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Stevie Wonder

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Stevie WonderStevie Wonder

Stevie Wonder, eigentlich Steveland Judkins Morris, (*1950), amerikanischer Popmusiker und Songschreiber. Mitte der sechziger bis Mitte der achtziger Jahre war der blinde Multiinstrumentalist einer der populärsten und erfolgreichsten Musiker im Bereich des Rhythm and Blues, Soul und Funk.

Wonder wurde am 13. Mai 1950 in Saginaw (Michigan) geboren. Aufgrund einer Fehlversorgung kurz nach seiner Geburt erblindet, begann er im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen, Schlagzeug und Mundharmonika kamen bald hinzu. Mit neun Jahren war er Solist eines Kirchen-Gospelchors; als Elfjähriger erhielt er einen Plattenvertrag beim Detroiter Motown-Plattenlabel. Dort wurde er zunächst als „Little Wonder Boy” (kleines Wunderkind) promotet, woraus bald der Künstlername „Little Stevie Wonder” wurde. Die ersten beiden, Rhythm and Blues mit Gospel verbindenden Alben Tribute to Uncle Ray (1962), eine Reverenz an den ebenfalls blinden Soulmusiker Ray Charles, sowie The Jazz Soul of Little Stevie (1963) verkauften sich mäßig. Mit der Single Fingertips (Part 2) (1963) erreichte Wonder überraschend Platz eins der US-Charts; auch das parallel herausgebrachte Livealbum The 12 Year Old Genius kam an die Spitze der Hitparade und markierte den Durchbruch des Jungen.

Als Wunderkind und Genie gefeiert, erreichte Stevie Wonder (der Zusatz „Little” verschwand 1964 aus seinem Namen) mit seinen folgenden Singles regelmäßig die Charts; bei diesen Einspielungen übernahm er neben dem Gesang zumeist auch die Orgel-, Piano-, Mundharmonika- und Perkussionsbegleitung selbst. Bis Ende der sechziger Jahre erschienen die Alben Up-tight Everything’s Alright (1966), Down to Earth (1967), I Was Made to Love Her (1968), For Once in My Life (1969) und My Cherie Amour (1969); die größten Hits daraus waren Uptight (Everything’s Alright) (1966), die Bob-Dylan-Coverversion Blowin’ in the Wind (1966), I Was Made to Love Her (1967), Shoo-Be-Doo-Be-Doo-Da-Day (1968), For Once in My Life (1968) und Yester-me, Yester-you, Yesterday (1969). In der Folge profilierte er sich vor allem mit eindrucksvollen Lovesongs zunehmend als fortschrittlichster Komponist und Interpret schwarzer Musik zwischen Spiritual, Blues, Soul und Funk und wurde außerdem als perfektionistischer Produzent und Arrangeur zu einem herausragenden Protagonisten des „Motown Sounds”.

Nachdem ihm Motown in einem neuen Vertrag völlige künstlerische Autonomie zugestanden hatte, entstanden die Alben Signed, Sealed and Delivered (1970) und Where I’m Coming From (1970). Die erfolgreichste Phase seiner Karriere begann mit der religiös inspirierten, von ihm fast völlig allein eingespielten LP Music of My Mind (1971). Das Album Talking Book (1972), das er in Zusammenarbeit mit dem Rockgitarristen Jeff Beck produzierte, enthielt die Superhits You Are the Sunshine of My Life und Superstition. Welterfolge wurden auch die drei folgenden Alben Innervisions (1973) mit den Hits Higher Ground und Don’t You Worry ’Bout a Thing, Fulfillingness’ First Final (1974) mit der Richard-Nixon-Attacke You Haven’t Done Nothin’ sowie Songs in the Key of Life (1976) mit I Wish, der Duke-Ellington-Hommage Sir Duke und dem Disco-Hit Isn’t She Lovely. Allein zwischen 1974 und 1977 gewann Wonder 14 Grammy Awards, darunter für alle drei genannten LPs die Auszeichnung „Bestes Album des Jahres”.

Wonder, nun auf der Höhe seines Ruhms, ließ sich nun immer mehr Zeit für neue Veröffentlichungen. Auf das ambitionierte Doppelalbum Journey Through the Secret Life of Plants (1979) folgte Hotter Than July (1980) mit dem Smashhit Happy Birthday, den Wonder Martin Luther King widmete (später setzte er sich erfolgreich dafür ein, dass der Geburtstag des ermordeten Bürgerrechtlers in den USA als Martin-Luther-King-Tag zu einem nationalen Feiertag wurde). Dann wurde es etwas stiller um den Musiker, lediglich das die Rassentrennung anprangernde Duett mit Paul McCartney Ebony and Ivory (1982) sowie ein Greatest-Hits-Album erschienen. 1984 kehrte er mit dem Soundtrack zu Gene Wilders The Woman in Red (Die Frau in Rot) in die Charts zurück; die darin enthaltene Ballade I Just Called to Say I Love You wurde ein Welthit und brachte Wonder einen Oscar für die beste Filmmusik ein. Diesen widmete er dem inhaftierten südafrikanischen Freiheitskämpfer Nelson Mandela; sein Engagement gegen die Apartheid manifestierte er darüber hinaus in Interviews, auf Demonstrationen sowie mit dem Stück It’s Wrong auf dem Album In Square Circle (1985), das außerdem den Hit Part-Time Lover enthielt.

Wonders folgende Alben Characters (1987), Jungle Fever (1991; Soundtrack zum gleichnamigen Film von Spike Lee) und Conversation Peace (1995) fanden weniger Käufer als seine früheren Werke und riefen auch bei der Kritik nur gemischte Reaktionen hervor. Nach zehnjähriger Pause erschien 2005 mit A Time to Love wieder ein Studioalbum, das ein bescheidenes Comeback auslöste. Der 1996 mit einem Grammy für sein Lebenswerk ausgezeichnete Künstler erhielt im Lauf seiner Karriere mehr als 120 Goldene und über 80 Platinschallplatten. Neben seinen eigenen Veröffentlichungen komponierte und produzierte er zahlreiche Hits anderer Musiker; so arbeitete er u. a. mit Michael Jackson, Dionne Warwick, Elton John, Gladys Knight, Quincy Jones, B. B. King, Barbra Streisand, den Supremes, den Temptations, Julio Iglesias und Coolio zusammen.

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