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Papua-NeuguineaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Papua-Neuguinea verfügt über eine äußerst vielfältige Flora und Fauna. 63,6 Prozent (2005 geschätzt) der Gesamtfläche Papua-Neuguineas sind bewaldet. Zu diesen Wäldern zählen auch einige der letzten unberührten tropischen Regenwälder der Welt. Allerdings ist eine zunehmende Zerstörung der artenreichen Waldgebiete zu beobachten. Die Entwaldung hat von 1990 bis 1995 zu einem Verlust von rund 666 000 Hektar Wald geführt. Daneben sind Savannen und an Teilen der Küste des Festlandes Mangrovensümpfe ausgebildet. In den Bergen gibt es Kiefernbestände sowie Laubwälder und etwas Hochgebirgsvegetation. Eine Reihe der hier lebenden Tierarten kommt nur in Papua-Neuguinea und in der benachbarten indonesischen Provinz Papua vor. Zu den Beuteltieren gehören Baumkängurus, Gleitbeutler und Kletterbeutler. Kleinsäuger sind durch verschiedene Rattenarten (Riesenratten, Pazifikratten), sowie durch Spitzmäuse und Fledermäuse repräsentiert. Zahlreiche Arten von tropischen Vögeln wie Paradiesvögel, Salanganen (siehe Segler), Papageien und Nashornvögel leben hier. Papua-Neuguinea ist außerdem die Heimat des Herkulesspinners, des größten Schmetterlings der Welt. Die Abnahme des tropischen Regenwaldes ist ein Grund dafür, dass in Papua-Neuguinea zahlreiche Arten vom Aussterben bedroht sind.
Papua-Neuguinea hat etwa 5,92 Millionen Einwohner (2008), was einer Bevölkerungsdichte von 13 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 66 Jahren. Die Bevölkerung setzt sich aus mehr als 700 ethnischen Gruppen zusammen. Der überwiegende Teil der Papua-Neuguineer sind Papua. An der Süd- und der Nordwestküste leben malaiische Gruppen, im Norden des Landes melanesische, im Osten polynesische Gruppen. Größte Stadt ist die Hauptstadt Port Moresby mit etwa 275 000 Einwohnern. Weitere größere Städte sind Lae (78 000) und Madang (27 000).
Amtssprachen sind Englisch, Pidgin und Motu. Das melanesische Pidgin (Tok Pisin) ist die am weitesten verbreitete Sprache und hat sich als Verkehrssprache durchgesetzt. Es hat seine Wurzeln im Englischen und Deutschen und entwickelte sich aus den früheren Kolonialsprachen und den Sprachen der indigenen Bevölkerung. In der Region Papua sprechen die meisten Menschen Motu. Offizielle Feiertage sind Neujahr (1. Januar), der Unabhängigkeitstag (16. September) sowie der 1. und 2. Weihnachtstag. Jede Provinz hat daneben einen eigenen regionalen Feiertag. Von den lokalen Feierlichkeiten ist das Kulturfestival von Goroka (Ende August bzw. Anfang September) das bei weitem größte und beeindruckendste; es zieht Besucher aus der ganzen Welt an.
Das Bildungssystem ist dem australischen angepasst und umfasst alle Einrichtungen von der Vorschule bis zur Universität. Viele Grundschulen werden von Missionaren geführt. Der Schulbesuch ist kostenpflichtig, die Schulpflicht umfasst fünf Jahre. Da die Landbevölkerung durch das Schulsystem nicht vollständig erreicht wird, ist der Alphabetisierungsgrad mit 76 Prozent relativ niedrig. Mehr als 50 Radio- und drei Fernsehsender strahlen ihre Programme aus. Etwa 2 000 Nutzer verfügten im Jahr 2000 über einen Zugang zum Internet. In den größeren Städten bezeugen Museen die reiche Kultur des Landes. Ausstellungen zeigen Masken, Waffen, Musikinstrumente und andere Kunstgegenstände.
Gemäß der Verfassung von 1975 ist Papua-Neuguinea eine Parlamentarische Monarchie im Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt ist die britische Königin; sie wird von einem Generalgouverneur vertreten. Die gesetzgebende Gewalt übt das Nationalparlament aus, dessen 109 Abgeordnete für eine Amtszeit von fünf Jahren vom Volk gewählt werden. Die Exekutive liegt beim Nationalen Exekutivrat, der dem Parlament verantwortlich ist. Den Vorsitz über den Rat führt ein Premierminister. Wichtige politische Gruppierungen sind u. a. National Alliance Party (NAP), People’s Democratic Movement (PDM), Papua and New Guinea Union Party (PANGU), People’s Progress Party (PPP) und die vor allem auf Bougainville bedeutende Melanesian Alliance. Das höchste Gericht ist der Oberste Gerichtshof; untergeordnete Rechtskörperschaften sind u. a. die Bezirksgerichte, die örtlichen Gerichte und die Vormundschaftsgerichte. Papua-Neuguinea gliedert sich verwaltungsmäßig in 19 Provinzen und den Hauptstadtbezirk.
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