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Windows Live® Suchergebnisse Angelo PolizianoEnzyklopädieartikel
Angelo Poliziano, eigentlich Angiolo Ambrogini, (1454-1494), italienischer Humanist und Dichter der Renaissance, geboren in Montepulciano, gestorben in Florenz. Poliziano wurde in Florenz erzogen und war dann als Kanzler und Erzieher der Söhne des Florentiner Staatsmannes Lorenzo de’ Medici tätig. 1480 wurde er Professor für griechische und lateinische Literatur an der Universität Florenz. Sein hervorragender Ruf zog Studenten aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern an; zu seinen Hörern zählten Michelangelo, Johannes Reuchlin und die englischen Humanisten Thomas Linacre und William Grocyn. Obgleich Poliziano mit nur 40 Jahren starb, umfasste sein Schaffen ein breites Spektrum. Zu seinen wichtigsten, in italienischer Sprache abgefassten Werken gehören das Kurzepos Stanze per la giostra (entstanden 1475-1478, gedruckt 1494, Der Triumph Cupidos) und das Schauspiel Fabula di Orpheo (1494, Die Tragödie des Orpheus), das als lyrisches Drama mit Musikbegleitung aufgeführt wurde und zu den ersten weltlichen Werken der italienischen Dramenliteratur der Renaissance zählt. In lateinischer Sprache verfasste Poliziano die so genannten Sylvae, Lehrgedichte über die Auslegung griechischer und römischer Autoren, die er in seinen Vorlesungen deklamierte. Er übersetzte griechische Schriften ins Lateinische, darunter das Werk Enchiridion des Epiktet, und Platons Charmides. Auf philologischem Gebiet trat er als Begründer der Textkritik insbesondere mit der Schrift Miscellaneorum centuria (1489) hervor, einer kritischen Betrachtung der Werke von Autoren der Antike, die großen Einfluss auf spätere Gelehrte ausübte. Mit seinem Bericht Pactianae coniurationis commentarium (1478) über die Verschwörung der Pazzi gegen die Medici lieferte Poliziano ein Werk humanistischer Geschichtsschreibung. Siehe auch Schäferdichtung; Hagelstange, Rudolf
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