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Windows Live® Suchergebnisse QuallenEnzyklopädieartikel
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Quallen, auch Medusen, frei schwimmende, gallertartige Organismen, die das geschlechtliche Stadium von wirbellosen Tieren aus dem Stamm der Nesseltiere darstellen. Quallen findet man in den Klassen Hydrozoa und Scyphozoa dieses Stammes; etwa 2 700 Hydrozoen- und 200 Scyphozoen-Arten sind bekannt. Auf jede Medusen-Generation folgt eine sesshafte, fest auf dem Untergrund haftende Polypen-Generation, in der sich die Tiere nur ungeschlechtlich vermehren. In der Klasse der Hydrozoen sind die Medusen eher klein, die Polypen jedoch gut entwickelt; in der Klasse der Scyphozoen, die auch Schirm- oder Scheibenquallen genannt werden, dominieren dagegen die Medusen. Zu beiden Klassen gehören fast nur Meerestiere – Ausnahmen sind die wenigen im Süßwasser lebenden Hydrozoen, etwa die Süßwasserpolypen. Quallen ernähren sich räuberisch u. a. von Fischen und anderen Quallen. Zum Beutefang und zur Abwehr von Räubern besitzen Quallen Tentakel (Nesselfäden), deren Nesselkapseln (oder Cniden) wirksame Toxine enthalten. Die Berührung dieser Nesselfäden kann beim Menschen je nach Quallenart zu brennenden Hautausschlägen sowie anderen Symptomen wie Schwindel bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen. Besonders gefährlich sind einige subtropische bzw. tropische Arten wie die Portugiesische Galeere aus der Ordnung der Staatsquallen. Diese zur Klasse Hydrozoa gehörende Ordnung umfasst etwa 150 Arten, von denen einige bis zu 50 Meter lange Nesselfäden besitzen. Jede dieser Quallen bildet eine Hydrozoenkolonie, deren Einzeltiere – so genannte Personen (eine auf Ernst Heinrich Haeckel zurückgehende Bezeichnung) – zeitlebens miteinander verbunden bleiben. Diese Personen erfüllen jeweils bestimmte Aufgaben in der Kolonie.
Die Größen der Quallen reichen von wenigen Millimetern bei vielen Hydrozoen bis hin zu Arten wie der Gelben Haarqualle oder Riesenqualle mit Schirmdurchmessern bis zu zwei Metern. Der Körper einer Qualle ist radiärsymmetrisch (durch mehrere Symmetrieebenen in spiegelbildliche Hälften teilbar) oder axialsymmetrisch (durch nur eine Symmetrieebene in spiegelbildliche Hälften teilbar). Der Körper ist im Wesentlichen aus zwei Gewebeschichten aufgebaut, einer äußeren Epidermis und einer inneren Gastrodermis, zwischen denen eine gallertartige Substanz, die Mesogloea eingelagert ist. Die Mesogloea stabilisiert den Körper und dient außerdem u. a. als Sauerstoffspeicher für die Muskeln (Journal of Experimental Biology, 2005). Quallen haben einen Magenraum ohne Anus und ein Nervensystem ohne Gehirn. Der typische Schirm der Quallen ist meist rundlich, doch gibt es auch Arten mit flachen oder stark gerippten Schirmen. Die Durchsichtigkeit des Schirmes beruht vor allem darauf, dass der Körper der Quallen häufig weniger als 1 Prozent organische Substanz enthält; der Rest ist Wasser. Der Nährwert von Quallen für räuberisch lebende Tiere ist daher gering. Die Fortbewegung erfolgt durch Muskeln, die den Rand des Schirmes rhythmisch zusammenziehen. Meist bewegen sich Quallen langsam unter Ausnutzung von Strömungen. Die meist getrenntgeschlechtigen Quallen bilden Eier und Spermien, aus deren Vereinigung eine neue Polypengeneration hervorgeht. Aus den Polypen bilden sich gewöhnlich durch Abspaltung neue Medusen.
Insbesondere seit der Jahrtausendwende kam es in verschiedenen Meeresregionen zu Massenvermehrungen von Quallen. Im Golf von Mexiko vor der Mündung des Mississippi fand 2000 eine Massenvermehrung australischer Quallen statt: Millionen ungewöhnlich großer Exemplare (Schirmgröße bis zu 70 Zentimeter) der Spezies Phyllorhiza punctata bedrohten durch Nahrungskonkurrenz mit Garnelen die Shrimpfischerei um New Orleans. Die Quallen waren 20 Jahre zuvor in die Karibik eingeschleppt worden. 2003 gab es Massenvermehrungen verschiedener Quallenarten (u. a. der bis zu 40 Zentimeter großen Ohrenquallen) in der Ostsee. 2007 trieb ein Schwarm der Leuchtqualle Pelagia noctiluca (siehe Leuchtorganismen), der 25 Quadratkilometer Wasserfläche bedeckte und bis in zehn Meter Tiefe reichte, in eine nordirische Lachsfarm und tötete 100 000 Lachse. Auch in dänischen und norwegischen Fjorden kam es zu Massenvermehrungen. Als Ursachen der Massenvermehrungen werden die mit der globalen Erwärmung einhergehende Erhöhung der Wassertemperaturen und die zunehmende Eutrophierung des Meeres diskutiert. Aufgrund des überreichen Nährstoffangebots nehmen mit der Algenfauna auch die Beutetiere (Planktonorganismen, Ringelwürmer, kleine Fische) der Quallen zu. Siehe auch Rippenquallen
Quallen sind die Medusen der Klassen Hydrozoa und Scyphozoa des Stammes Cnidaria. Staatsquallen bilden die Ordnung Siphonophora. Der wissenschaftliche Name der Gelben Haarqualle ist Cyanea capillata, die Ohrenqualle heißt Aurelia aurita.
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