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Hannah Arendt

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Hannah ArendtHannah Arendt

Hannah Arendt (1906-1975), amerikanische Politologin und Schriftstellerin deutscher Herkunft. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre Arbeiten zum Totalitarismus.

Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren. Nach Abschluss der Schule studierte sie Philosophie u. a. bei Edmund Husserl, Martin Heidegger und Karl Jaspers. Sie promovierte 1929 an der Universität Heidelberg, ihre Doktorarbeit befasste sich mit dem Begriff der Liebe bei Augustinus. Arendt war jüdischer Abstammung und verließ Deutschland 1933. Sie ging zunächst nach Paris, um schließlich 1940 in die Vereinigten Staaten zu emigrieren – 1951 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. In New York nahm sie eine Tätigkeit als Lektorin auf und engagierte sich in verschiedenen jüdischen Organisationen. Ihr Hauptaugenmerk legte sie jedoch zunehmend auf die Erforschung des Totalitarismus. Sie schrieb dazu verschiedene Abhandlungen und veröffentlichte 1951 ihr erstes Buch The Origins of Totalitarism, das ein enormer Erfolg wurde; 1955 erschien die deutsche, überarbeitete Fassung Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. In diesem Werk stellt die Autorin Nationalsozialismus und Bolschewismus den aus der Antike bekannten Formen totalitärer Machtsysteme gegenüber und liefert in einer Analyse mögliche Ursprünge des Totalitarismus. Außerdem setzt sie sich mit dem sensiblen Problem Antisemitismus als politische Weltanschauung kritisch auseinander. Durch den Erfolg ihres Werkes erhielt die Autorin von verschiedenen renommierten Universitäten Einladungen zu Gastvorträgen. Schließlich übernahm sie auch Lehraufträge, so z. B. 1953 und 1959 an der Princeton University, 1963 bis 1967 an der Universität von Chicago.

Weltweites Aufsehen erregte die Schriftstellerin 1963 mit Eichmann in Jerusalem. A Report of the Banality of Evil (deutsche Übersetzung 1964; Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen), einem Buch, das auf ihrer Reportage über den Prozess gegen den nationalsozialistischen Kriegsverbrecher Adolf Eichmann aus dem Jahr 1961 basiert. In ihrem Bericht, den sie für eine amerikanische Wochenzeitschrift schrieb und der später in Buchform erschien, vertrat Arendt die Auffassung, es sei zu einfach, die Verantwortung für den Holocaust an Einzelpersonen wie Eichmann festzumachen. Vielmehr müsse die noch immer gegenwärtige Gefahr aufgedeckt und gebannt werden. Bericht und Buch lösten eine heftige Kontroverse aus. Von 1967 bis 1975 war Hannah Arendt Professorin für Politik und Philosophie an der New School for Social Research in New York. Die Politologin starb am 4. Dezember 1975 in New York.

Weitere Werke von Hannah Arendt sind The Human Condition (1958; deutsche Fassung 1960; Vita activa oder Vom tätigen Leben), Zwischen Vergangenheit und Zukunft (1961), On Revolution (1963; Über die Revolution), The Life of the Mind (1977, 1978 und 1982; Vom Leben des Geistes), Briefwechsel mit Karl Jaspers 1926-1969 (1985), Hannah Arendt/Martin Heidegger: Briefe 1925 bis 1975 (1998) und das zwischen 1950 und 1973 entstandene Denktagebuch (2003).

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