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Italien

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Italien (Flagge und Hymne)Italien (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7

Geschichte

Zur Geschichte der Apenninenhalbinsel bis 476 n. Chr. siehe Etrusker und etruskische Kultur, Frühgeschichte Roms, Römische Republik und Römisches Kaiserreich.

7.1

Nach dem Ende des Weströmischen Reiches

In der letzten Phase des Weströmischen Reiches fielen im Rahmen der Völkerwanderung wiederholt auswärtige Völker in das Machtvakuum Italien ein, so etwa 410 die Westgoten unter Alarich I. und 452 die Hunnen unter Attila, und auch die folgenden etwa fünf Jahrhunderte blieb die Apenninenhalbinsel ein Spielball verschiedener Mächte, die sich in der Herrschaft über die ganze oder Teile der Halbinsel abwechselten.

476 setzte der Skirenfürst Odoaker den weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab und besiegelte damit das Ende des Weströmischen Reiches. Von seinem Heer zum König ausgerufen, übernahm Odoaker weitgehend die römischen Verwaltungsstrukturen, wurde auch vom römischen Senat anerkannt und anerkannte seinerseits die Oberhoheit des oströmischen Kaisers Zenon. Ab 488 bekämpfte der Ostgote Theoderich der Große im Auftrag Zenons Odoaker, schlug ihn 493 vernichtend und übernahm als Stellvertreter des oströmischen bzw. byzantinischen Kaisers die Herrschaft in Italien. Unter Theoderichs über 30-jähriger Herrschaft erlebte Italien nach einer langen Zeit der Kämpfe und des Niedergangs wieder eine Phase des Friedens, der kulturellen Blüte und des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs. Der Gegensatz allerdings zwischen dem arianischen Glauben der herrschenden Ostgoten und dem katholischen Glauben der Mehrheit der einheimischen Bevölkerung standen einer nachhaltigen Konsolidierung des Staates entgegen. Nach Theoderichs Tod 526 übernahm dessen Tochter Amalasuntha die Regentschaft in Italien; nach deren Tod 535 eroberten die byzantinischen Feldherrn Belisar und Narses im Auftrag ihres Kaisers Justinian I. in einem langwierigen Krieg (535-552/553) Italien für das Byzantinische Reich zurück. Bereits 568 endete mit dem Einfall der Langobarden unter ihrem König Alboin in Italien die byzantinische Herrschaft über die gesamte Halbinsel wieder. Die Langobarden brachten ganz Norditalien und die Toskana unter ihre Herrschaft, später auch noch die Herzogtümer Spoleto und Benevent in Mittel- und Süditalien. Ihre Hauptstadt wurde Pavia. Nur die Küstenregionen um Rom und Ravenna, Genua und Venedig und in Unteritalien Kalabrien und Apulien sowie Sizilien blieben in byzantinischer Hand und wurden von Exarchen verwaltet.

Die dritte bedeutsame Macht in Italien neben Langobarden und Byzantinern war das Papsttum mit dem ihm unterstehenden Grundbesitz der römischen Kirche, dem Patrimonium Petri (siehe Kirchenstaat). Bislang unter byzantinischer Oberhoheit, verlor das Papsttum im 8. Jahrhundert infolge des Bilderstreites den byzantinischen Schutz, so dass sich Papst Stephan II. 753 gezwungen sah, gegen die erneut den Kirchenstaat bedrohenden Langobarden den fränkischen König Pippin III. zu Hilfe zu rufen. 754 und 756 schlug Pippin die Langobarden und überließ ehemals langobardisches Gebiet (Ravenna, das die Langobarden erst 751 erobert hatten, und die Pentapolis) als so genannte Pippin’sche Schenkung dem Papst. 773/774 eroberte Karl der Große, erneut vom Papsttum zu Hilfe gerufen, das langobardische Reich und nahm den Titel Rex Langobardorum (König der Langobarden) an. Oberitalien wurde bald als „Reichsitalien” eng mit dem Frankenreich verbunden, das Herzogtum Spoleto wurde zur fränkischen Mark, und Benevent blieb vorerst unabhängig. Der Kirchenstaat stand unter dem Schutz Karls des Großen und seiner Nachfolger. 800 krönte Papst Leo III. Karl den Großen in Rom zum Kaiser und erneuerte damit das weströmische Kaisertum.

Ab dem 9. Jahrhundert wurde Italien zunehmend von den Sarazenen bedroht; ab 827 unterwarfen sie Sizilien und griffen wiederholt auch auf das Festland über. Den Karolingern bis einschließlich Ludwig II., dem letzten Kaiser und König von Italien in direkter Linie, gelang es, die Sarazenen abzuwehren; in der Folgezeit fiel diese Aufgabe mehr und mehr den regionalen Mächten zu, die sich unterdessen herausgebildet hatten und sich, da eine übergeordnete starke Königs- oder Kaisermacht fehlte, immer weiter verselbständigten. Zwar erhoben die Päpste noch verschiedene karolingische Könige zu Kaisern; aber im Zuge des allgemeinen Machtverfalls im Frankenreich boten diese Kaiser dem Papsttum kaum mehr Schutz gegen die Sarazenen und die seit dem späten 9. Jahrhundert ebenfalls in Italien einfallenden Ungarn sowie gegen die regionalen Mächte.

7.2

Unter kaiserlicher Oberhoheit

951 zog Otto I. nach einem Hilferuf Adelheids, der Witwe des letzten italienischen Königs, nach Italien, besiegte den Usurpator Berengar, nahm den Titel eines Königs der Langobarden an und setzte Berengar als Unterkönig in Reichsitalien ein. 961 zog Otto erneut nach Italien, diesmal von Papst Johannes XII. gegen Berengar zu Hilfe gerufen, besiegte Berengar und wurde 962 in Erneuerung des römischen bzw. karolingischen Kaisertums von Johannes XII. zum Kaiser gekrönt. Die Kaiserkrönung erneuerte die Schutzherrschaft des Kaisertums über den Kirchenstaat bzw. die Kirche, und sie begründete die Ausrichtung der mittelalterlichen deutschen Reichspolitik nach Italien.

Da den römisch-deutschen Königen bzw. Kaisern eine eigene Machtbasis in Nord- und Mittelitalien fehlte – Süditalien blieb außerhalb ihrer Reichweite –, mussten sie sich zur Durchsetzung ihrer Herrschaft auf regionale Fürsten und vor allem auf die Bischöfe stützen, auf deren Einsetzung sie starken Einfluss nahmen und denen sie weitreichende Herrschaftsrechte übertrugen (siehe Reichskirche).

7.2. 1

Die Normannen in Süditalien

Seit dem frühen 11. Jahrhundert begannen sich die Normannen in Süditalien festzusetzen, verdrängten nach und nach die Langobarden und die Byzantiner aus ihren Herrschaften und bedrohten zeitweise auch den Kirchenstaat. Das Papsttum suchte zunächst bei den Kaisern um Hilfe gegen die Normannen nach; 1059 allerdings erhob Papst Nikolaus II. den Normannen Robert Guiscard zum Herzog von Apulien, Kalabrien und Sizilien (das vorerst noch in sarazenischer Hand war) und sicherte damit dem Papsttum in seiner Auseinandersetzung mit den römisch-deutschen Kaisern die Unterstützung seitens der Normannen. Roberts Bruder Roger I. eroberte 1091 Sizilien, Rogers Sohn Roger II. vereinte 1127 die normannischen Gebiete in Süditalien und auf Sizilien zu einem Herrschaftsbereich, und 1130/1139 erkannte das Papsttum den normannischen Herrschaftsbereich als Königreich an.

7.2. 2

Der Konflikt mit dem Papsttum und den Städten

Etwa ein Jahrhundert lang war das Verhältnis Papsttum–Kaisertum durchaus kooperativ, das Kaisertum förderte sogar das Reformpapsttum. Ab der Mitte des 11. Jahrhunderts bestritten die Reformpäpste dem Kaisertum allerdings weitgehend die Verfügungsgewalt über die Kirche, u. a. bestritten sie dem Kaisertum das Recht auf die Einsetzung von Bischöfen. Die Auseinandersetzung zwischen Papsttum und Kaisertum über die Verfügungsgewalt der weltlichen über die geistliche Macht kulminierte unter Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV. im Investiturstreit. Durch das Wormser Konkordat von 1122, am Ende des Investiturstreites, wurde dem Kaiser die Einflussnahme auf die Besetzung der Bistümer weitgehend entzogen. Für die Entwicklung in Italien war der Investiturstreit bzw. dessen Ergebnis insofern von außerordentlicher Bedeutung, als er den Aufstieg der oberitalienischen Städte einleitete, das Papsttum als Konkurrenzmacht zum Kaisertum etablierte und im Grunde den Beginn der Loslösung Italiens vom Heiligen Römischen Reich markierte.

Die oberitalienischen Städte suchten sich seit dem frühen 11. Jahrhundert aus der Macht der vom Kaiser eingesetzten und von ihm mit umfassenden weltlichen Rechten ausgestatteten Bischöfe zu lösen; im Zuge des Investiturstreites gelang es ihnen weitgehend, sich aus bischöflicher Herrschaft zu befreien und als autonome Kommunen zu etablieren. Der enorme wirtschaftliche Aufschwung vor allem der Hafenstädte im Rahmen der Kreuzzüge stärkte das Selbstbewusstsein, die Autonomiebestrebungen und die Macht der oberitalienischen Kommunen noch weiter. Als Stütze seiner Herrschaft kamen für das Kaisertum die selbständigen oder nach Selbständigkeit strebenden Städte nicht (mehr) in Frage (sie ergriffen im Gegenteil in den folgenden Konflikten zwischen Papsttum und Kaisertum in der Regel Partei für das Papsttum), und die Bischöfe waren als verlässliches Herrschaftsinstrument ausgeschaltet.

Kaiser Friedrich I. suchte zwischen 1158 und 1177 in mehreren Italienzügen die kaiserliche Oberhoheit über Ober- und Mittelitalien wieder herzustellen, scheiterte aber am Ende an der erbitterten Gegenwehr des Papsttums und vor allem der oberitalienischen Städte bzw. des Lombardenbunds, zu dem sich 1167 einige der mächtigsten Städte zusammengeschlossen hatten. 1183 musste Friedrich I. den oberitalienischen Städten im Frieden von Konstanz weitgehende Autonomie zugestehen.

1184 verheiratete Friedrich I. seinen Sohn Heinrich VI. mit der Erbin des normannischen Königreiches Sizilien (das neben Sizilien ganz Unteritalien umfasste; siehe Königreich Neapel), womit die Staufer über ganz Italien mit Ausnahme des Kirchenstaates herrschten. In seinem Bemühen, sich aus der staufischen Umklammerung zu befreien, unterstützte das Papsttum nach Heinrichs Tod 1197 das welfische Kaisertum; 1211 anerkannte Papst Innozenz III. dann jedoch Heinrichs Sohn Friedrich II., seit 1198 König von Sizilien und zugleich Mündel des Papstes, als römisch-deutschen König. Innozenz III. hatte das relative Machtvakuum in Italien nach Heinrichs Tod genutzt, um den Kirchenstaat als unabhängiges Staatswesen in Mittelitalien zu konsolidieren, und durch seinen entscheidenden Einfluss auf die Besetzung des Kaiserthrones führte er das Papsttum auf den Höhepunkt seiner politischen Macht. Friedrich II. errichtete in seinem unteritalienischen Königreich ein zentralistisches, straff organisiertes Staatswesen; in Oberitalien und gegenüber dem Papsttum suchte er die kaiserliche Oberhoheit mit Waffengewalt wiederherzustellen. Als sich eine militärische Entscheidung zu seinen Gunsten anzudeuten schien, starb Friedrich 1250. Mit dem Tod von Friedrichs Sohn und Nachfolger Konrad IV. 1254 brach die kaiserliche Herrschaft in Ober- und Mittelitalien endgültig zusammen.

7.3

Italien im Spätmittelalter

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