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Präkolumbische Kunst und ArchitekturEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Einleitung; Geographische Einteilung; Chronologische Einteilung; Kulturelle Merkmale; Kunstformen; Das mesoamerikanische Gebiet; Zentrales Andengebiet; Das Zwischengebiet; Randgebiet
Im Amazonasbecken wurden an verschiedenen archäologischen Ausgrabungsstätten Keramiken gefunden. In der Karibik entwickelten die Taino ihre eigene Kultur und Kunst.
Der größte Teil des Kunsthandwerks aus dem Amazonasgebiet bediente sich vergänglicher Materialien wie Holz, Federn und Pflanzenfasern. Die qualitätvollste Keramik dieser Region wurde im brasilianischen Amazonasdelta gefunden. So wurden in Santarém Figurengefäße aus der Zeit um 1250 bis 1500 n. Chr. ausgegraben. Auf der Halbinsel Marajó fand man in Erdhügeln, deren Entstehung sich um 1000 bis 1250 datieren lässt, komplex geformte, gravierte und bemalte Keramiken, darunter große Graburnen. Figurengefäße, die sitzende Männer darstellen, wurden auf der Insel Maracá hergestellt.
Im karibischen Raum fand man Kunstgegenstände aus präkolumbischer Zeit vor allem auf den Großen Antillen: in Puerto Rico, Jamaica, Haïti und der Dominikanischen Republik. Dieses Gebiet war hauptsächlich von den Taino bewohnt, die vom Delta des Orinoco in Venezuela übersiedelten. Ihr Kunsthandwerk ist daher eng mit dem des nördlichen Südamerika verbunden. Die Taino, deren Kultur bis zur spanischen Eroberung fortbestand, ließen sich um 200 n. Chr. hier nieder. Zu den von ihnen gefertigten Objekten aus Knochen, Holz und Stein gehörten Spachtel, mit denen man sich aus Gründen religiöser Reinigung zum Erbrechen reizte, Dujos (geschnitzte Holzstühle für Häuptlinge und Priester) und Zemi (dreieckige Steine mit figürlichen Motiven, die Naturgeister und Gottheiten versinnbildlichen sollten). Die Keramik der Taino umfasste Krüge mit eingravierten geometrischen Mustern und Bildniskrüge in Menschengestalt. Der eindrucksvollste architektonische Komplex der Taino befindet sich in Utuado (Puerto Rico). Hier sind zehn Plätze von gravierten Steinen eingefasst. Der Ausgrabungsort deutet darauf hin, dass Tlachtli, das kultische Ballspiel aus Mesoamerika, vom mexikanischen Festland her eingeführt wurde.
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