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  • Böotien – Wikipedia

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  • Boeotien

    Altgriechisch Böotien

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Böotien

Enzyklopädieartikel

Böotien, antike Landschaft in Mittelgriechenland, grenzt im Norden an Lokris Opuntia, im Osten an den Golf von Euböa und die Meerenge von Euripos, im Süden an Attika und Megaris sowie an den Golf von Korinth und im Westen und Nordwesten an Phokis. Im Inneren ist Böotien überwiegend flach mit mehreren sehr fruchtbaren Senken. Hauptorte Böotiens waren zunächst Theben und Orchomenos, später kam neben mehreren anderen Chaironeia als bedeutende Stadt hinzu. Das Gebiet des antiken Böotien ist heute Teil der griechischen Verwaltungsbezirke Attika und Böotien.

Die Böoter waren ein äolisches Volk, das ursprünglich aus Thessalien stammte und im späten 2. Jahrtausend v. Chr. in Böotien einwanderte, gefolgt von dorischen Gruppen. Im 6. Jahrhundert v. Chr. schlossen sich die Städte Böotiens zum Böotischen Bund zusammen; die Führung innerhalb des Bundes übernahm schon bald Theben. Während der Perserkriege wurde der Bund um 479 v. Chr. wegen seiner perserfreundlichen Haltung aufgelöst; er bildete sich jedoch schon bald wieder neu, trat nach dem Bruch zwischen Athen und Sparta um 460 v. Chr. auf die Seite Spartas und kam dann nach einem athenischen Sieg 457 v. Chr. unter athenische Herrschaft, aus der er sich jedoch zehn Jahre später wieder befreien konnte. Nun organisierte sich der Bund neu: Böotien wurde in elf Kreise eingeteilt, an deren Spitze je ein Böotarch stand und die jeweils 60 Abgesandte für den gemeinsamen Bundesrat sowie eine bestimmte Anzahl von Reitern und Hopliten für das Bundesheer stellten. Theben samt der von ihm abhängigen Städte umfasste allein vier Kreise.

Im Peloponnesischen Krieg (431-404 v. Chr.) stand Böotien erneut auf der Seite Spartas und fügte 424 v. Chr. den Athenern bei Delion eine schwere Niederlage zu. Im Korinthischen Krieg (395-386 v. Chr.) trat der Böotische Bund auf die Seite der Sparta-Gegner, musste sich nach dem Antalkidasfrieden auflösen, gründete sich aber 379 v. Chr. wieder neu. 371 v. Chr. führte der thebanische Feldherr Epameinondas das böotische Heer bei Leuktra zu einem entscheidenden Sieg über die Spartaner, woraufhin der Böotische Bund zu einer der bedeutendsten Mächte in Griechenland aufstieg. Erst König Philipp II. von Makedonien konnte mit seinem Sieg über ein thebanisch-athenisches Heer 338 v. Chr. bei Chaironeia diese Vormachtstellung brechen; 335 v. Chr. zerstörte Alexander der Große Theben völlig und drängte den Böotischen Bund, der noch bis 146 v. Chr. als politisches Bündnis weiterbestand, in die Bedeutungslosigkeit.

Die vorwiegend von der Landwirtschaft lebenden Böoter galten als plump, bäurisch und bar jeglicher feineren Lebensart – wohl nur ein von Athen geschaffenes Vorurteil. Zwar hatten die Böoter in der bildenden Kunst keine bedeutenden Persönlichkeiten und Werke vorzuweisen, dafür brachten sie aber Dichter wie Hesiod, Pindar und Plutarch hervor.

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