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ItalienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Früher waren weite Teile Italiens mit Wald bedeckt. Intensive Rodungen zum Zweck der Ausweitung von Siedlungs- und Agrarflächen sowie zur Gewinnung von Brennholz und Rohstoffen für den Schiffsbau führten während der vergangenen Jahrhunderte zum Verlust weiter Waldflächen. Die verbliebenen Laub- und Nadelwälder in den Alpenregionen gehen ab etwa einer Höhe von 1 800 bis 2 100 Metern in Strauchformationen mit nur geringem Anteil an Bäumen über. Oberhalb der Baumgrenze sind alpine Matten mit Rasengesellschaften verbreitet. Die Poebene wird großflächig agrarisch genutzt; zahlreiche Kulturpflanzen werden hier angebaut. In den zentralen und südlichen Regionen Italiens ist eine typisch mediterrane Pflanzenwelt verbreitet, die in Mittelitalien bis in 400 Meter und in Süditalien bis in 800 Meter Höhe reicht. Im Norden des Landes gedeiht sie auch im Bereich der Alpenrandseen, z. B. in den Uferregionen des Gardasees, sowie an der ligurischen Küste. Zu den charakteristischen Kulturpflanzen Italiens zählen Ölbäume und Citrusbäume; im Süden gedeihen Dattelpalmen sowie Feigen-, Granatapfel- und Mandelbäume, darüber hinaus werden Zuckerrohr und Baumwolle angepflanzt. Die niedrigeren Hänge der Apenninen sind mit Kastanien, Zypressen und Eichen bewachsen, während in höheren Lagen Pinien- und Tannenwälder verbreitet sind. Lang anhaltende Abholzung und Überweidung führten in manchen Gebieten zur Entwicklung der Macchie, einer typischen Sekundärvegetation, die heute in weiten Teilen des Mittelmeerraumes der vorherrschende Vegetationstyp ist. Arten der Macchie sind Baumheide, Lorbeer und Zistrosen. Die Tierwelt, insbesondere die Avifauna (Vogelwelt), wird durch die in Italien weit verbreitete freie Jagd, der auch zahllose Zugvögel zum Opfer fallen, stark beeinträchtigt. Vorkommen größerer Säugetiere sind weitgehend auf Naturparks beschränkt. Im Gran Paradiso Nationalpark gelang es, eine Restpopulation des durch Überbejagung gefährdeten Steinbocks für Wiedereinbürgerungen zu vermehren. In den Abruzzen leben noch Braunbären und Wölfe, in den Alpen finden Luchse, Gämsen, Murmeltiere und Schneehasen Lebensraum. Zwei aus anderen Regionen eingeführte Säugetiere sind das Nordafrikanische Stachelschwein und der Indische Mungo (eine Schleichkatze). In Italien lebt das kleinste Säugetier Europas, die Etruskerspitzmaus. Zu den Greifvögeln gehören Adler (Habichtsadler, Steinadler, Seeadler, Schelladler, Schlangenadler, Fischadler), Geier (Schmutzgeier), Milane, Weihen, Bussarde und Falken. Bemerkenswerte Vogelarten der Feuchtgebiete sind Reiher (Nachtreiher, Seidenreiher, Graureiher, Purpurreiher), Sichler und Rosaflamingos (die beiden letzteren auf Sardinien). Die Reptilienfauna ist u. a. durch zahlreiche Eidechsen- und Schlangenarten (Nattern, giftige Vipern) repräsentiert, zudem gibt es Geckos und auf Sizilien Chamäleons. In einigen Gebieten leben Skorpione.
Die Einwohnerzahl Italiens beträgt rund 58,1 Millionen (2008). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 198 Einwohnern pro Quadratkilometer (2008). Die höchsten Werte werden im Norden des Landes verzeichnet. Hier sind die Geburtenraten zwar niedriger als in den südlichen Landesteilen, jedoch hält der Zuzug aus dem Süden in den stärker industrialisierten Norden an. Die bevorzugte Region für Zuwanderer aus dem Süden ist dabei das so genannte Industriedreieck Mailand-Turin-Genua. Das jährliche Wachstum der Bevölkerung in Italien beträgt etwa -0,02 Prozent (2008). Die mittlere Lebenserwartung liegt für Frauen bei 83,2 Jahren, für Männer bei 77,1 Jahren (2008). Die hohen Auswanderungsraten aus den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts sind stark zurückgegangen. Demgegenüber stieg die Zahl der Rückwanderer an. Mittlerweile besteht ein Gleichgewicht bei den Zahlen der Aus- und Rückwanderer. Nach einer groben Gliederung kann man das Land in den stärker industrialisierten Norden (das Gebiet von der nördlichen Landesgrenze bis Rom) und den vor allem agrarisch strukturierten, ländlichen Süden (Mezzogiorno) unterteilen. Im Norden liegt die Mehrzahl der größeren Städte; hier leben rund zwei Drittel der Bevölkerung Italiens. Allerdings sind auch in Norditalien einige Gebiete, wie z. B. in den Alpen, nur sehr dünn besiedelt. Mittlerweile wohnen etwa 68 Prozent der italienischen Bevölkerung in Städten. Bis in die späten achtziger Jahre hinein stieg der Urbanisierungsgrad stark an, stagnierte jedoch in den neunziger Jahren.
Die größte Stadt und zugleich Hauptstadt Italiens ist Rom mit 2,71 Millionen Einwohnern (2007), ein kulturelles wie auch überragendes touristisches Zentrum. Weitere bedeutende Städte sind das Industrie- und Finanzzentrum Mailand (1,30 Millionen), Neapel (0,98 Million), mit einem der am stärksten frequentierten Häfen Italiens, die Industriestadt Turin (900 569), Palermo (666 552), Hauptstadt und wichtigste Hafenstadt Siziliens, Genua (615 686), die führende Hafenstadt Italiens, das Handelszentrum Bologna (373 026), das überragende kulturelle Zentrum Florenz (365 966), Bari (325 052), Catania (301 564) und Venedig (268 934).
Amtssprache des Landes ist Italienisch, regionale Amtssprachen für anerkannte Minderheiten sind Deutsch in Südtirol, Französisch im Aostatal und Slowenisch in Friaul-Julisch-Venetien. Auf Sardinien sind Katalanisch und Sardisch verbreitet. Minderheitensprachen in Süditalien sind Kroatisch und Griechisch. Die im Süden der Provinz Trentino-Alto Adige ansässigen Ladiner sprechen Ladinisch, eine der rätoromanischen Sprachen.
Etwa 90 Prozent der Italiener sind Anhänger des römisch-katholischen Glaubens, der bis 1984 Staatsreligion war. Die Verfassung garantiert nun Religionsfreiheit. Zum Protestantismus bekennen sich etwa 50 000 Einwohner, zum Judentum rund 35 000. Die in Italien lebenden Muslime sind meist Bosnier, die während des Bosnisch-Kroatisch-Serbischen Krieges hierherkamen.
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