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Westindische Inseln

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Antigua, Westindische InselnAntigua, Westindische Inseln

Westindische Inseln, Inselbogen im Atlantik. Als erster Europäer erreichte Christoph Kolumbus die Inseln und benannte sie zunächst „Indische Inseln”. Später wurden sie in Westindische Inseln umbenannt, um eine Verwechslung mit den Ostindischen Inseln (Malaiischer Archipel) zu vermeiden.

Die Westindischen Inseln erstrecken sich bogenförmig von der Halbinsel Yucatán und den Bahamas zur Küste Venezuelas. Die Großen Antillen umschließen die Inseln Kuba, Hispaniola, Jamaika und Puerto Rico. Ihnen schließen sich nach Südosten die Kleinen Antillen an, die aus den Inseln über dem Winde (Jungferninseln bis Trinidad) und den Inseln unter dem Winde (Aruba bis Margarita) bestehen. Die Gesamtfläche der Westindischen Inseln beträgt etwa 235 700 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl ungefähr 34 Millionen.

Die meisten Inseln sind Teil des zentral- und südamerikanischen Gebirgssystems, die höchste Erhebung ist mit 3 098 Metern der Pico Duarte auf Hispaniola. Auf Martinique, Guadeloupe und Saint Vincent gibt es noch einige aktive Vulkane. Der Mont Pelée auf Martinique ist zuletzt 1902 ausgebrochen. Parallel zu den Inseln der Großen und Kleinen Antillen verlaufen im Atlantik Tiefseegräben.

Mit Ausnahme eines Teiles der Bahamas liegen die Westindischen Inseln in den Tropen. Die Inseln liegen im Einfluss des Nordostpassats. Hurrikane, die sich im Atlantik bilden, können zwischen Juli und Oktober auftreten. Die natürliche Vegetation wurde u. a. durch Brandrodung und Plantagenrodung weitgehend zerstört. Wichtigste Anbaufrucht ist Zuckerrohr, das 1493 von Kolumbus nach Santo Domingo gebracht wurde. In jüngerer Zeit hat der Tourismus an Bedeutung gewonnen.

Politisch umfassen die Westindischen Inseln 13 unabhängige Staaten, von denen der größte Kuba ist. Haïti und die Dominikanische Republik bilden die Insel Hispaniola. Jamaika, Barbados, die Bahamas, Trinidad und Tobago, Dominica, Grenada, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen sowie Antigua und Barbuda sind die übrigen souveränen Staaten.

Die anderen Inseln gehören zu den Vereinigten Staaten (z. B. Puerto Rico, Jungferninseln), zu Frankreich (u. a. Martinique, Guadeloupe), den Niederlanden (z. B. Curaçao, Bonaire, Aruba und kleinere Inseln der Niederländischen Antillen) und zu Großbritannien (z. B. Cayman-Inseln, Turks- und Caicos-Inseln, Jungferninseln). Zu Venezuela gehören etwa 70 Inseln.

Nach ihrer Entdeckung durch Kolumbus waren die Westindischen Inseln Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen den europäischen Seemächten. 1494 bis 1496 wurden auf Haïti die ersten europäischen Siedlungen gegründet. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde durch die Europäer ausgerottet bzw. durch eingeschleppte Seuchen vernichtet. Den Spaniern folgten im 17. Jahrhundert Franzosen, Briten und Holländer. 1621 wurde die Holländisch-Westindische Kompanie, 1664 die Französische-Westindische Kompanie gegründet. Im 18. Jahrhundert stieg die Bedeutung der Westindischen Inseln für den europäischen Überseehandel. Der wachsende Arbeitskräftebedarf auf den Plantagen wurde durch Sklaven aus Westafrika gedeckt, die nach Mittel- und Südamerika sowie den Süden Nordamerikas verschleppt wurden. Im Gegenzug wurden Produkte aus den Kolonien nach Europa gebracht (siehe Sklaverei). Im 19. und 20. Jahrhundert wuchs der politische und wirtschaftliche Einfluss der Vereinigten Staaten auf die Westindischen Inseln.

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