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Orang-Utan

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Orang-Utan bei der NahrungssucheOrang-Utan bei der Nahrungssuche

Orang-Utan, in den Wäldern von Borneo und Sumatra beheimatete Art der Menschenaffen.

Orang-Utans haben eine zottige, rotbraune Körperbehaarung. Ausgewachsene Männchen erreichen eine Kopfrumpflänge von etwa einem Meter und ein Gewicht bis 90 Kilogramm, Weibchen werden knapp 80 Zentimeter groß und bis zu 50 Kilogramm schwer. Die Arme erreichen eine Spannweite von etwa zwei Metern. An der Kehle befindet sich ein Luftsack, mit dem Laute erzeugt werden, die über eine Entfernung von einem Kilometer hörbar sind.

Orang-Utans sind fast ausschließlich Baumbewohner. Tagsüber ziehen sie einzeln oder in kleinen Trupps umher. Ältere Männchen leben meist allein, viele Gruppen bestehen nur aus Weibchen und Jungtieren. Die Tiere ernähren sich von Blättern und Früchten. Nachts ruhen sie in hoch gelegenen Baumnestern aus Ästen und Blättern. Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von 260 bis 270 Tagen ein einzelnes Junges, selten Zwillinge, zur Welt, die Säugezeit beträgt zwei bis drei Jahre. Orang-Utans werden mit sieben bis zehn Jahren geschlechtsreif. Feinde sind neben dem Menschen Tiger und andere große Raubtiere. Im Freiland können Orang-Utans 35 Jahre alt werden, im Zoo von Perth (Australien) starb 1997 der vermutlich älteste Orang-Utan im Alter von 56 Jahren.

Aufgrund jahrzehntelanger Verfolgung durch den Menschen und der Zerstörung des Lebensraumes ist der Orang-Utan heute die am stärksten gefährdete Menschenaffenart. Der Lebensraum der Tiere verringerte sich in den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Indonesien um rund 80 Prozent; Hauptursache ist nach Angaben der Umweltschutzorganisation Environmental Investigation Agency vor allem illegaler (offenbar durch Korruption ermöglichter) Holzeinschlag. In den neunziger Jahren wurden die Bestände der Orang-Utans vermutlich dramatisch reduziert und betrugen 2002 nur noch etwa 25 000 Tiere. In Indonesien wurden Orang-Utans zudem durch die dort 1997 und 1998 wütenden Waldbrände bedroht. 2002 wurde nach Angaben der Naturschutzorganisation Nature Conservancy im Nordosten Borneos eine bislang unbekannte Orang-Utan-Population entdeckt, die nach der Anzahl der gefundenen Schlafnester auf 1 000 bis 2 500 Tiere geschätzt wurde.

Systematische Einordnung: Der Orang-Utan gehört zur Familie Pongidae. Er wird wissenschaftlich als Pongo pygmaeus bezeichnet.

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