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Windows Live® Suchergebnisse SavoyenEnzyklopädieartikel
Savoyen, norditalienisches Herrschergeschlecht, das ab dem 19. Jahrhundert die Könige Italiens stellte. Das Haus Savoyen wurde von dem burgundischen Adeligen Humbert I. Weißhand (er starb um 1048) begründet. Humberts Sohn Otto wurde Graf von Savoyen und gewann durch seine Heirat mit Adelaide, der Erbin von Turin im Piemont, erhebliche Gebiete hinzu. In den folgenden drei Jahrhunderten vergrößerte die Familie ihre Besitzungen in Frankreich, Italien und der Schweiz beträchtlich. Im 13. Jahrhundert erwarb Savoyen die Grafschaft Nizza und damit einen Zugang zum Meer. Unter Amadeus VIII., Graf von Savoyen, wurde Savoyen 1416 von Kaiser Sigismund zum Herzogtum erhoben. 1434 übertrug Amadeus die Herrschaft an seinen Sohn Ludwig und zog sich in ein Kloster zurück. 1440 wurde er als Felix V. vom Basler Konzil zum Papst gewählt, verzichtete aber 1449 wieder auf die Papstwürde. Im 15. Jahrhundert waren die Herzöge von Savoyen die mächtigsten Fürsten in Norditalien geworden; Zentrum ihrer Macht und ihrer Herrschaft wurde das Piemont. 1536 büßten die Herzöge von Savoyen ihre Gebiete in der Schweiz ein. König Franz I. von Frankreich zog 1536 Gebiete des Hauses Savoyen ein. 1559 erhielt jedoch Emmanuel Philibert, zehnter Herzog von Savoyen, im Frieden von Cateau-Cambrésis die meisten Gebiete wieder zurück. Herzog Viktor Amadeus II. war eine Zeit lang gezwungen, sich verschiedenen französischen Forderungen zu fügen, trat aber schließlich der Großen Allianz gegen Frankreich bei. Im Frieden von Turin schloss Savoyen 1696 einen Separatfrieden mit Frankreich und distanzierte sich von der Großen Allianz. Nachdem Viktor Amadeus 1703 an der Seite Österreichs in den Spanischen Erbfolgekrieg eingetreten war, drangen die Franzosen in das Piemont ein, wurden aber 1706 von Viktor Amadeus und seinem Cousin, dem österreichischen Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen, bei der Belagerung von Turin besiegt. Im Frieden von Utrecht (1713) erhielt Viktor Amadeus Sizilien sowie den Königstitel. Durch das Bündnis mit Österreich bekam Savoyen außerdem den Rest von Montferrat; ein Teil dieses Gebiets war bereits 1631 an das Herzogtum gekommen. 1720 musste Viktor Amadeus Sizilien im Austausch gegen Sardinien an Österreich abtreten, behielt den Königstitel für Sardinien aber bei. 1849 wurde Viktor Emanuel II. aus der Nebenlinie Savoyen-Carignano König von Sardinien. Er trat 1860 als Gegenleistung für französische Hilfe gegen Österreich Savoyen und die Grafschaft Nizza an Frankreich ab und wurde 1861 König von Italien. Sein Nachfolger auf dem italienischen Thron wurde 1878 sein Sohn Umberto I., der 1900 ermordet wurde. Der Sohn Umbertos, Viktor Emanuel III., dankte im Mai 1946 zugunsten des Kronprinzen Umberto II. ab. Der regierte bis Juni 1946, bis Italien Republik wurde. Viktor Emanuel III., Umberto und Umbertos Erbe, Viktor Emanuel, gingen wenig später nach Portugal ins Exil; die italienische Verfassung verbot ihnen und ihren männlichen Nachkommen die Rückkehr nach Italien. Im Sommer 2002 verabschiedeten Abgeordnetenhaus und Senat in Italien eine Verfassungsänderung, durch die das Einreiseverbot für das Haus Savoyen aufgehoben wurde. Ab November 2002 stand nun Viktor Emanuel und dessen Sohn Emanuele Filiberto, die beiden letzten lebenden männlichen Nachkommen des Königshauses, die Rückkehr nach Italien frei. Zuvor hatten Viktor Emanuel und Emanuele Filiberto ein Treuegelöbnis auf die Verfassung, auf die Republik und den Staatspräsidenten geleistet und auf jeglichen Thronanspruch verzichtet.
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