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Italien

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Italien (Flagge und Hymne)Italien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
3.3. 1

Feiertage

Am 6. Januar wird Epiphanias, das Dreikönigsfest, gefeiert, an dem die Weihnachtshexe Befana die Menschen besucht. Befana ist der Überlieferung zufolge eine alte freundliche Hexe, die die Heiligen Drei Könige nicht begleiten konnte, und die seitdem nach dem Jesuskind sucht. In vielen Teilen Italiens wird an den Tagen, die der Fastenzeit unmittelbar vorausgehen, mit Umzügen und Kostümfesten der Carnevale gefeiert. Der Tag der Befreiung am 25. April erinnert an die Befreiung Italiens im 2. Weltkrieg. Am 15. August begehen die Italiener den Feiertag Mariä Himmelfahrt. An diesem Tag beginnt auch Ferragosto, d. h. die Ferien, in denen alle großen Unternehmen schließen. An Allerheiligen (1. November) gedenken die Italiener aller katholischen Heiligen. Einen Tag später, am 2. November, folgt Allerseelen (Il Giorno dei Morti). Am 6. Dezember feiern die Italiener das Fest des heiligen Nikolaus (Festa di San Nicola). Der heilige Nikolaus ist u. a. der Schutzpatron der Schiffer und Kinder. Auf ihn geht auch der von uns gefeierte Nikolaus zurück, der in Italien unter dem Namen Babbo Natale (Weihnachtsmann) bekannt ist. Der 8. Dezember ist der Tag der Unbefleckten Empfängnis.

3.4

Soziales

Ein staatliches Gesundheitswesen wurde 1980 in der Absicht eingeführt, allen Bürgern freie medizinische Versorgung zu gewähren. Die Sozialversicherung, überwiegend von den Arbeitgebern getragen, versorgt auch Behinderte und Alte sowie Staatspensionäre, Bauern, arbeitslose Landarbeiter und Lehrlinge.

Große soziale Unterschiede bestehen zwischen dem wirtschaftlich geprägten Norditalien und dem eher landwirtschaftlichen Süden.

4

Bildung und Kultur

Der italienische Einfluss auf die europäische Bildung geht bis auf die frühen römischen Erzieher und Gelehrten zurück, von denen die herausragendsten Cicero, Quintilian und Seneca waren. Im Mittelalter galten die italienischen Universitäten als Modelle für andere Länder. Während der Renaissance unterrichteten italienische Gelehrte in fast ganz Europa geisteswissenschaftliche Fächer, besonders griechische Sprache und griechische Literatur. Dieser Einfluss hielt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts an. Nach einer wenig bedeutenden Phase im 18. und 19. Jahrhundert gewann das italienische Bildungswesen im 20. Jahrhundert wieder internationale Anerkennung, so auch Maria Montessoris neue Methoden der Kindererziehung (siehe Montessori-Pädagogik).

Das moderne Bildungswesen wurde 1859 durch die Verabschiedung eines Gesetzes begründet, das ein vollständiges Schulsystem von der Elementarstufe bis zur Universität vorsah. Es wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts stetig verbessert. 1923 setzte sich der Philosoph Giovanni Gentile, der unter Benito Mussolini Unterrichtsminister war, für eine völlige Kontrolle des Staates über das Bildungswesen ein. Dies wurde durch die Schulsatzung von 1939 bekräftigt. Nach dem Ende des Faschismus 1944 wurde das Schulsystem jedoch nach demokratischen Richtlinien umorganisiert. Die Verfassung von 1947 und spätere Gesetze hatten einen Anstieg des allgemeinen Bildungsniveaus zur Folge und ermutigten Experimente wie beispielsweise Erwachsenenbildung über das Fernsehen (telescuola).

Für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren stehen Kindergärten zur Verfügung. Die Dauer der Schulpflicht beträgt 9 Jahre (2001–2002); in dieser Zeit ist der Schulbesuch gebührenfrei. Innerhalb dieses Abschnitts sind fünf Schuljahre in der Elementarstufe und drei Jahre Sekundarstufe vorgesehen. Letztere absolviert man in einer allgemeinen Sekundarschule. Im Anschluss daran bieten weiterführende Schulen der fortgeschrittenen Sekundarstufe eine berufsspezifische Ausbildung oder eine Vorbereitung auf die Universität an. Die Zugangsberechtigung zur Universität kann in Schulen verschiedener Ausrichtung erworben werden, in klassischen, wissenschaftlichen, pädagogischen, technischen oder Wirtschaftsschulen. Auch Kunstakademien und Musikkonservatorien können besucht werden; berufsspezifische Ausbildungsgänge schließen auch die Bereiche Industrie und Landwirtschaft ein.

4.1

Bildungseinrichtungen

Im 13. Jahrhundert wurden sechs italienische Universitäten gegründet, fünf im 14. Jahrhundert. Die älteste ist die Universität Bologna, sie geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück. Die Universität Rom ist mit circa 180 000 Studenten die größte des Landes. Weitere namhafte Universitäten befinden sich in Bari, Florenz, Genua, Mailand, Padua, Perugia, Pisa, Siena und Triest.

4.2

Kunst, Musik und Literatur

Von der Antike bis zur heutigen Zeit spielten die italienische Kunst und Architektur sowie die italienische Literatur international eine zentrale Rolle. Auch die italienische Musik war stil- und gattungsbildend, vor allem im Bereich der Oper, die im Italien des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts ihren Anfang nahm.

In Italien gibt es aufgrund der natürlichen geographischen Grenzen und des ungleichen kulturellen Erbes, das in den Kulturen der Griechen, Etrusker, Araber, Normannen und Langobarden wurzelt, auf kulturellem Gebiet bedeutende regionale Unterschiede. Diese Vielfalt spiegelt sich in den unterschiedlichen Dialekten, Feiertagen, Festen, Liedern und in der regionalen Küche wider.

Bedeutende italienischen Maler sind Giotto, Fra Angelico, Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian und Amedeo Modigliani, herausragende Komponisten Antonio Vivaldi, Gaetano Donizetti, Giacomo Puccini, Gioacchino Rossini und Giuseppe Verdi. Die Biennale, ein internationales Filmfestival in Venedig, ist weltbekannt. italienischer Film

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