Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Senegal", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Verwandte Elemente
Daten und Fakten
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Senegal

Windows Live® Suchergebnisse

  • senegal.de

    Der Internet-Auftritt www.senegal.de wird zur Zeit überarbeitet. Für Fragen und Anregungen steht gerne zur Verfügung: Stefan Schmitz Arbeitskreis Afrika im

  • Kinderhilfe Senegal 1994 e.V.

    Wir sind ein aktiver Verein um den Menschen, vor allem Kindern, in Senegal zu helfen ... Willkommen auf der Homepage des Kinderhilfe Senegal 1994 e.V.

  • Auswärtiges Amt - Senegal

    Weiterführende Informationen, Kulturpolitik, sowie Adressen der in- und ausländischen Vertretungen.

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse
Seite 6 von 6

Senegal

Enzyklopädieartikel
Multimedia
Senegal (Flagge und Hymne)Senegal (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
7.3

Die unabhängige Republik Senegal

Am 20. Juni 1960 wurde die Föderation Mali in die Unabhängigkeit entlassen; zwei Monate später, am 20. August 1960, verließ Senegal die Föderation und konstituierte sich als eigenständige, unabhängige Republik mit Senghor als ihrem Präsidenten, der bis zu seinem Rücktritt 1980 regelmäßig im Amt bestätigt wurde. Nach einem erfolglosen Staatsstreich seines Gegenspielers und Ministerpräsidenten Mamadou Dia wurden die Befugnisse des Präsidenten in einer neuen Verfassung, die 1963 in Kraft trat, erweitert; zudem führte Senghor, gestützt auf seine Union Progressiste Sénégalaise (UPS), ein gemäßigtes Einparteienregime ein, in dem im Gegensatz zu ähnlichen Regimes doch eine ganze Reihe von Bürgerrechten gewahrt blieb. Nicht zuletzt in Reaktion auf zunehmende Proteste gegen seine Herrschaft leitete Senghor ab 1974 eine vorsichtige Demokratisierung ein, die auch ein – allerdings eingeschränktes – Mehrparteiensystem einschloss.

Nach Senghors Rücktritt übernahm am 1. Januar 1981 Abdou Diouf, ein enger Vertrauter Senghors und seit 1970 Ministerpräsident, das Amt des Staatspräsidenten, unter dem das Land zu einem uneingeschränkten Mehrparteiensystem zurückkehrte. 1982 schloss sich Senegal mit Gambia zur Konföderation Senegambia zusammen; die Konföderation brach jedoch 1989 wieder auseinander. Im selben Jahr kam es zu Grenzkonflikten mit Mauretanien, in deren Verlauf mehrere hundert Menschen getötet wurden. Durch eine Verfassungsänderung wurde 1991 die Amtszeit des Präsidenten auf zwei siebenjährige Amtsperioden begrenzt. Die Präsidentschaftswahlen 1993 gewann erneut Diouf, aus den Parlamentswahlen ging seine Partei, die 1976 in Parti Socialiste (PS) umbenannte UPS, ebenfalls als Siegerin hervor. Dennoch berief Diouf, auch um den zunehmenden Unruhen und den Protesten der Opposition zu begegnen, einige Vertreter des oppositionellen Parti Démocratique Sénégalais (PDS) in die Regierung. Die Parlamentswahlen im Mai 1998 gewann erneut der regierende PS; der Regierung gehörte nun nur noch ein Oppositionspolitiker an.

Seit Beginn der achtziger Jahre strebte die Provinz Casamance im Süden des Landes, die vom Norden durch Gambia abgetrennt ist und sich ethnisch, kulturell und sozial vom Norden unterscheidet, die Unabhängigkeit an. Angeführt vom Mouvement des Forces Démocratiques de la Casamance (MFDC), weitete sich die Auseinandersetzung des Südens mit der Regierung zu bewaffneten Konflikten aus und mündete 1997 schließlich in einen Bürgerkrieg, der innerhalb kurzer Zeit Hunderte Todesopfer forderte. 1999 wurden unter Vermittlung Gambias Verhandlungen mit den Rebellenbewegungen eingeleitet; aber erst im Dezember 2004 wurde ein Friedensvertrag abgeschlossen, nachdem der MFDC das Ende des Bürgerkrieges verkündet hatte. Die Lage in Casamance blieb jedoch weiterhin gespannt, da nicht alle der Rebellenführer des inzwischen durch Macht- und Richtungskämpfe in mehrere Gruppen zersplitterten MFDC den Friedensvertrag akzeptierten.

Bei den Präsidentschaftswahlen im März 2000 unterlag Diouf dem Kandidaten der Opposition, Abdoulaye Wade vom PDS. Wade bildete eine Mehrparteien-Minderheitsregierung, die jedoch vom PS, der weiterhin über die Mehrheit im Parlament verfügte, immer wieder blockiert wurde. Daher initiierte er eine neue Verfassung, die u. a. die höchstens zwei Amtsperioden des Präsidenten auf fünf Jahre reduzierte und seine Befugnisse zugunsten des Ministerpräsidenten beschränkte, die Bürgerrechte stärkte, aber dem Präsidenten auch das Recht einräumte, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzuberaumen. Im Januar 2001 wurde die neue Verfassung in einem Referendum bestätigt. Bei den vorgezogenen Neuwahlen im April 2001, die auf der Grundlage der neuen Verfassung stattfanden, gewann Wades vom PDS angeführtes, aus etwa 40 Parteien bestehendes Parteienbündnis SOPI mit 89 Mandaten die absolute Mehrheit, während der PS, bisher absolut stärkste Kraft im Parlament, nur noch zehn Mandate erhielt. Das Wahlergebnis markierte die endgültige Ablösung der 40-jährigen Herrschaft des PS, die mit der Wahl Wades zum Präsidenten eingeleitet worden war. Jedoch erwies sich die 40-Parteien-Koalition als konfliktanfällig, so dass die Regierung im Jahresrhythmus oder sogar häufiger umgebildet werden musste. Ein ungelöstes Problem blieb weiterhin die schwache Wirtschaft und die daraus resultierende Armut, die zahlreiche Senegalesen zur Flucht vor allem in Länder der Europäische Union zwang. 2003 wurde der Conseil de la République pour les Affaires économiques et sociales geschaffen, der dazu beitragen sollte, die drängendsten wirtschaftlichen und sozialen Probleme zu lösen. Bei den Präsidentschaftswahlen im Februar 2007 wurde Wade im Amt bestätigt.

Zurück
| | | | |
Nächste
In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft