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    Auseinandersetzung mit dem Ansatz Marx zur Lösung der sozialen Frage ... Biographie. 1818: geboren in Trier. ursprünglich waren sowohl Vater als auch Mutter Juden

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Karl Marx

Enzyklopädieartikel
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Zeittafel: Karl MarxZeittafel: Karl Marx
Artikelgliederung
3.2.6. 2
Kapitalismus und Ideologie

Ideologie, also verkehrtes Bewusstsein, entsteht im Kapitalismus deswegen, weil die oben angeführten Voraussetzungen nicht unmittelbar einsehbar sind und dadurch die Produkte der Arbeit im Kapitalismus ein scheinbar selbständiges Leben führen, um als Dinge (Sachzwänge) über die Menschen zu herrschen. In Wahrheit verbirgt sich aufgrund der kapitalistischen Produktionsweise hinter den „Sachzwängen” jedoch immer die Herrschaft des Menschen über den Menschen, die Herrschaft der einen Klasse, der Kapitalisten, über die andere Klasse, die Proletarier.

3.2. 7

Misère de la Philosophie – Das Elend der Philosophie

In der 1847 auf französisch erschienen Schrift Misère de la Philosophie distanzierte sich Marx eindeutig von den sozialistischen Vorstellungen Proudhons, die jener in seinem Buch Philosophie des Elends dargelegt hatte. Die Veränderung der Gesellschaft ist bei Marx nun keine moralische Angelegenheit mehr, sondern eine Sache der Entwicklung der Produktionsverhältnisse und somit wissenschaftlich erforschbar. „Die sozialen Verhältnisse sind eng verknüpft mit den Produktivkräften. Mit der Erwerbung neuer Produktivkräfte verändern die Menschen ihre Produktionsweise, und mit der Veränderungen der Produktionsweise, der Art, ihren Lebensunterhalt zu gewinnen, verändern sie alle ihre gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Handmühle ergibt eine Gesellschaft mit Feudalherren, die Dampfmühle eine Gesellschaft mit industriellen Kapitalisten.” Dem moralischen Sozialismus Proudhons, dem er einige Jahre vorher selbst noch anhing, setzte Marx jetzt – gestützt auf die Weiterentwicklung der eigenen materialistischen Geschichtsauffassung – die Position des Klassenkampfes entgegen.

3.2. 8

Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie

3.2.8. 1
Geld und Kapital

Marx’ Methode in seinem Hauptwerk Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie ist „Kritik durch Darstellung”: Der Kapitalismus wird dargestellt als in letzter Instanz sich selbst zerstörende Produktionsweise. Von der Analyse der einzelnen Ware und dem ihr inhärenten Verhältnis von Tauschwert und Gebrauchswert über das Geld und die Warenzirkulation gelangt Marx zum Begriff des Kapitals. Zum Kapital wird Geld dann, wenn es nicht mehr nur als Zwischenstadium, als allgemeines Tauschmittel zur Erlangung von Waren dient. Die dem Kapitalismus vorhergehenden Produktionsweisen waren durch folgendes Verhältnis von Ware und Geld gekennzeichnet: Waren wurden produziert, um sie gegen das allgemeine Zahlungsmittel Geld einzutauschen, mit dem man sich dann die für das eigene Leben notwendigen Waren kaufen konnte. Im Kapitalismus verändert sich dieses Verhältnis: Man investiert Geld, um durch die Produktion von Waren mehr Geld zu bekommen. Geld wird also eingesetzt, um mehr Geld zu machen. Diese Erscheinungsweise des Geldes nennt Marx Kapital. Warum dieser Prozess überhaupt funktionieren kann, warum die darin verstrickten Individuen, Kapitalisten wie Arbeiter, zunächst einmal ein falsches Bewusstsein über dieses Verhältnis haben, warum sich dieser Prozess gegen den Willen der beteiligten Individuen durchsetzt und warum dieser Prozess zwangsläufig in die Krise und dann an sein Ende gelangt, erklärt Marx in seinem Hauptwerk, dem er Jahre seines Lebens, seine Gesundheit und, nach eigener Aussage, auch das Glück seiner Familie geopfert hat.

3.2.8. 2
Der Mehrwert

Kernbestandteile seiner Erklärung dafür, warum dieser Prozess überhaupt funktionieren kann, sind Marx’ Arbeitswertlehre und seine Mehrwerttheorie. Zwar gingen auch die klassischen Ökonomen wie Ricardo davon aus, dass sich der Wert der einzelnen Ware in letzter Instanz auf die darin aufgewendete Arbeit zurückführen lässt, aber erst Marx brachte diese Überlegungen in ein systematisches Verhältnis. Der Kapitalist kauft dem Arbeiter nämlich nicht seine Arbeit, sondern seine Arbeitskraft ab: In Form seiner Arbeitskraft wird dadurch der einzelne Arbeiter selbst zur Ware; er ist Träger der Ware Arbeitskraft. Der Lohn, den er für diese Arbeitskraft bekommt, entspricht der Menge an Geld, die der Arbeiter braucht, um sich und seine Familie reproduzieren, also zu ernähren und über die Jahre bringen zu können.

Der Kapitalist kauft also die Ware Arbeitskraft ein und wendet sie im Produktionsprozess an. Mehrwert erzielt er durch folgenden Vorgang: Die pro Tag vom Arbeiter erstellten Produkte/Waren stellen einen bestimmten Wert dar. Dieser Wert berechnet sich nach Marx nach der durchschnittlichen Menge an Arbeitszeit, die zu seiner Produktion notwendig waren. Der Arbeiter überträgt also durch sein gezieltes und organisiertes Arbeiten Wert auf die Waren. Nach Marx verausgabt der Arbeiter seine Arbeitskraft in der Ware und schafft damit einen Wert, einen Tauschwert. Ausgetauscht werden die Waren im Verhältnis der in ihnen geronnen durchschnittlichen menschlichen Arbeitszeit. Damit die Waren jedoch überhaupt ausgetauscht werden können, müssen sie für den, der sie erwirbt einen Gebrauchswert darstellen.

3.2.8. 3
Der Produktionsprozess

In diesem Austauschprozess der Waren untereinander sieht Marx daher keineswegs die Keimzelle des Kapitalismus. Der Kern des Kapitalismus steckt vielmehr in der Produktion und nicht beim Austausch der Produkte, auf dem Markt. Mehrwert erzielt der Kapitalist nämlich nicht dadurch, dass er die Waren über ihrem Wert verkauft. Er kauft und verkauft die Waren zu ihrem tatsächlichen Wert. Mehrwert erzielt der Kapitalist ausschließlich dadurch, dass er die von ihm zu einem korrekten Preis eingekaufte Ware Arbeitskraft länger Waren herstellen bzw. länger Wert produzieren lässt, als ihn diese Ware selbst gekostet hat. Wenn der Umfang aller Kosten zur Reproduktion des Arbeiters den Wert eines halben Arbeitstages darstellt, wenn der Arbeiter also vier Stunden lang zur eigenen Reproduktion arbeiten müsste, dann nimmt der Kapitalist einen Mehrwert von 100 Prozent ein, wenn er diese Ware Arbeitskraft nicht nur vier, sondern acht Stunden pro Tag arbeiten lässt. Laut Marx teilt sich daher das Kapital auf in zwei Bereiche: Es gibt zum einen das konstante Kapital – das ist der Teil des Kapitals, der von den Produktionsmitteln, also den Rohmaterialien, den Hilfsstoffen, den Gebäudekosten usw. repräsentiert wird; daneben gibt es das variable Kapital – das ist der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals, aus dem alleine und ausschließlich der Mehrwert geschöpft wird.

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