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    Die biographische Ausstellung stellt Karl Jaspers unter vier verschiedenen Aspekten vor: als Menschen, Arzt, Philosophen und politischen Schriftsteller.

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Karl Jaspers

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Karl JaspersKarl Jaspers
Artikelgliederung
1

Einleitung

Karl Jaspers (1883-1969), Philosoph und einer der Hauptvertreter der deutschen Existenzphilosophie. Im Zentrum seines Denkens und seiner psychologischen, philosophischen und politischen Schriften stehen seine Auslegung der existentiellen Philosophie und der Freiheitsbegriff. Jaspers beeinflusste in einem nicht unerheblichen Maße in den beiden ersten Nachkriegsjahrzehnten den politischen Diskurs in Deutschland.

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Lebensstationen

Karl Jaspers wurde am 23. Februar 1883 in Oldenburg geboren. Er studierte Medizin in Berlin und Göttingen. Nach seiner Promotion in Heidelberg arbeitete er zunächst dort als Assistent an der psychiatrischen Klinik und wurde 1916 Professor für Psychologie, seit 1920 für Philosophie an der Universität Heidelberg. Während der nationalsozialistischen Herrschaft erhielt Jaspers, der mit einer Jüdin verheiratet war, akademisches Lehrverbot, da er gegenüber den Machthabern zu keinerlei Zugeständnissen bereit war. Nach Ende des 2. Weltkrieges übernahm er wieder seinen alten Lehrstuhl, wechselte aber aus politischer Enttäuschung über die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland 1948 an die Universität Basel. 1958 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 1959 den Erasmuspreis. Karl Jaspers starb am 26. Februar 1969 in Basel.

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Arbeiten zur Psychopathologie

1913 hatte Jaspers mit einer Arbeit über die Allgemeine Psychopathologie (1913), in die er den Begriff des „einfühlenden Verstehens” einführte, eine geisteswissenschaftlich ausgerichtete, hermeneutische Psychopathologie begründet, die er gegenüber der Psychotherapie, die er als deterministisch und deshalb als irreführend ansah, abgrenzte. Jaspers ebnete durch eine systematische Methodologie der Psychopathologie den Weg von der reinen klinischen Emperie zur wissenschaftlichen Forschungspraxis. Theorien werden nach Jaspers nur dann als solche anerkannt, insofern sie Realität widerspiegeln. Nach seiner Auffassung kann der Mensch in seiner ganzen psychischen Mannigfaltigkeit wissenschaftlich nicht erfasst werden.

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Das philosophische Werk

1919 veröffentlichte er, in Anlehnung an die philosophischen Schriften Wilhelm Diltheys und beeinflusst vom Denken des Soziologen Max Weber, eine Typologie der möglichen Weltanschauungen (Psychologie der Weltanschauungen). Mit seiner Untersuchung über den Dramatiker August Strindberg und den Maler Vincent van Gogh (Strindberg und van Gogh, 1922) systematisierte er seine Methode der Existenzerhellung und lotete die vielfältigen Möglichkeiten der Seele aus. Indirekt verbunden war damit die Appellation an die freie Gestaltung der menschlichen Existenz.

In seinem Hauptwerk Philosophie (3 Bde.,1932), setzte sich Jaspers mit den drei großen philosophischen Themenbereichen (Welt, Seele = Existenz, Gott) auseinander: Bei der Betrachtung der Welt bzw. „philosophischen Weltorientierung” sind dem Menschen Grenzen der Erfahrbarkeit der Welt und somit auch des wissenschaftlichen Wissens gesetzt; ein Rest der Realität, in der er lebt, bleibt unfassbar bzw. unerklärlich. So genannte Grenzerfahrungen des Menschen (Schuld, Leid und Tod) werden in der Existenzerhellung u. a. durch Kommunikation deutlich; die Existenz erscheint als transzendent; Jaspers spricht von etwas „Umgreifendem”, das für die Beschreibung der äußersten Grenzen des Daseins, des unendlichen Horizonts, innerhalb dessen die gesamte subjektive und objektive Erfahrung möglich, aber verstandesmäßig nicht zu erfassen ist. Im Bereich des Metaphysischen wird die Transzendenz als Fragen nach dem Absoluten oder dem Ursprung verstanden. Das aktive Philosophieren im Übergang von dem oben erwähnten einen Bereich in den anderen nennt Jaspers „transzendieren”, und für ihn vermittelt sich die menschliche Existenz nur in der Kommunikation mit dem Anderen. So bedeute das eigentliche philosophische Denken, nicht die sich daraus ergebenen Schlüsse zu ziehen, sondern Philosophie bestehe in dem Bemühen, die Grenzen der Erfahrung zu untersuchen und aufzuzeigen.

Von der Wahrheit, sein zweites wichtiges philosophisches Hauptwerk, erschien 1947. Hier begründete Jaspers seine Theorie vom Umgreifenden in der so genannten Periechontologie. Vernunft und Existenz sind die unverrückbaren Pole des menschlichen Seins. In der philosophischen Praxis forderte Jaspers eine stetige Auseinandersetzung, einen Dialog mit den großen Philosophen der Geistesgesichte. Dabei ginge es nicht um die Übernahme von Dogmen, sondern – im Bewußtsein, dass wissenschaftlichem Erkennen Grenzen gesetzt seien – um die Aneignung von Methoden, die es ermöglichen, Wahrheitsfindung zu betreiben.

Wissenschaft, Kommunikation,Wahrheit, Mensch und Transzendenz sind die philosophischen Grundthemen, denen sich Jaspers unter dem Primat der existentiellen wie politischen Freiheit eingehend gewidmet hat: Wissenschaft verstand er in einer klaren Trennung von Philosophie, die nach Seinserkenntnis frage, und methodischer arbeitender Wissenschaft und ihrer allgemein gültigen Resultate. Nur in der Kommunikation mit anderen kann der Einzelne zu seinem Selbstsein finden. In der Subjekt-Objekt-Trennung, in die das Gegenständliche aus dem Seienden als Seiendes tritt, bleibe dieses Seiende (z. B. die Wahrheit) hinter seiner Erscheinung ungreifbar, denn das so genannte Umgreifende kann nicht erkannt, sondern nur philosophisch erhellt werden. Denken und Handeln erfahren ihre Bestätigung erst durch die Kommunikation: „Wahr ist, was verbindet.” Nach Japsers ist der Mensch mehr als er wissen kann. Hineingeworfen ins Dasein kann er durch das Bewusstsein die gegenständliche Welt erforschen und als Geist das Weltdasein durch Ideen vom Ganzen entwerfen.Transzendenz ist als philosophisches Denken zu verstehen, ohne die Objektivierung der Religionen.

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