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Bremse

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BremsenBremsen

Bremse, mechanische Vorrichtung, die so auf die Oberfläche einer sich drehenden Welle, eines Rades oder einer Scheibe einwirkt, dass die Bewegung durch Reibung verlangsamt wird.

Eine Bremsbacke wird meistens aus einer Stahl- oder Leichtmetall-Legierung gefertigt. Der Bremsbelag ist auf die Bremsbacke aufgenietet oder geklebt und besteht aus einem hitzebeständigen Material. Über ein Hebelsystem wird die Bremsbacke entweder von außen her (Außenbacken-Bremse) oder von innen (Innenbacken-Bremse) gegen eine Bremstrommel oder unmittelbar gegen das Rad gedrückt. Die meisten Kraftfahrzeuge sind mit Trommelbremsen ausgerüstet. Die Trommelbremse arbeitet mit einem Paar beweglich aufgehängter Bremsbacken, die durch einen mechanischen Hebel oder über einen Hydraulikzylinder gegen die Innenseiten der Trommel gepresst werden.

Besonders bei schweren Fahrzeugen und hohen Geschwindigkeiten sind enorme Kräfte erforderlich, um das Fahrzeug abzubremsen. In diesem Fall wird die sonst vorhandene Bremskraft durch einen Druckluftkolben (Druckluftbremse) oder einen Saugkolben (Unterdruck- oder Servobremse) um ein Vielfaches verstärkt. Der amerikanische Ingenieur George Westinghouse erfand im Jahr 1869 die Druckluftbremse. Bei diesem Bremsentyp werden die Bremsbacken während der Fahrt durch Luftdruck auseinandergehalten. Wird der Druck verringert, tritt die Bremswirkung ein. Die Gefahr des Bremsversagens bei Druckverlust, etwa aufgrund einer schadhaften Leitung, ist bei diesem System ausgeschlossen. Bei einem Leck im Druckluftsystem wird automatisch die Bremse aktiviert. Dieser Bremsentyp wurde für Eisenbahnzüge entwickelt. Aber auch Schwerlastfahrzeuge und besonders Lastzüge sind mit Druckluftbremsen ausgestattet.

Kraftfahrzeuge hatten ursprünglich nur an den Hinterrädern (mechanische) Bremsen. Vierradbremsen wurden in den zwanziger Jahren zur Erhöhung der Sicherheit allgemein eingeführt. Bei den mechanischen Bremsen konnte eine geringfügige Abnutzung an einem der Bremshebel dazu führen, dass das Fahrzeug durch die ungleiche Verteilung der Bremskraft auf die Räder ins Schleudern geriet. Hydraulische Vierradbremsen, die heute in fast allen Kraftfahrzeugen und vielen Lastkraftwagen verwendet werden, richten sich automatisch aus. Betätigt der Fahrer das Bremspedal, wird die Hydraulikflüssigkeit aus dem Hauptzylinder mit dem gleichen Druck zu allen Bremsbacken geleitet, und auf alle Räder wird die gleiche Bremskraft ausgeübt.

Bei modernen Kraftfahrzeugen hat die Scheibenbremse die Trommelbremse allmählich verdrängt. Bei der Scheibenbremse werden zwei Bremsbacken, die auf dem so genannten Sattel sitzen, mit Hilfe einer Hydraulik gegen die Seiten einer Bremsscheibe gepresst. Im Gegensatz zur Trommelbremse ist die Bremswirkung einer Scheibenbremse gleichmäßiger und kontrollierter. Darüber hinaus ist die Scheibenbremse weniger anfällig für das so genannte fading, das Nachlassen der Bremswirkung bei Dauerbelastung (z. B. bei Bergabfahrten).

Viele Kraftfahrzeuge sind mit einem Antiblockiersystem ausgerüstet. Es soll verhindern, dass die Bremsen so stark auf die Räder wirken, dass diese blockieren. Bei einem Antiblockiersystem überwachen Sensoren die Drehung der Räder beim Bremsen. Die Sensoren können anhand der Drehgeschwindigkeit feststellen, ob ein Rad plötzlich langsamer wird und die Gefahr besteht, dass es blockiert. In so einem Fall wird der Bremsdruck kurzfristig verringert. Antiblockiersysteme ermöglichen dem Fahrer, bei einem starken Bremsmanöver das Fahrzeug besser unter Kontrolle zu halten, als das mit herkömmlichen Bremssystemen möglich ist, besonders bei nassen oder schneebedeckten Straßen.

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