner (99 Prozent der Bevölkerung) sind ethnisch mit den Mongolen verwandt. Die Einwohnerzahl Nordkoreas beträgt etwa 23,5 Millionen (2008), die mittlere Bevölkerungsdichte 195 Einwohner pro Quadratkilometer bei einer jährlichen Wachstumsrate von 0,7 Prozent. Die Bevölkerung konzentriert sich weitestgehend in den Tieflandebenen des Westens. Die Verstädterung hat seit den fünfziger Jahren rapide zugenommen; 62 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in Städten. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 72,2 Jahre (Männer 69,5 Jahre, Frauen 75,1 Jahre; 2008).
Die Hauptstadt Pjöngjang hat etwa 3,23 Millionen Einwohner (2003). Weitere große Städte sind Namp’o (715 000), Ch’ǒngjin (754 000), Hamhung (914 000), Sinuiju (326 000), Wonsan (300 000) und Kaesong (334 000).
Die Amtssprache ist Koreanisch. Es wird ein Lautschriftsystem namens Chosǒn muntcha (in Südkorea Han’gul genannt) verwendet, das in der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelt wurde. Der Wortschatz der koreanischen Sprache enthält viele Wörter aus dem Chinesischen. In Nordkorea werden aber chinesische Zeichen nicht – anders als in Südkorea – in Zeitungen und anderen Veröffentlichungen verwendet. Hier wird der alleinige Gebrauch des Chosongul, das in den meisten Fällen ausreicht, vorgezogen. Auch das Vokabular von Süd- und Nordkoreanern ist, bedingt durch die nationale Politik und die Auslandskontakte der beiden Länder, unterschiedlich. Chinesisch und Russisch fungieren als Handelssprachen. In den Schulen werden Russisch, Chinesisch und Englisch als Fremdsprachen unterrichtet.
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