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Windows Live® Suchergebnisse JohanniterordenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Johanniterorden, kurz: Johanniter, auch Hospitaliter, vollständig: Ritterlicher Orden Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem (Ordo militiae S. Johannis Baptistae hospitalis Hierosolimitani), ältester geistlicher Ritterorden. Während der Reformation teilte sich der Orden in den katholischen Malteserorden und den protestantischen Johanniterorden.
Der Orden geht zurück auf ein Hospital für kranke und arme Pilger in Jerusalem, das Kaufleute aus Amalfi um 1048 oder einige Jahre später gründeten und von einer Laienbruderschaft geführt wurde. Nach der Eroberung Jerusalems während des 1. Kreuzzuges 1099 schlossen sich zahlreiche Kreuzritter der Bruderschaft an, und es wurden auch bald einige Tochterhospitäler gegründet, zumeist in Italien. 1113 erkannte Papst Paschalis II. den Orden an. Unter Raimund von Puy, der den Orden von 1120 bis 1160 leitete, erhielt der Orden eine erste Regel, die der Augustinerregel folgte und die üblichen Mönchsgelübde (Armut, Gehorsam und Keuschheit) einschloss; darüber hinaus hatten sich die Brüder karitativen Tätigkeiten (Krankenpflege) und militärischen Aufgaben (bewaffneter Schutz der Pilger) zu widmen. Das Oberhaupt des Ordens war der auf Lebenszeit gewählte Meister (seit dem 15. Jahrhundert Großmeister). Anfang des 13. Jahrhunderts entstanden als nationale Organisationen des Ordens, der sich aus verschiedenen Ländern Europas rekrutierte, die so genannten Zungen. Diese Zungen waren in Priorate untergliedert; die Priorate waren in Balleien unterteilt, die sich wiederum aus Kommenden zusammensetzten.
Nach der Rückeroberung des Heiligen Landes durch die Muslime, die mit dem Fall von Akko 1291 abgeschlossen war, ließen sich die Johanniter zunächst auf Zypern nieder, brachten dann Rhodos unter ihre Kontrolle und richteten dort 1306 ihren Hauptsitz ein; nach diesem ihrem neuen Sitz wurden die Ritter nun auch Rhodiner genannt. In der Folgezeit dehnte der Orden seine Herrschaft auch auf andere Inseln des Dodekanes und sogar das kleinasiatische Festland aus und errichtete ein nahezu unabhängiges Staatswesen. Einen großen Zuwachs an politischer und militärischer Macht und an Wirtschaftskraft brachte dem Orden die Auflösung des Templerordens 1312, dessen reicher Besitz im Wesentlichen auf die Johanniter überging. Gut zwei Jahrhunderte lang konnte sich der Orden als letztes Bollwerk des christlichen Abendlandes im östlichen Mittelmeer gegen die Muslime behaupten und seinen Sitz zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum ausbauen.
1522 eroberten die Osmanen Rhodos und verdrängten die Johanniter. Nach einer Zwischenstation in Viterbo (Italien) richtete der Orden seinen Sitz 1524 auf der Insel Malta ein, die er 1530 von Kaiser Karl V. als Lehen erhielt. Die Reformation ging auch am Johanniterorden nicht spurlos vorüber: Vor allem in den protestantischen Ländern Skandinaviens sowie in England verlor der Orden seine Besitzungen. Die Ballei Brandenburg übernahm die Reformation und firmierte weiterhin unter dem Namen Johanniter, während der katholische Hauptzweig mit Sitz auf Malta nun Malteserorden genannt wurde. Ab dem 17. Jahrhundert schwand die Bedeutung der Malteser als Militärmacht im Mittelmeerraum, wenngleich sie noch immer eine wichtige Rolle im Kampf des christlichen Abendlandes gegen die Osmanen spielten. Mit der Eroberung Maltas 1798 durch französische Truppen endete die Ordensherrschaft über die Insel und mit ihr die militärischen Aufgaben der Malteser. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Ordensbesitz in fast allen Ländern entschädigungslos säkularisiert. Seit 1834 hat der Malteserorden seinen Sitz in Rom. Heute ist der Malteserorden in mehr als 50 Ländern mit Ordensniederlassungen oder Hilfsdiensten vertreten, und in über 100 Ländern ist der Orden karitativ tätig. In Deutschland gründete der Orden 1953 zusammen mit der Caritas den Malteser Hilfsdienst e.V., der u. a. in der Altenpflege, im Sanitätsdienst, in Hospizeinrichtungen und in Rettungsdiensten aktiv ist.
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