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Präkolumbische Kunst und Architektur

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Kunsthandwerk der QuimbayaKunsthandwerk der Quimbaya
Artikelgliederung
7.3. 2

Nazca

Das Volk der Nazcakultur an der peruanischen Südküste lebte etwa zur gleichen Zeit wie das der Mochekultur. Wie ihre Vorläufer aus Paracas hinterließ auch die Nazcakultur kaum architektonische Zeugnisse, dafür jedoch um so schönere Textilien und Keramiken. Mit ihren leuchtenden Farben und stilisierten Ornamenten stehen letztere in scharfem Kontrast zum farblichen Purismus der nordperuanischen Töpfereikunst. Während die Mochekultur mehr zur skulptural ausgeformten Keramik neigte, tendierte die der Nazca eher zu reich bemalten Formen.

Zu den geheimnisvollsten Spuren präkolumbischer Zeit gehören Linien, die in der Wüste gezogen wurden. Sie wurden erzeugt, indem man die dunklen Steine vom helleren Untergrund abräumte. Die Linien ergeben gewaltige geometrische Formen oder Tiere (Vögel und Fische), die nur aus der Luft erkannt werden können. Diese wohl im kultischen Zusammenhang entstandenen Formationen wiederholen Bilder, wie sie auch auf der Nazcakeramik zu finden sind.

7.3. 3

Tiahuanaco

Das bolivianische Tiahuanaco in der Nähe des Titicacasees wurde bereits um 200 v. Chr. errichtet. Bis 600 n. Chr. war dieser städtische Komplex das Zentrum einer bedeutenden Zivilisation der klassischen Periode, die sich über das gesamte Hochland von Bolivien ausbreitete.

In der Tiahuanacokultur sind dekorative Motive und religiöse Bilder stark stilisiert. Häufig vorkommende Tiermotive sind Kondor und Jaguar. Gebäude und Skulpturen zeichnen sich durch monumentale Wirkung aus. Das knapp vier Meter hohe kultische Sonnentor ist monolithisch (aus einem einzigen Stein gehauen) und mit einem kunstvoll gearbeiteten Relief verziert. Im ganzen Gebiet von Tiahuanaco finden sich monolithische pfeilerartige Steinskulpturen, die Höhen von über sechs Metern erreichen und mit Basreliefs verziert sind. Tiahuanaco gehörte zu den wenigen Kulturen im zentralen Andengebiet, die für ihre Architektur, Skulpturen und Kultgegenstände extensiven Gebrauch von Stein machten.

7.3. 4

Huari

Auch wenn sie hinsichtlich Religion und Zeichensprache starke Gemeinsamkeiten mit der Tiahuanacokultur aufwiesen, unterschied sich die Kultur der Huari (bzw. Wari) in sozialer und ökonomischer Hinsicht doch stark von dieser. Zwischen etwa 750 und 1000 setzte das Huarireich dem kulturellen Regionalismus in Peru ein Ende und bereitete damit den Boden für die kulturelle Vereinheitlichung der Inkazeit.

Wie die Moche waren die an der Küste beheimateten Huari Krieger. Sie schufen Textilien von höchster Qualität. Viele ihrer Muster, vor allem für Ponchos, abstrahieren Motive der Tiahuanacokeramik. Die Töpferwaren der Huari sind formvollendet und von großer Farbenfreude.

7.4

Postklassische Periode

Die alles beherrschende Kultur der postklassischen Periode im präkolumbischen Südamerika war die der Inka. Mit ihr konnten ansatzweise nur die Chimú konkurrieren.

7.4. 1

Chimú

Von 1000 bis 1470 wurde der Nordwesten Perus von den Chimú beherrscht. Ihre kaiserliche Hauptstadt Chan-Chan bestand aus großen, mit Adobeziegeln gemauerten Komplexen, die an frühere Huarisiedlungen erinnern. Chan-Chan, die größte präkolumbische Siedlung der Anden, ist in zehn großen Quadraten angelegt, von denen jedes kleine Pyramiden, Wohnhäuser, Märkte, Werkstätten, Wasserreservoirs, Vorratsspeicher, Gärten und Friedhöfe enthält. Die Gebäude sind mit geometrischen Mosaiken oder Basreliefs im Tonverputz verziert, auf denen stilisierte Tiere (meist Vögel) und mythologische Gestalten dargestellt sind.

Während Chan-Chan nicht befestigt war, verteidigten die Chimú ihr Reich durch burgartige Grenzanlagen. Paramonga im Süden gilt als Meisterwerk der militärischen Ingenieurskunst, ebenso die Festung Saccasihuamán oberhalb von Cuzco.

Die charakteristische schwarze Farbe der Chimúkeramik wurde dadurch erreicht, dass man beim Brennvorgang die Sauerstoffzufuhr im Ofen drastisch reduzierte, wodurch die Flammen beinahe ausgelöscht wurden. Danach wurden die einzelnen Stücke mit dekorativen Reliefs verziert und die Oberflächen nach dem Brennen poliert, so dass sie ihren charakteristischen silbrigen Schimmer erhielten.

Die Metallarbeiten der Chimúkultur, die in Formen gegossen wurden, waren, verglichen mit der Keramik, eigenständiger in ihrer Formgebung und individueller in der künstlerischen Ausführung.

Qualitativ waren die Textilien den anderen kunsthandwerklichen Gegenständen vergleichbar. Die mit Federn geschmückten Ponchos der Chimú gehörten zu den luxuriösesten Kleidungsstücken der postklassischen Periode.

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