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SenegalEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Hauptimportgüter sind neben Erdöl, Getreide und Nahrungsmitteln u. a. Maschinen und Transportausrüstungen, chemische und pharmazeutische Produkte sowie Stahl und andere Metalle. Hauptexportgüter sind Erdnüsse, Erdnussöl und andere Erdnussprodukte, die den Großteil der jährlichen Exporteinkünfte erbringen. Ferner werden z. B. Fisch, Phosphate, Düngemittel, Erdölprodukte, chemische Erzeugnisse und Textilien exportiert. Wichtige Handelspartner sind Frankreich, Belgien, Brasilien, China, Italien, Indien, Mali, Nigeria, Thailand, Spanien und die USA. Die senegalesische Währung ist der CFA-Franc (Franc de la Communauté Financière de l’Afrique) zu 100 Centimes, der auch in anderen ehemaligen französischen Kolonien in Afrika gesetzliches Zahlungsmittel ist. Er wurde in diesen Ländern eingeführt, um nach ihrer politischen Unabhängigkeit die Währungsbeziehungen zu Frankreich aufrechtzuerhalten. Für Senegal wird der CFA-Franc, der mittlerweile an den Euro gekoppelt ist, von der Zentralbank von Westafrika ausgegeben, die ihren Hauptsitz in Dakar hat.
Senegal verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz mit einer Länge von 13 576 Kilometern, wobei es sich größtenteils um befestigte Straßen handelt (2003). Das Eisenbahnnetz ist 906 Kilometer lang (2004) und verbindet die Städte der Küstenregion mit dem Landesinneren und dem Nachbarland Mali. Eine besondere Rolle hat der Hafen von Dakar, denn er ist eine Freihandelszone und zugleich einer der größten und bedeutendsten Seehäfen Westafrikas. Von Dakar gibt es Fährverbindungen zu anderen Häfen, wie Saint-Louis im Norden oder Ziguinchor im Süden sowie nach Banjul, der Hauptstadt von Gambia. Größere Städte des Landes sind z. B. auch mit dem Flugzeug erreichbar. Die mittlerweile privatisierte nationale Fluggesellschaft Air Sénégal bietet Inlandsflüge und Flüge ins Ausland an. Der internationale Flughafen liegt etwa 17 Kilometer außerhalb von Dakar. Der Tourismus ist weiterhin eine wichtige Devisenquelle des Landes. Vor allem die Sandstrände und die Nationalparks, darunter ein Wildreservat, üben eine große Anziehungskraft aus.
Funde zeugen von einer Besiedelung des Gebiets des heutigen Senegal bereits in der Steinzeit. Um 500 n. Chr. zogen die Wolof und die Serer aus dem Nordosten in die Region, und im 9. Jahrhundert siedelten die Tukulor im Flusstal des Senegal. Das mächtige Tukulor-Reich Tekrur beherrschte vom 11. bis zum 14. Jahrhundert den östlichen Teil des heutigen Senegal. Im 15. Jahrhundert waren dort verschiedene Wolof- und Sererstaaten fest etabliert. Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein behielt das Reich der Wolof nahe der Küste die Oberhoheit über die anderen Wolofstaaten, darunter Baol, Wale und Cayor.
Die Portugiesen waren 1444/45 zur Senegalmündung und nach Cap Vert vorgedrungen und gründeten Niederlassungen; seitdem bestanden Handelsbeziehungen zu Europa: Die Portugiesen tauschten Stoffe und Metallwaren gegen Gold und Elfenbein. Im 16. Jahrhundert wurden die Portugiesen von den Niederländern verdrängt, die wiederum im 17. Jahrhundert den Franzosen weichen mussten, die nun den Handel in der gesamten Küstenregion, zu dem nun auch der lukrative Sklavenhandel mit Amerika gehörte, dominierten. In der Folgezeit konnte Frankreich seinen Einflussbereich noch weit ins Landesinnere ausdehnen, stieß jedoch an dem mächtigen Fulbereich Futa Toro am Unterlauf des Senegal an seine Grenzen. Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) eroberten die Briten die französischen Handelsniederlassungen, die allerdings schon wenig später an Frankreich zurückgegeben wurden.
1854 erklärte Frankreich den Senegal zur französischen Kolonie, eroberte bis 1890 auch das Landesinnere und festigte dort seine Herrschaft. 1895 wurde Senegal Teil von Französisch-Westafrika, das von dem 1857 gegründeten Dakar aus verwaltet wurde, das zugleich auch Hauptstadt von Senegal war. Als erster Schwarzafrikaner wurde der Senegalese Blaise Diagne 1914 in die französische Nationalversammlung entsandt. 1920 erhielt Senegal einen eigenen Kolonialrat, bestehend aus gewählten Vertretern und Stammeshäuptlingen, der allerdings nur über geringe Kompetenzen verfügte. 1946 wurde Senegal Mitglied der Französischen Union; zugleich erhielten alle Bürger der Kolonie das Wahlrecht. Im Rahmen der Umwandlung der Französischen Union in die Französische Gemeinschaft 1958 erhielt Senegal innere Autonomie und wurde Republik. Im darauf folgenden Jahr schloss sich Senegal mit Französisch-Soudan (dem heutigen Mali) zur Föderation Mali zusammen; deren Präsident wurde Léopold Sédar Senghor, seit langem einer der führenden Köpfe der senegalesischen Unabhängigkeitsbewegung.
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