![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 6 von 15
ItalienEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Ein weiterhin aktuelles Problem der italienischen Wirtschaft stellt das Nord-Süd-Gefälle dar. So ist z. B. die Industrialisierung in Norditalien wesentlich höher als in Süditalien. Hinsichtlich der Produktivität liegt der Süden in fast allen Wirtschaftsbereichen weit hinter dem Norden. Viele Süditaliener arbeiten in Norditalien oder im benachbarten Ausland. Die Arbeitslosenrate des gesamten Landes liegt bei etwa 8 Prozent (2004). Auch bei der Erwerbslosigkeit ist ein Nord-Süd-Gefälle zu verzeichnen (im Süden mehr, im Norden weniger). Das Bruttoinlandsprodukt Italiens beträgt etwa 1 851 Milliarden US-Dollar (2006). Davon werden gut 65 Prozent in der Dienstleistungsbranche, etwa 32 Prozent in der Industrie und nur knapp 3 Prozent im Agrarsektor erwirtschaftet. Von den rund 24 Millionen Arbeitern gehören etwa neun Millionen den drei großen Gewerkschaften an; der Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL) mit kommunistischer Ausrichtung (circa 4,6 Millionen Mitglieder), der zur politischen Mitte orientierten Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori (CISL; rund 3 Millionen Mitglieder) und der Unione Italiana del Lavoro (UIL; etwa 1,4 Millionen Mitglieder).
Fast 60 Prozent der Landesfläche Italiens werden landwirtschaftlich genutzt. Etwa 9 Prozent der Erwerbstätigen sind im Agrarsektor beschäftigt. Italien zählt weltweit zu den führenden Weinproduzenten, und auch in der Herstellung von Oliven und Olivenöl rangiert Italien international weit vorne. Weitere wichtige Feldfrüchte sind Weizen, Kartoffeln, Tomaten, Zuckerrüben, Mais und Reis; ferner werden Gerste, Roggen, Artischocken, Pfefferschoten und Wassermelonen angebaut. Überaus bedeutsam für die italienische Landwirtschaft ist der Obstanbau; im Vordergrund stehen dabei Äpfel, Orangen, Feigen und Datteln. Auch die Milchwirtschaft hat einen hohen Stellenwert; sie ermöglicht die Herstellung von etwa 50 verschiedenen Käsesorten, u. a. Gorgonzola, Pecorino und Parmesan. Während in den nördlichen Landesteilen vor allem Rinder- und Schweinezucht erfolgen, werden in Süditalien überwiegend Schafe und Ziegen gehalten.
In Italien ist die forstwirtschaftliche Industrie nur schwach ausgeprägt, große Mengen an Holz werden importiert. Ausgedehnte Gebiete, die früher mit Wald bedeckt waren, wurden bereits seit der Antike abgeholzt. Die damit einhergehende Bodenerosion behinderte die Wirtschaft weiter. In den letzten Jahren kam es verstärkt zu Wiederaufforstungen. Die Bedeutung des Fischfangs ist aufgrund der Überfischung des Mittelmeeres und anhaltender Gewässerverschmutzung stark zurückgegangen. Zu den wichtigsten Meerestieren zählen für die Fischerei Sardinen, Forellen, Anchovis, Garnelen, Tintenfische und Muscheln.
Italien ist ein relativ rohstoffarmes Land. Wichtige Bodenschätze sind neben Braunkohle, Erdöl und Erdgas vor allem Blei-, Antimon-, Zink- und Eisenerzlagerstätten. Außerdem werden Quecksilbererze, Schwefel und Salz (Stein- und Kalisalz) abgebaut. Ebenfalls wirtschaftlich bedeutend ist die Marmorgewinnung. Viele dieser Vorkommen befinden sich u. a. auf den Inseln Sizilien und Sardinien sowie in der Poebene.
Zu den wichtigen industriellen Produktionszweigen des Landes gehören neben der Metallverarbeitung der Maschinen- und Fahrzeugbau, die Elektrotechnik sowie die Herstellung chemischer Erzeugnisse. Darüber hinaus sind auch die Produktion von Nahrungs- und Genussmitteln (u. a. Teigwaren, Speiseöl, Käse und Wein) sowie die Leder-, Tabak- und Textilverarbeitung von herausragender Bedeutung. Eine besondere Rolle kommt dem Kunsthandwerk zu. Die führenden Industriezentren konzentrieren sich in Nord- und Mittelitalien. Wichtige Standorte des produzierenden Gewerbes sind Genua, Mailand, Rom und Turin.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |